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12.07.2010

Das letzte Abenteuer der Menschheit

Nach 46 Tagen Südtirol (WM-Vorbereitung) und Südafrika geht es für den WM-Berichterstatter wieder nach Hause. Die meisten Kollegen sind bereits am Sonntag mit der Mannschaft abgereist. Dem Sog, den das Wort Heimreise ausgelöst hat, konnte am Ende kaum noch einer widerstehen. Die Journalisten sind sich einig, dass sie eine begeisternde WM erlebt haben, mit herrlichen Stadien, angenehmen Menschen, einer entspannten, heiteren Atmosphäre - alles hervorragend organisiert. Vor der Heimreisen haben etliche noch ein wenig in ihr äußeres Erscheinungsbild investiert. Sie sind zum Friseur gegangen. Nun ist ein Friseur-Termin für ein Journalisten im galoppierenden Alter bei gleichzeitig zurückweichendem Resthaar in der Regel keine aufregende Sache. Was soll da schon passieren, denkt man und lässt sich entspannt im Friseursessel nieder. So begann dann unser letztes WM-Abenteuer. Keine Ahnung was unser Friseur von Beruf war. Wir vermuten Elektriker. Als er das Haarschneidegerät anwarf scheppert und krachte die Maschine, dass es einen Angst werden konnte. Bald darauf sprühte sie Funken. Freundlich haben wir zuerst darauf hingewiesen, dass gerade ein Friseur-Leben in Gefahr sein, angehängt daran auch ein Journalistenleben. "Wait a minute" bat der Elektriker-Friseur, der aus Ghana stammte. Wir hofften, er würde seine Höllenmaschine gegen einen neuen Haarschneider austauschen. Aber unser Freund kehrte mit einer Werkzeugtasche zurück. In aller Ruhe zerlegte er den Schneider, isolierte die Kabel neu, schraubte alles wieder zusammen, und begann wieder zu schneiden. "Sounds good", grinste er zufrieden, als die Maschine geschmeidig brummte. Mit "Sounds good" könnten die gesamten fünf Wochen Südafrika beschrieben werden. Vieles davon werden wir noch einige Zeit im Ohr haben. Das African-Englisch der Schwarzen, Zulu und Xkosha, ihre Stammessprachen, von denen es ein knappes Dutzend gibt. Das ferne Brummen der Vuvuzelas (vom nahen Brummen möge uns ein gnädiges Schicksal verschonen), die Ruhe ums deutsche Quartier im Niemandsland vor den Toren Pretorias und am Ende das gleichmäßige Surren eines Haarschneidegerätes. Sounds good. Für einen Elektriker hat unser Friseur übrigens ordentlich geschnitten.

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