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11.06.2016

Vierfachstarter für Ariane 5 ist in Kourou angekommen

Eine neu entwickelte Startvorrichtung für den Transport und das Aussetzen von vier Satelliten ist in Kourou in Französisch-Guayana angekommen. Das Gerät soll beim Start einer Ariane 5 im Herbst zum Einsatz kommen, wenn erstmals vier Galileo-Satelliten auf einmal gestartet werden.

Inzwischen befinden sich 14 Satelliten für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo in einer Erdumlaufbahn. Gestartet wurden sie jeweils paarweise mit Trägerraketen des Typs Sojus. Im Herbst plant die Esa erstmals einen Vierfachstart, eine Rakete Ariane 5 ES soll vier Raumsonden fast bis in die Einsatzhöhe von rund 23000 Kilometer bringen. Doppelstarts sind für die leistungsstarke Ariane 5 nicht ungewöhnlich, diese Aufgabe ist für die Rakete jedoch neu.

Jetzt ist eine Transporteinrichtung im Weltraumzentrum Kourou in Französisch-Guayana eingetroffen, mit der die vier Galileo-Satelliten transportiert werden sollen. Das rund 450 Kilogramm schwere Gerät muss unter der Nutzlastverkleidung der Rakete die vier Raumsonden beim Start sicher halten, auch wenn es in dieser Phase das gesamte Startgerät kräftig durchrüttelt. Nach der etwa zehn Minuten dauernden Startphase wird es etwa vier Stunden dauern, bis die Oberstufe Ariane 5 EPS die Nutzlast bis auf fast 23000 Kilometer gebracht hat.

Dann ist es die Aufgabe der Startvorrichtung, die vier Satelliten auszusetzen. Sie werden im Abstand von je einer halben Sekunde in vier Richtungen durch das Zünden kleiner Sprengladungen ausgesetzt und steuern später mit ihrem eigenen Antrieb den Einsatzort an, wobei sie noch einmal rund 300 Kilometer an Höhe gewinnen. Oberstufe und Startvorrichtung bleiben in einer sogenannten Friedhofsbahn, in der sie für aktive Raumsonden keine Gefahr darstellen.

Für die Version Ariane 5 ES ist die Kombination aus Startvorrichtung und vier Galileo-Satelliten ein Leichtgewicht, die Nutzlast ist nur rund 3000 Kilogramm schwer. Entwickelt wurde die Version für die bis zu 20000 Kilogramm schweren Raumfrachter ATV. Diese mussten allerdings nur bis in einen niedrigen Erdorbit von etwas mehr als 300 Kilometer gebracht werden, die Navigationssatelliten operieren dagegen in weit mehr als 20000 Kilometer Höhe.

(11. Juni 2016, Samstag)

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