18.11.2013

Viele Köche...

Die vergangenen zwei, drei Wochen waren mal wieder sehr interessant, in vielerlei Hinsicht. Ich möchte heute mal ein klein wenig resümieren, über die Ereignisse in dieser Zeit. Der Text ist etwas länger, aber es ist ja auch viel vorgekommen.

Partei-unabhängige Irritation

Los ging es vor ca. zwei Wochen mit einer kleinen Überraschung. Ich wurde von einer jungen, aufstrebenden Partei angefragt, ob ich nicht bei der Erstellung eines kommunalen Regierungsprogrammes ein klein wenig unterstützen könnte, hinsichtlich des Themas moderner Radverkehr. Da lasse ich mich natürlich nicht lumpen, hat es doch gerade in der lokalen Politik so einiges an Nachholbedarf bezüglich des Verständnisses, wenns um Radverkehr im Allgemeinen geht. An dieser Stelle auch noch mal ein Dankeschön an die jeweiligen Personen dahinter, für diese Anfrage und diejenigen, die mich dabei unterstützt haben. Das zeigt mir, dass man eine gewisse Wertschätzung meiner Expertise hat, bzw. doch ein Interesse für das komplexe Thema Radverkehr besteht. Meine Erfahrungen diesbezüglich waren ja schon vorgeprägt durch Erlebnisse, die man bestenfalls mit Ignoranz umschreiben kann, aber offenbar ist das nicht bei allen so. Also "flugs" ein "bisschen" Formuliert, was denn so ein grundlegendes Missverständnis ist, wenns ums Thema Radverkehr geht und wie es sich jeden Tag aufs neue negativ auswirkt.

Raus kamen ca. 8 Seiten Grundsatzpapier bei deren Erstellung auch andere Gleichgesinnte mitgewirkt haben. Und wenn man schon dabei ist, doch gleich auch für alle anderen Parteien, denn für eine spezielle Partei gebe ich mich doch eher ungern her. Was folgte, war aber bemerkenswert. Zum Einen scheinen die entsprechenden Stellen trotz der Herausstellung dieser Personen und mir als die Ersteller dieses Dokuments nicht verstanden zu haben, dass das keine Eigenaktion der Partei war, die mich angefragt hat. Anscheinend gab es da einige, wie man so schrieb, "Irritationen". Man ist also offenbar sehr irritiert, wenn Privatmenschen doch tatsächlich Ihre Ansichten direkt an die Stadtratsfaktionen und andere Mitgestalter schicken. Komisch. Ich dachte, der Volkeswille soll mehr in den Entscheidungsprozess einbezogen werden. Ist man wohl noch nicht so ganz gewöhnt, was solls. Vielleicht ändert sich das ja bald. Ein Anfang wäre ja gewesen, mich zu fragen, aber außer von der Partei, die mich zu erst angeschrieben hat, hab ich bis heute keine Antwort erhalten. Vermutlich hat mans in der Rundablage abgelegt, aber ich lasse mich ja gerne eines besseren belehren.

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Presse und die Wahrnehmung ihrer Verantwortung

Wie so oft, gibt es beim Thema Radverkehr aber viele Akteure, nicht nur die Politik. Unter anderem sind auch die Presse und private Interessensvertreter zuweilen ins Tagesgeschehen verwickelt. Und da hat man sich letzte Woche in der Presse einen schönen Unfug von der DPA kopiert. Der DPA-Artikel war nicht nur in der AZ zu finden, sondern wurde wirklich reihenweise unreflektiert und so falsch wie er war, weiter verbreitet. (In der Online-Ausgabe der AZ ist der entsprechende Artikel zum jetzigen Zeitpunkt immer noch in den Themenwelten zu finden, trotz meines Hinweises an die Redaktion, dass dort rechtlich sehr bedenklicher Käse steht.) Ausgangslage war diese " Veröffentlichung". Der Aufreißer ist jene Aussage gewesen:

Am wenigsten regelkonform verhalten sich demnach Radler an Zebrastreifen. Im Schnitt mehr als jeder zweite von ihnen (56,77 Prozent) missachtet das Haltegebot am Zebrastreifen, wenn dort Fußgänger unterwegs sind.  Das Urteil des ACE: „Radler sind die allergrößten Zebrastreifen-Muffel“. Durchschnittlich 67,56 Prozent von ihnen steigen beim für Fußgänger bevorrechtigten Queren der Straße nicht wie vorgeschrieben ab und schieben ihr Gefährt über auf den Zebrastreifen, sondern sie wechseln verbotenerweise fahrend die Straßenseite und rangeln mit Fußgängern um die schnellste Passage. Der ACE nennt sie "Rüpel-Radler".

Der Witz: Dieses angebliche Halte- und Absteige-Gebot existiert überhaupt nicht und so pauschal lässt sich nicht mal sagen, dass KFZ-Verkehr immer Vorrang hätte. Beim senkrechten Queren einer Fahrbahn ja, beim parallen Fahren neben der Fahrbahn aber wieder nicht. Im Prinzip lässt sich die Geschichte wie folgt abkürzen: Zebrastreifen sind für Radfahrer entlang des Zebrastreifens nicht relevant, senkrecht dazu gelten für sie dieselben Regeln, wie für die restlichen Fahrzeugführer. Die Aussagen, die implizit in diesem Artikel gemacht wurden, sind schlicht falsch und fördern mal wieder Missverständnisse und Animositäten im Straßenverkehr. So kann man das Verkehrsklima auch versauen. Dann braucht man sich auch nicht wundern, warum einem der nächstbeste Autofahrer das dann wieder als angeblichen Regelverstoß anzukreiden versucht. Das Kuriose ist nur: Eigentlich hätten die ganzen Redaktionen da recht schnell selbst drauf kommen müssen, denn ich bin mir doch eher sicher, dass ein Großteil der Autoren einen KFZ-Führerschein hat und daher die tatsächliche Regelung eigentlich kennen müsste. Offenbar nicht... Auch eine interessante Aussage die dabei mit verbreitet wurde:

An Zebrastreifen werden laut ACE 71,2 Prozent der Unfälle von Autofahrern und Zweiradfahrern einschließlich Radfahrern verursacht, 28,8 Prozent gehen demnach auf das Konto von Fußgängern.

Wenn man sich dann die amtliche Unfallstatistik 2012 ansieht, kann man feststellen, dass von 1797 Unfällen an Zebrastreifen 1713 auf das Konto von KFZ-Fahrern gehen. 39 davon wurden von Radfahrern verursacht (Seite 250). Das sind mal eben ca. 2%, die auf Radfahrer entfallen. Offenbar ist das monierte "rüpelige" Verhalten kein besonders großer Unfallgrund. Aber hey, das kann man trotzdem als riesen Aufreißer benutzen, warum Radfahrer mal wieder der Buhmann sind. Sie machen Dinge falsch, die gar nicht falsch sind, sind kaum Unfallverursacher, aber trotzdem, Radfahrer sind schon bemerkenswert schlechte Verkehrsteilnehmer. Vielen Dank für diese Erleuchtung. Nur ein einziges kleines Licht sah das anders. In der Zeit gab es einen einsamen Blog-Artikel, der sich dem ganzen entgegen gestellt hat. Aber das wird wohl nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein gewesen sein. Die Mehrheit der Deutschen hat nur mitgenommen: "Radfahrer halten sich nicht an die Regeln und sind rücksichtslose Gefahrenproduzenten". Danke an die Autolobby ACE für diesen wertvollen Beitrag zum Verkehrsklima und Danke an die deutsche Presselandschaft für das unreflektierte Wiederkäuen. Da freut man sich doch gleich wieder, wenn man demnächst angehupt wird, weil man nichts falsch gemacht hat.

Radfahrer aufs Glatteis schicken

Auch technisch geben die Themenwelten ganz lustige Sichtweisen in irgendwelchen DPA-Artikeln wieder, die Radfahrer im Zweifelsfalle sogar das Leben kosten könnten. Der entsprechende Artikel wurde von der Redaktion zwar inzwischen aus den Themenwelten gestrichen, aber hier kann man ihn z. B. bei der Konkurrenz noch lesen. Wer die Details der Meldung von mir zerfleddert lesen will, kann sich meinen Kommentar auf den Artikel noch mal eben durchlesen. Kurz um: Spikes für Eis, Profil für Schnee, alles andere ist gefährlicher Unfug. Aber interessant wäre, woher die DPA ihre "Experten" her hat. Bei so viel sachlich falschen Aussagen könnte man wirklich meinen, irgend einer wurde per Strohhalm-Verfahren ausgelost, darüber zu schreiben und hat dann einfach kurzerhand irgendwas zusammenphantasiert. Auch hier bereitet es mir ziemliche Sorgen, wenn ich mir ausmale, wie viele Leute den Schmarrn lesen werden und dann damit riesen Probleme haben werden. Presse und Verantwortung...

Wie Radfahrstreifen nach hinten los gehen

Aber zum Glück gibt es auch andere Beispiele, wie Journalismus aussehen kann, z. B. im Blog von Stefan Sohnle. Der Artikel war offenbar so wichtig, dass er es sogar in die Lokal-Presse geschafft hat. Der Artikel beschreibt zu recht ziemlich kritisch die neuen roten Streifen auf der Konrad-Adenauer-Allee, die zu nah an Parkern, zu schmal und gefährlich geführt sind. All diese Punkte sind berechtigte Einwände und das einzig Gute an diesen nutzlosen Todesfallen ist der Umstand, dass sie dank der Tempo-30-Zone nicht benutzungspflichtig sind (wohl auch nur, weil sie das in einer Zone nicht dürfen, sonst ist man da von Seiten der Planer nicht zimperlich). Man fragt sich allerdings schon, was genau in den Köpfen der zuständigen Planer vor sich ging, als sie das geplant haben. Über den Umstand, dass das gefährlicher Mist ist, kann auch die Aussage von Sabine Thiel aus dem zuständigen Tiefbauamt nicht hinwegtäuschen:

„Ich bin dort auch schon geradelt, es ging gut“, sagt sie. Die markierten Streifen sollen ein „Angebot“ an die Radfahrer sein – sie müssen nicht benutzt werden. „Wenn ein Radler überholen will, ist das rechtlich möglich“

Klar gings gut, es hat ja auch zufällig gerade keiner ne Tür auf gemacht oder ähnliche Späße. Nur weil etwas nicht sofort in die Hose geht, heißt es nicht, dass das schon sicher wäre. Stefan beschreibt es mit "Augsburg kann es nicht". Ich sage, Augsburg könnte das sehr wohl, aber die zuständigen Planer haben leider immer noch nichts aus der Vergangenheit gelernt. Auch ein angebliches Angebot sollte nicht so gestaltet sein, dass es hochgradig gefährlich ist, zumal die Streifen auch ein weiteres Mal suggerieren, dass Radfahrer es dringend nötig hätten, dort zu fahren, bzw. sogar müssten. Es bleibt abzuwarten, wann die ersten Querköpfe hinter Windschutzscheiben die Hupe betätigen, weil man den Streifen als Sicherheitsabstand zu den Parkern wertet. Radverkehrsförderung sieht wirklich anders aus, aber anscheinend haben Planer nur noch Streifen auf dem Boden im Kopf, sobald es um Radverkehr geht. Und genau daran schließt auch der nächste Fall an.

Selbst als Placebo nur eingeschränkt zu gebrauchen

In der Grottenau hat man offenbar die Radfahrstreifen auf der einen Seite fertig gestellt, aber anscheinend sind die Radfahrer doch nicht nur begeistert. In der AZ konnte man lesen, dass einige das durchaus nicht so blauäugig betrachten, wie man sich das wohl erhofft hatte. Dort stehen dann z. B. Aussagen wie:

„Radwege verleiten die Radler dazu, sich auf der sicheren Seite zu fühlen und den restlichen Straßenverkehr außer Acht zu lassen.“

Stimmt sicherlich. Die Radweg-Hängematte ist eben kein Freischein sich nicht mehr kümmern zu müssen. Eigentlich hat sich deshalb eben auch gar nichts verändert. Im Gegenteil, Till Bauernfeind sieht die Sache weiterhin so:

Denn gerade in der Grottenau seien Fahrbahn und Radspur sehr schmal, sagt er, und da könne es schon einmal vorkommen, dass ein Autofahrer aus Versehen den Radstreifen schneide.

So ist das auch ohne Streifen. Es kann weiterhin passieren, dass ein Autofahrer es nicht auf die Reihe kriegt, anständig zu überholen. Das ist jetzt, durch die Streifen, erst recht gegeben, da diese regelrecht eine Einladung sind, eng zu überholen, weil der weiße Streifen auf dem Boden quasi als Reviermarkierung bzw. harte Grenze angesehen wird. Die vorgeschriebenen 1,50 m Überholabstand wurden schon früher nicht immer eingehalten, aber jetzt ganz sicher noch weniger. Auch schön zu lesen:

Riskant seien außerdem auch die unmittelbar am Radweg parkenden Autos. Wenn man als Fahrradfahrer kurz unachtsam ist, könne man sehr schnell von einer Autotür getroffen werden.

Das hatte ich ja schon in meinem ersten Artikel zum Thema beschrieben und ich bin immer noch gespannt, wann es den ersten Radfahrer dort zerlegt. Interessant ist auch, dass die eine Seite laut AZ bereits 650.000 € gekostet hat, die zweite ist ja noch nicht mal angefangen und wird die Baukosten entsprechend weiter erhöhen. Dabei wurde anfänglich noch von 600.000 € geplanten Kosten geschrieben. Anscheinend wird auch hier wieder alles noch teurer, als geplant. Gemessen daran, dass sich objektiv nichts verbessert hat, eigentlich unglaublich. Aber immerhin, einige freuen sich trotzdem:

Als sie ihren Bruder besuchte, der als Fahrradkurier arbeitet, fielen ihr sofort die farbig gekennzeichneten Radwege auf. „Diese sind direkt auf den Bürgersteigen und so besteht keine Gefahr, durch Autos verletzt zu werden“, sagt Biechler.

Wie schade, dass der Dame noch keiner gesagt hat, dass ausgerechnet genau jene Hochbord-Wege die schlimmsten Unfallschwerpunkte produzieren und daher eigentlich generell abzulehnen sind. Klar, dass auch sie sich dafür ausspricht, dass Radfahrer mal wieder den Löwenanteil der Aufmerkamkeit stellen sollen, auch wenn das gar nicht nötig wäre, würde man nicht wie in der Konrad-Adenauer-Allee oder eben hier, oder in Berlin überall unsinnige Verkehrsführungen anlegen. Gerade Berlin hat das schon 1985 erkannt, dass Radwege alles andere als sicher sind, aber das hat man inzwischen ja schon lange wieder vergessen. Und das alles nur, weil Radfahrer inzwischen komplett vergessen zu haben scheinen, dass der Normalfall für Radverkehr das Fahrbahnbefahren ist. Diese Dame ist zwar älter, aber man kann sehr schön sehen, was ich meine:

Klara Rieger freut sich über den neuen Radweg: „Früher bin ich oft auf den Gehweg ausgewichen, weil ich mich dabei unwohl fühlte, den steilen Berg mitten auf der Fahrbahn hinaufzuradeln. Das ist jetzt zum Glück vorbei.“

Und jetzt weiß man auch wieder, warum so viele Leute lieber Fußgänger belästigen als auf der Fahrbahn zu fahren. Weil es sich unwohl anfühlt. Mit der Begründung würde ich auch gerne mal gegen die Gesetze verstoßen wollen und dann auch noch vom Staat unterstützt werden. Aber man kann auch weiterhin Verkehrsentwöhnung spielen, das machts bestimmt auf lange Sicht besser, liebe Planer.

Wenn Experten Vorträge halten...

Vor kurzem fand ja auch noch die Abschlussveranstaltung zum Stadtradeln statt. Man freute sich über 600.000 von den Augsburgern mit dem Rad gefahrene Kilometer und hat dazu auch einen Herrn Kaulen eingeladen, seines Zeichens Verkehrsplanungsexperte. Aber was da teils wieder kam, machte den Eindruck, dass auch er nicht unbedingt wirklich begriffen hat, was das momentane Hauptproblem des Radverkehrs eigentlich ist. Die AZ hat auch hierüber berichtet. Ich saß selbst mit im Publikum und weiß daher, dass man nichts falsch aufgefasst hatte oder so, das fand wirklich so statt. Da fielen u. A. auch so Aussagen wie

In seiner Vision sollen die beiden Verkehrsmittel vernetzt werden, und das am besten „selbsterklärend“.

Das soll er mal den Planern hier erklären. Das was die hier oftmals anzetteln, wird nicht mal von einem Juristen mehr richtig verstanden. Ein Punkt, bei dem ich jedes mal aufs neue Lachen muss, ist dieser:

Kaulen sprach unter anderem von Fahrradschnellwegen

Iss klar. Selbst im Radverkehrsplan von Freiburg steht drin, dass man sich bewusst ist, dass das Konzept meistens kaum umsetzbar ist. Für diejenigen, die noch nicht wissen, was ein Fahrradschnellweg sein soll: Das sind Radwege, die so gestaltet sein sollen, dass Radfahrer schnell, möglichst ohne unnötige Anstrengungen und vor allem vorrangig fahren und auch untereinander überholen können. Am nächsten käme dem noch ein Radweg an einer Landstraße heran, wenn er echt breit und vom Belag her gut gestaltet wäre. Der Witz ist nur: In der Stadt ist so eine Führung nur sehr schwer zu etablieren. Der Knaller daran ist nur: Alle diese Anforderungen werden von einem Konstrukt abgedeckt, das schon seit vielen Jahrzehnten in Deutschland flächendeckend eingesetzt wird: Die Fahrbahn. Man fragt sich irgendwo schon, was der Unfug soll, inbesondere wenn man sich die tatsächliche Umsetzbarkeit ansieht. Auch eine tolle Aussage vom Herrn Kaulen:

„Man muss gute Verbindungen für Radfahrer auch noch besser darstellen, etwa im Internet.“

Also ich kenne jede Menge sehr gute Verbindungen, die man mir aber verbietet und mich stattdessen auf irgendwelche anderen, ziemlich miesen Verbindungen verweist. Und das ganz ohne Internet. Vielleicht sollte man zuerst mal überlegen, was in der Realität falsch läuft, bevor man sich mit solchen Nebenkriegsschauplätzen beschäftigt. Was mich an dem AZ-Artikel aber ein wenig geärgert hat ist folgender Abschnitt:

Die Stadt setzt dabei auf die Mitarbeit der Bürger, sagte Baureferent Gerd Merkle. Im Februar ist eine Veranstaltung geplant.

Dass das der 3. Februar ist, das war dann wohl wieder ein bisschen zu viel Info. Am Schluss kommen wieder "Irritationen" auf, weil dieses Bürger-Volk doch tatsächlich wirklich mit machen will... Noch ein kleines Schmankerl aus diesem Artikel hinterher, zum Thema Grottenau:

Und auch für den Bau von Radstreifen sind jetzt 1,1 Millionen Euro statt 400000 Euro beantragt. Damit könnte die Ost-West-Achse zwischen Kennedyplatz und Karolinenstraße auch im Süden vollendet werden.

1,1 Millionen für Projekte, die objektiv keine Verbesserung in der Verkehrssicherheit bewirken werden. Mir wird schlecht. Alleine was man mit dem vielen Geld alles an wirklich nützlichen Dingen finanzieren könnte, z. B. Fahrkurse für unsichere Radfahrer, oder Aufklärungskampagnen zur tatsächlichen Rechtslage. Aber lieber malt man Streifen auf den Boden, die zwar keine Probleme lösen, sich aber gut anfühlen.

Man lernt auch bei der Polizei nicht soo viel dazu

Und wo wir gerade beim Fühlen sind: Ich habe ja das Gefühl, dass diese Aktion nicht viel bringen wird. Es sollen die nächsten Wochen mal wieder verstärkt Schwerpunktkontrollen durchgeführt werden, diesmal mit dem Ziel, Radfahrer zu erwischen. Interessanterweise steht diesmal aber nicht dabei, wo und wann genau sie rumstehen werden. Warum eigentlich nicht? Bei den deutlich gefährlicheren Verkehrsteilnehmern war das offenbar vertretbar, aber beim Radverkehr nicht? Unverständlich. Außerdem: Im Sommer hätte man doch deutlich mehr Leute ansprechen können, als jetzt im Spätherbst. Zum Anderen denke ich, dass sich derselbe Effekt einstellen wird, wie bei den Autofahrern:

Der Blitzmarathon scheint bei vielen nicht mehr präsent zu sein. Die Zahl der Beanstandungen sei in Nordschwaben nämlich wieder so hoch wie vor dem Blitzmarathon.

Das hat man vorher schon gewusst, aber beim Radverkehr hofft man auf ein mal, dass alles gaaanz anders wird. Wie wäre es denn stattdessen mal mit kontinuierlichen Kontrollen die auch tatsächliche Aufklärung zum Ziel haben, auch und gerade da, wo man sonst nie kontrolliert? Ich würde ja empfehlen, die Million, die man hat, sinnvoller einzusetzen, als gegen ein ominöses unwohles Gefühl, um dann tatsächlich doch wieder in der Autotür zu landen. Aber ich bin ja nur ein Bürger der für Irritationen sorgt, was weiß ich schon...

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