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09.04.2014

Zenit-Rakete wird bei Test beschädigt: Eutelsat 3B bleibt am Boden

Ein Unfall beim Aufrichten einer Zenit-Rakete hat einen Querträger des Startvehikels beschädigt. Am 15. April wollte der Startanbieter Sea Launch mit der Zenit den TV-Satelliten Eutelsat 3B ins Weltall befördern.

Im März wurde Eutelsat 3B in den Montagehallen von Sea Launch in Long Beach (Kalifornien) auf seinen Start vorbereitet, indem er nach abschließenden Funktionstests unter einer Nutzlastverkleidung verstaut und dann mittels einer Trägerkonstruktion auf die Zenit-Rakete montiert wurde. Am vergangenen Samstag wurde die komplett zusammengefügte Rakete probeweise auf ihre schwimmende Startplattform gefahren und dort aufgerichtet. Damit wird der Ablauf getestet, der später auf hoher See stattfindet.

Doch diesmal gab es beim Test ein Problem - während des Aufrichtens kam es zu einer Kollision der Rakete mit einem Kabelmast, der sich nicht so bewegte wie geplant. Dabei wurde ein Querträger einer Gitterkonstruktion beschädigt, mit der die erste und die zweite Stufe der Rakete verbunden sind. Nach Angaben von Sea Launch blieben die Oberstufe vom Typ Block-DM-SL und der Satellit Eutelsat 3B bei dem Unfall unbeschädigt. Man entschied sich, diese beiden Komponenten von den ersten beiden Raketenstufen zu trennen, deren Zwischenstück nun repariert werden soll. Erst wenn dies erfolgt ist, kann ein neuer Starttermin genannt werden.

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Sea Launch ist ein kommerzieller Anbieter von Raketenstarts, die mit Raketen des Typs Zenit 3-SL von der umgebauten Ölbohrplattform Odyssey aus erfolgen. Während der Startvorbereitungen liegt die Plattform gemeinsam mit dem Versorgungsschiff Sea Launch Commander in Long Beach in Kalifornien. Von dort aus wird sie für den Start einer Rakete zu einer Position in der Nähe des Äquators rund 2200 Kilometer südlich von Hawaii transportiert. Ähnlich wie beim europäischen Startplatz Kourou können von dort aus höhere Nutzlasten ins All transportiert werden, die Zenit 3-SL kann bis 6 Tonnen schwere Satelliten in einen Geotransferorbit befördern. Nach den letzten Vorbereitungen der Rakete verlässt das Personal die Plattform, der Start wird dann vom Begleitschiff aus ferngesteuert.

Das Unternehmen Sea Launch gehört nach einer Insolvenz seit mehr als drei Jahren mehrheitlich dem russischen Raumfahrtunternehmen RKK Energiia. Die Unternehmenszentrale liegt in der Schweiz, sie wurde vor wenigen Tagen von Bern nach Nyon verlegt. Der Heimathafen der Startplattform ist das kalifornische Long Beach. Mit der Zenit-Rakete verwendet der Raumfahrtdienstleister einen in der Ukraine gebauten Träger, der wiederum mit RD-171 ein Triebwerk aus russischer Produktion einsetzt. Ebenso international ist die Kundschaft von Sea Launch, Satellitenbetreiber aus den Niederlanden und Frankreich wie auch das italienische Verteidigungsministerium gehören dazu, andere Kunden haben ihren Sitz in den USA oder in Südkorea.

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