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30.05.2015

Unwucht einer Antriebswelle bringt Proton M zum Absturz

Ein einzelnes Bauteil des Steuerungstriebwerks hat in der dritten Stufe einer Proton M-Rakete so große Vibrationen hervorgerufen, dass das Haupttriebwerk ausfiel und die Rakete mit ihrem Satelliten MexSat 1 über Sibirien abstürzte.

Starke Vibrationen eines Steuerungstriebwerks haben nach den Erkenntnissen einer russischen Untersuchungskommission zum Absturz einer Proton M-Rakete mit dem Satelliten MexSat 1 geführt. Die dritte Stufe der Rakete wurde dabei so kräftig durchgeschüttelt, dass schließlich auch das Haupttriebwerk ausfiel, die Raketenstufe stürzte mit ihrer Nutzlast am Samstag vor zwei Wochen aus 160 Kilometer Höhe ab. Aufgrund der Flugbahn hätten Trümmerteile südöstlich des Baikal einschlagen müssen, doch gefunden wurde bislang nichts. Wahrscheinlich sind die dritte Raketenstufe, die Bris M-Oberstufe und MexSat 1 beim Eintritt in die Atmosphäre weitgehend verglüht.

Auslöser für den Fehlstart war den russischen Angaben zufolge die Unwucht einer Antriebswelle in der Turbopumpe des Triebwerks der dritten Stufe der Rakete, die das Steuerungstriebwerk bedient. In Kombination mit den hohen Temperaturen, die während des Betriebs des Haupttriebswerks entstehen, führten die starken Vibrationen zu Materialermüdung und Zerstörung des Steuerungstriebwerks. Verursacht wurden die Vibrationen wohl durch eine im Fertigungsprozess nicht erkannte Unwucht einer Welle, die einen Rotor des Steuerungstriebwerks der dritten Stufe antrieb.

Die Untersuchungskommission kommt zu dem Schluss, dass der Fehlschlag auf einen Konstruktionsfehler zurückzuführen ist. Sie verlangt, dass neue Materialien bei Rotor und Antriebswelle zum Einsatz kommen, die solch eine Unwucht unwahrscheinlicher machen. Außerdem sollen die Aufhängung der Welle und des Steuerungstriebwerks sowie die Qualitätskontrolle der Fertigung verbessert werden, um derartige Vibrationen zu verhindern.

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(30. Mai 2015, Samstag)

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