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15.01.2018

Rückpass: Ein Zeichen von den Bayern und vom FCA

Start ohne Schwächen – Diskussion in Augsburg um Europa

Hallo Fußball-Freunde,

die Konkurrenz wird enttäuscht sein. Wer gehofft hatte, dass die Bayern angesichts ihres klaren Vorsprungs die Rückrunde der Bundesliga nicht mit dem nötigen Ehrgeiz angehen, sah sich ebenso eines Besseren belehrt wie diejenigen, die eine Schwächephase des FCA im zweiten Teil der Meisterschaft erwarteten. Pustekuchen! Beide Klubs haben ein Zeichen gesetzt, nach dem Motto „wir sind da, wir bleiben dran“!

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In Augsburg traut man sich aber noch nicht, in die Offensive zu gehen. So gibt es eine Diskrepanz zwischen Mannschaft und Vereinsführung auf der einen und den Fans auf der anderen Seite. Die Fans haben zwar zum Teil Angst vor Europa, weil die zusätzliche Belastung die Mannschat eben überfordern könnte, andererseits fordern sie Leistungen ein, die dem Tabellenplatz entsprechen sollen. Sonst würden sie nämlich nicht gleich murren, wenn einmal etwas nicht gelingt. Allerdings sollten sie bedenken, „nobody is perfect“ und Perfektion sollte man vom aufstrebenden FCA (noch?) nicht erwarten.

Auf der anderen Seite stehen Spieler und Manager und dämpfen die Erwartungen wo es geht. Nur nicht zu euphorisch sein, nicht den Boden unter den Füßen verlieren und dann doch noch einbrechen. Michael Gregoritsch wählt dafür die goldene Mitte, „erst mal 40 Punkte, dann sehen wir weiter“, also noch ein bisschen warten mit der Euphorie. Es würde dem FCA aber auch gut tun, wenn eine Portion als Selbstbewusstsein nach außen transportieren würde, gemäß dem Bayern-Motto „mia san mia“. Schließlich hieß es auch „Traumtor Richtung Europa“ über Koos Siegtreffer gegen den HSV. Platz sieben punktgleich mit Hoffenheim und nur vier Zähler hinter dem Tabellenzweiten Leipzig sprechen eine deutliche Sprache. So gibt es auch am Samstag in Mönchengladbach (28 Punkte) eine wichtige Partie im Kampf um einen Platz für Europa. Da könnte der FCA wieder mit seinem gefährlichen Umschaltspiel glänzen - und dann nicht von Europa reden!

In Augsburg macht man sich vielleicht Schwierigkeiten wo gar keine sind. Das sieht bei anderen Klubs anders aus. In Dortmund zum Beispiel, wo Torjäger Aubameyang erneut über die Stränge schlug und suspendiert wurde. Seine Tore fehlten dann beim 0:0 gegen Wolfsburg. Da liegt es wirklich nahe, dass der undisziplinierte Stürmer lieber abgeben wird, er stiftet Unruhe und gefährdet damit auch den Erfolg. Ruhe erhofft sich Leipzig, das mit einem Machtwort vorzeitige Wechselgelüste ihres Stars Keita nach Liverpool beendet hat.

Interessant wird es auch wieder am Tabellenende. Mit einem Treffer in der letzten Sekunde machte Schlusslicht Köln das Geschehen unten wieder spannend und sorgte für neue Unruhe in Hamburg. Der Spielplan will es so, dass beide Teams am Samstag in Hamburg aufeinandertreffen, gewinnt Köln und schafft damit den Anschluss, werden beim HSV die Fetzen fliegen – und wahrscheinlich auch Trainer Markus Gisdol. Es scheint beim Bundesliga-Dino das letzte Stündlein geschlagen zu haben, wer nämlich immer am Rande des Abstiegs wandelt, steigt am Ende irgendwann wirklich ab. Ein zweites Kellerduell gibt es übrigens noch mit Mainz gegen Stuttgart. Lustig: Der Ex-Stuttgarter Terodde, der dort nicht traf, war der Held in Köln, Rückkehrer Mario Gomez der Held in Stuttgart, die Wechsel haben sich also gelohnt.

Unruhe gibt es sogar bei den Bayern auch nach dem 3:1-Sieg in Leverkusen mit einem Zaubertreffer von James. Allerdings ist die Unruhe eher positiver Natur, denn die Punktausbeute stimmt ja. Aber die Weichenstellung für die Zukunft sorgt für Unsicherheit, was wird mit Ribery und Robben und wie wird die Trainerfrage gelöst. Die Bayern-Bosse Rummenigge und Hoeneß umgarnen Jupp Heynckes und wollen ihn überreden, noch ein Jahr weiterzumachen. Wie sich der bald 73-jährige am Ende wirklich entscheidet, weiß keiner. Heynckes äußert sich dazu nicht mehr, verweist auf die Abmachung seiner Arbeit bis zum Sommer. Aber vielleicht hat er wirklich wieder Gefallen gefunden, fühlt sich wohl, hat den nötigen Ehrgeiz und hängt in Absprache mit Frau und Hund noch ein Jahr dran. Alle Spekulationen sind sinnlos, die Entscheidung trifft letztendlich nur Jupp Heynckes selbst.

Darüber, was bei den Bayern passieren könnte, wird auch auf  www.Sport-Grantler.com  spekuliert: Bayerns Angst vor der Zukunft.

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