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15.05.2015

Wer fliegt statt Sarah Brightman mit Sojus TMA-18M ins All?

Am Samstagmorgen soll eine Proton M mit MexSat 1 starten, gestern wurde die Rakete auf der Startrampe aufgerichtet. Unterdessen rätseln die Ingenieure noch immer, warum Progress M-27M außer Kontrolle geriet. Unklar ist auch, was mit dem freien Platz in Sojus TMA-18M passiert.

Ursprünglich sollte bereits Ende April eine Proton M-Rakete mit einer Bris M-Oberstufe den mexikanischen Kommunikationssatelliten MexSat 1 ins All bringen, den zweiten einer insgesamt drei Satelliten umfassenden Serie. Doch nachdem es an einem anderen von Boeing gefertigten Satelliten, der ähnlich aufgebaut ist wie MexSat 1, ein technisches Problem gab, nahm der Hersteller zusätzliche Überprüfungen vor, so dass der Start um etwa einen Monat verschoben wurde. Gestern ist die Proton M mit dem an der Spitze montierten Satelliten von der Endmontagehalle zur Startrampe gefahren und dort aufgerichtet worden. Der Start soll in Baikonur am Samstag, 16. Mai, um 7.47 Uhr MESZ erfolgen.

Noch keine zufriedenstellende Erklärung haben die rusischen Ingenieure für den Fehlschlag beim ISS-Versorgungsflug mit Progress M-27M. Nach Angaben von Roskosmos-Chef Igor Komarow ging 527 Sekunden nach dem Start das Abtrennen des Transporters von der dritten Stufe der Sojus 2.1a-Startrakete schief. In der Folge gelangte Progress in eine um 40 Kilometer zu hohe Umlaufbahn, die dritte Stufe wurde 20 Kilometer tiefer als normal entdeckt. Zum Zeitpunkt des Defekts sollte nacheinander der Druck in den Tanks für das Oxidationsmittel sowie für den Treibstoff der Raketenstufe abgelassen werden. Unklar ist, ob es dabei zu einer Explosion kam, die Telemetriedaten reichen nicht aus, um diese Frage klären zu können. Experten der Untersuchungskommission sind zu den Herstellern der einzelnen Raketenkomponenten geschickt worden, um in Simulationen einen möglichen Unfallverlauf zu ergründen.

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Ein anderes Rätsel haben seit Mittwoch auch die Flugplaner der russischen ISS-Bodenkontrolle zu lösen. Nach der Absage von Sarah Brightman ist beim für den 1. September geplanten Start ein Sitz in Sojus TMA-18M frei. Das bisherige Trainingsprogramm hat auch der japanische Unternehmer Satoshi Takamatsu absolviert. Damit besteht die Möglichkeit, dass Takamatsu einfach als Weltraumtourist nachrückt. Nach russischen Angaben hat er zunächst aber nur für die Ausbildung als Weltraumtourist gezahlt und es sei noch nicht geklärt, ob er bereits jetzt bereit sei, die Finanzierung des eigentlichen Flugs zu übernehmen. Bislang war frühestens für das Jahr 2017 eine erneute Möglichkeit eines Touristenflugs avisiert.

Ein russischer Sprecher brachte die Möglichkeit ins Spiel, dass einer der jungen Kosmonauten, die nach ihrer Grundausbildung noch keinen Raumflug absolviert haben, kurzfristig für den zehntägigen Flug nominiert werde. Eine weitere Option besteht darin, den freien Kosmonautenplatz für den Transport zusätzlicher Fracht zu nutzen, dabei könnte auch eine etwas größere Menge an Ladung als sonst mit der Sojus-Kapsel zur Erde zurückgebracht werden.

(15. Mai 2015, Freitag, Blogtag 500)

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