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22.01.2018

Rückpass: Der Alltag ist beim FCA zurück

Die Bundesliga präsentiert nur Durchschnitt – Wieder ein Rekord der Bayern

Hallo Fußball-Freunde,

es ist viel los in der Bundesliga, aber eigentlich ist mit der Bundesliga nicht viel los. Ersteres weist auf das Geschehen abseits vom Platz hin, das Zweite das sportliche Geschehen, denn parallel zu den Enttäuschungen in Europa zeigt sich leider mit einem Blick auf die Tabelle: Die Bundesliga ist nur Durchschnitt. Ein Hauch von Enttäuschung auch in Augsburg nach dem 0:2 in Gladbach: Von Europa redet zunächst keiner mehr, der Alltag ist beim FCA zurück. Anders beim Nachbar München: 4:2 gegen Bremen (Werders 600. Bundesliga-Niederlage) und wieder ein neuer Rekord, 16 Punkte Vorsprung nach 19 Spieltagen gab es noch nie (2014 waren die Bayern 13 Zähler vorn).

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Die Bayern können sich auf 16 Punkten Vorsprung ausruhen, weil es einfach keine ernsthafte Konkurrenz gibt. Wieder punkteten die ersten Verfolger nicht voll, die hinteren Mannschaften rückten auf und hinter dem Tabellenführer zeigt sich schon ein Mittelfeld von sage und schreibe elf Mannschaften, wenn man den SC Freiburg dazu nimmt, der sieben Punkte Abstand ebenso zu Europa hat wie zur Relegation! Ausgeglichenheit ist Trumpf, zeigt aber auch, dass es neben den Bayern keine überragende Mannschaft gibt. Und mittendrin der FCA, der wie die anderen auch, einmal überzeugt, dann enttäuscht und eben mitschwimmt. Der Erfolg: Abstiegsgefahr besteht nicht, ein Platz für die Champions League ist immer noch nur vier Punkte entfernt.

Und dennoch war einiges los in Augsburg. So verkleinerte Manager Stefan Reuter den Kader, was ja notwendig war, einige Spieler sollen sich von der 2. Liga bis nach England Spielpraxis holen. Ein hoffnungsvolles Talent wurde aber verkauft. Dass Erik Thommy ganz abgegeben wurde, verstehen viele nicht. Der Stürmer soll beim VfB Stuttgart Torjäger Mario Gomez unterstützen, hätte aber auch beim FCA eine Zukunft haben können. In Gladbach ging ja einiges schief. Alfred Finnbogason spielte zu früh, was deutlich zu sehen war, Philipp Max verpasste anschließend wegen der Dopingkontrolle den Rückflug, so wie er auch das Spiel ein bisschen verpasst hat. Er hätte ja gleich im Rheinland bleiben können, denn der FCA muss am Samstag zu Schlusslicht Köln. Nur eine zeigte ein Herz für den FCA, Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus war zweimal sehr großzügig.

Noch mehr als in Augsburg tut sich ansonsten in der Bundesliga. In Hamburg musste erwartungsgemäß Trainer Markus Gisdol nach dem 0:2 gegen Schlusslicht Köln gehen. Trainerwechsel sind bekanntlich immer der letzte Strohhalm, Bernd Hollerbach soll es nun richten oder den HSV notfalls in einem Jahr von der zweiten Liga wieder zurückführen. In Köln gibt es wieder Hoffnung nach drei Siegen in Folge, der FCA muss zur Mannschaft der Stunde. Auftakt von einem Triple an schweren Aufgaben, dann kommt nämlich das auswärtsstarke Frankfurt in die WWK-Arena (Nummer 2 hinter den Bayern) und dann geht es nach Leipzig. Wo finden wir den FCA danach in der Tabelle?

Viel los ist vor allem in Dortmund, wo es nach dem unwürdigen Abgang von Dembele nach Barcelona erneut Ärger mit einem Spieler gibt. Torjäger Aubameyang streikt zwar nicht offen, zeigt aber seinen Missmut und Wechselwillen (zu Arsenal London) mit schwachen Trainingsleistungen. Wie die Mannschaft spielt, interessiert ihn nicht, er geht lieber seinen eigenen Vergnügungen nach. Der Verein ist machtlos, was deutlich den Sittenverfall in der Bundesliga aufzeigt. Hier muss endlich ein Zeichen gesetzt werden, Vereine auf Geld verzichten und Streikende lieber auf die Tribüne setzen, nur so kann diesem Treiben Einhalt geboten werden. Nur Robert Lewandowski kann sich freuen, er hat keinen ernsthaften Konkurrenten mehr im Kampf um die Torjägerkanone. Erster Verfolger bei Aubas Abgang wäre Alfred Finnbogáson mit elf Toren (Lewandowski 17). Apropos Torjäger: In Stuttgart müsste eigentlich der Baum brennen, dass man Simon Terodde hat gehen lassen, der zeigt in Köln, dass er auch in der Bundesliga treffen kann und ist nun die große Hoffnung am Rhein. Finnbagoson kann ihm am Samstag zeigen, dass er der bessere Torjäger ist.

Der FC Bayern hat nicht nur einen Torjäger, Thomas Müller hat im Zusammenspiel mit Lewandowski seine alte Torgefährlichkeit wieder gefunden. Sein Doppelpack gegen Bremen bedeutete seinen 100. Bundesliga-Treffer, außerdem stehen 104 Assists in seinem Rekordbuch. Zweimal dreistellig in der Bundesliga schaffte sonst nur Andreas Möller (110/109), das wird Müller sicherlich noch überbieten. Die Torejagd soll am Samstag gegen Hoffenheim weitergehen, denn da steht eine Revanche an, in der Hinrunde gab es damals die erste Saisonniederlage für die Bayern.

Abseits der Bundesliga gibt es am Mittwoch noch einen interessanten Termin. In Lausanne wird um 12.00 Uhr die neue Nations League ausgelost, das neueste Kind der UEFA, quasi Länderspiele, die als Freundschaftsspiele keinen mehr hinter dem Ofen hervorholen, als hochoffiziellen Wettbewerb getarnt. 55 Nationen spielen leistungsmäßig eingeteilt in vier Ligen, ein Aufstieg ist am Ende möglich. Jeweils wird in vier Gruppen gespielt, danach gibt es Play-offs und eine Endrunde von vier Mannschaften. Weltmeister Deutschland ist natürlich in League A gesetzt, zusammen mit Portugal, Belgien und Spanien in Topf 1, danach Frankreich, England, Schweiz und Italien in Topf 2, Polen, Island, Kroatien und die Niederlande in Topf 3. Gespielt wird im September, Oktober und November. Mal sehen, ob der neue Wettbewerb bei den Fans ankommt. Die UEFA verspricht sich vor allem eins: Noch mehr Geld.

Interessant auf  www.Sport-Grantler.com über Gerichtsurteile "Zwei Siege für den Sport".

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