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26.12.2017

Rückpass: Der FCA ist die Überraschung der Saison

Das Problem: Gehen Spieler schon im Winter? – Glückliche Bayern

Hallo Fußball-Freunde,

hoffentlich habt Ihr alle schöne Weihnachten gefeiert und die Bescherung ist gut ausgefallen. Zum Durchschnaufen in der kurzen Winterpause der Bundesliga ein kleiner Rückblick. Da wird deutlich, nicht alle werden frohe Weihnachten gefeiert haben, der FCA und die Bayern allerdings schon. Überhaupt der FCA: Der war bisher die Überraschung der Saison!

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Keine andere Mannschaft hat die Erwartungen so weit übertroffen wie die Augsburger. Vom Abstiegskandidaten zum Anwärter auf einen Platz für die europäischen Wettbewerbe, das sind tatsächlich zwei Welten. Platz 9 mit 24 Punkten, neun Zähler Abstand zum Relegationsplatz (Werder Bremen), nur vier zu Rang 6 und damit Europa League (Gladbach). Rückblick im Rückpass: Vor einem Jahr war der FCA 13. mit 18 Punkten, nur fünf Abstand zur Relegation, aber elf zu Rang sechs. Neunter war übrigens der SC Freiburg, der nach 34 Spieltagen Siebter war und die Qualifikation zur Europa League spielen durfte, dort aber krachend scheiterte. Die FCA-Macher könnten sich also beruhigt zurücklehnen. Könnten!

Der Erfolg weckt bekanntlich Begehrlichkeiten. Die glänzende Vorrunde lag an den glänzenden Vorstellungen einiger Spieler, die damit aber auch in den Blickpunkt anderer Vereine rückten. Das Problem: Gehen einige schon im Winter? „Sie haben alle Verträge“, beruhigt Manager Stefan Reuter. Doch wo liegt die Schmerzgrenze, wenn Anfragen kommen? Am Ende hat der FCA mehr Geld aber keinen Platz mehr im Mittelfeld. In den Fokus gerückt sind vor allem die Außenverteidiger Philipp Max und Daniel Opare. Max zeigt zwar defensive Schwächen, aber der beste Vorlagengeber der Bundesliga macht eben europaweit auf sich aufmerksam, ebenso wie Opare mit seiner Offensivpower. Aber auch die Skorerkönige Michael Gregoritsch und Alfred Finnbogason stehen in vielen Notizbüchern. Das Bangen gilt sowohl im Winter als auch später im Sommer. Hoffentlich heißt es am Ende nach Weihnachten nicht „eine schöne Bescherung“, wenn Stars abwandern.

Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass kein anderer Verein so über den Erwartungen lag wie der FCA. Zufrieden waren sie auf Schalke (Rang 2), Leverkusen (4.), Gladbach (6.), Frankfurt (8.) und auch Hannover (11.). Hertha (10.) und Freiburg (13.) haben mit einem Endspurt noch für Beruhigung gesorgt. Vor allem in Gelsenkirchen gab es frohe Weihnachten, weil man endlich wieder einmal vor dem großen Konkurrenten Dortmund (3.) landete. In Dortmund, Leipzig und Hoffenheim steht die Rückrunde im Blickpunkt, da soll verlorener Boden aufgeholt werden, gerade Dortmund und Leipzig wollen wieder in die Champions League. Die Frage ist auch, ob Schalke, Leverkusen und Gladbach durchhalten. Die Leverkusener stehen gleich zum Rückrunden-Auftakt am 12. Januar vor der größten Hürde: Bayern München.

Die Bayern waren am Ende der Vorrunde glücklich. Boss Karl-Heinz Rummenigge schwärmte noch einmal in den höchsten Tönen von Trainer Jupp Heynckes, der nach dem Ancelotti-Crash den Kurswechsel schaffte. Da träumten alle unter dem Christbaum vom Triple, mit dem sich Heynckes 2013 bekanntlich verabschiedet hatte. Mit Dortmund wurde ja im Pokal eine Hürde übersprungen, doch international sind die Hürden weit höher. So zeigten zum Beispiel Real Madrid und der FC Barcelona im spanischen Derby klasse Leistungen und Barcelona meldete sich mit dem 3:0-Sieg als Größe in Europa zurück und beherrscht „La Liga“ mit neun Punkten Vorsprung vor Atletico Madrid fast so wie die Bayern die Bundesliga. Also: Barca, Real, Paris und Manchester City sind die höchsten Hürden in Europa, da wäre das Halbfinale schon ein Erfolg für die Münchner.

Die Bayern haben zumindest nicht die Sorgen der FCA-Macher, dass Spieler aktuell abwandern wollen. Eher gibt es die Sorgen, ob in den wichtigen Duellen die besten Spieler auf dem Platz stehen können. So ist auch die Verpflichtung von Nationalspieler Sandro Wagner als Backup für Lewandowski zu verstehen. Vor allem die Flügelzangen Ribery/Robben sind verletzungsanfällig. Gut, Coman zeigt jetzt sein Talent, doch ein Robben-Ersatz fehlt. Da könnte für die Bayern auch Leverkusens Flügelflitzer Bailey interessant sein, nach dem ja auch englische Klubs schon die Fühler ausgestreckt haben. Das wäre eine neue, schnelle und junge Flügelzange. Und dann bleibt noch die Frage: Was wird mit Manuel Neuer? Die Verletzung gibt Rätsel auf, es gibt Stimmen, die schon von einem Karriere-Ende sprechen.

Alle anderen Vereine in der Bundesliga haben mehr oder weniger große Sorgen. Vor allem in Wolfsburg (12.) hat man sich mehr erwartet, in Stuttgart und Mainz war man lange Zeit zufrieden, am Ende aber nicht mehr, jetzt befinden sich beide Klubs mitten im Abstiegskampf. Immerhin gab es bei ihnen noch keinen Trainerwechsel. Beim HSV hält man trotz Abstiegsplatz 17 noch an Markus Gisdol fest. Bis zum Ende? Werder Bremen holte sich mit Florian Kohfeldt neuen Schwung, so dass die Klubs davor zittern müssen. Ja, und der 1. FC Köln ist auf einen guten Abschied bedacht. Totgesagte leben zwar bekanntlich länger, aber ein Klassenerhalt wäre eines der größten Wunder in der Bundesliga.

Wir sehen also, nicht überall wird eine gemütliche Weihnachtsruhe geherrscht haben, in dieser Woche beginnen manche Klubs auch schon wieder mit der Vorbereitung auf die Rückrunde. Denn sie wissen: Die wird es in sich haben!

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29.12.2017

Gisdol könnte es schon nach dem 1. Spieltag der Rückrunde erwischen, je nachdem wie der HSV in Augsburg auftritt.

Bevor aber aus dem Stamm Spieler abgegeben werden, sollten uns doch einige der Spieler verlassen, die absolut keine Chance auf Einsätze haben. Eine Verschlankung um 5 Spieler könnte nicht schaden.

Bei allen hochfliegenden Träumen, zunächst sollte man sich um die 40 Punkte kümmern, also so schnell wie möglich die noch fehlenden 16 Punkte holen.

Danach kann man immer noch die Ziele ändern.

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