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07.08.2017

Rückpass: FCA und Bayern setzen Zeichen

Die Wechselspielchen sind vorbei – Nun der DFB-Pokal: Frust oder Hoffnung?

Hallo Fußball-Freunde,

die Zeit ist gekommen, die Sommerpause gehört endgültig der Vergangenheit an, jetzt wird es auch für die Bundesligisten ernst, nämlich im DFB-Pokal. Die Wechselspielchen in der Vorbereitungszeit sind vorbei, wobei sich der Bayernfan schon fragt, ob massenhafte Wechsel Spieler und Trainern wirklich etwas bringen. Schön anzuschauen sind diese Spiele nicht. Egal, zum Glück haben der FCA und der FC Bayern ihren Fans in diesen Tagen das Gefühl gegeben, dass man einigermaßen hoffnungsvoll in die neue Saison starten kann. Beide Teams setzten Zeichen, vor allem an die Konkurrenz. Die Bayern meldeten sich als Sieger-Team zurück und gewannen (schon wieder mit dem legendären Bayern-Dusel?) den ersten Pokal, der FCA legte auf seiner England-Reise Ehre für die Bundesliga ein und das 4:0 von Southampton macht Mut.

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Aber noch gibt es etwas Unruhe in beiden Vereinen, alle Personalien sind noch nicht geklärt, die Wechselfrist läuft auch noch bis zum 31. August. Bei Bayern wird es keine Überraschungen mehr geben, die einzige offene Frage ist, ob Renato Sanches geht oder nicht. Der Portugiese hat sein Potential zumindest angedeutet, wirkt im Team allerdings weiterhin als Fremdkörper.

Alles andere als ein Fremdkörper war Paul Verhaegh beim FCA. Dem Holländer darf man glauben, dass er zum Ende der Karriere einfach noch einmal etwas anderes machen wollte und in Wolfsburg reizt ihn neben mehr Gehalt sicherlich auch eine sportlich bessere Zukunft. Wobei das nicht sicher ist, Wolfsburg muss einen Umbruch verkraften, außerdem ist Verhaegh zunächst mal eher der Notnagel als Rechtsverteidiger nach Verletzungen der dafür vorgesehenen Spieler. Wie wird es dann in ein paar Monaten ausschauen? In Augsburg wünschen ihm wahrscheinlich alle auch alles Gute. Abgänge stehen aber weiter im Raum, die Namen Marwin Hitz und Raul Bobadilla geistern als Wechselkandidaten nach wie vor durch die Gazetten, diese Wechselspielchen sind noch nicht vorbei. Andererseits wäre es keine Überraschung, wenn der Ex-Stuttgarter Florian Klein als Verhaegh-Ersatz käme und die Österreicher-Kolonie verstärken würde.

Jetzt aber erst einmal der DFB-Pokal. Er wiederum setzt bei allen Bundesligisten, für die es ja der erste Ernstfall ist, auch ein Zeichen: Gibt es Frust oder Hoffnung vor dem Start der Bundesliga? Frust lernte der FCA in der Saison 2014/15 kennen, als er in der ersten Runde beim 1. FC Magdeburg mit 0:1 unterlag und ausschied. Das soll sich nicht wiederholen, nachdem die Auslosung die Chance zur Revanche bietet. Aber Vorsicht, Magdeburg hat in der 3. Liga schon vier Spiele hinter sich und ist nach drei Siegen und einer Niederlage Sechster. Die Generalprobe gelang mit einem 2:1 gegen Zweitliga-Absteiger Kickers Würzburg. Der FCA muss am Sonntag (18.30 Uhr) wohl einen Abwehrriegel knacken, um weiter von einem Pokalwettbewerb wie 2010 zu träumen, als die Augsburger sogar ins Halbfinale einzogen (0:2 gegen Werder Bremen). Für die Erfüllung dieses Traums ist ein Sieg ebenso notwendig wie eine glückliche Auslosung, die in den letzten Jahren immer wieder Bayern München als Gegner und das Ende brachte.

Die Bayern selbst haben es auch mit einem Drittligisten aus dem Osten zu tun, am Samstag (15.30 Uhr) mit dem Chemnitzer FC, der bisher allerdings nur einen Sieg zustande brachte. Die Münchner haben sich im Supercup mit dem Kopf selbst aus dem Sumpf gezogen und die Vorbereitungskrise beendet. Das 2:2 gegen Dortmund und der Sieg im Elfmeterschießen bewiesen, dass die Ancelotti-Schützlinge doch nicht alles verlernt haben. Selten wurde ein Sieg im Supercup so gefeiert, da war doch eine gehörige Portion Unsicherheit vorher da. Jetzt sollte es keine Überheblichkeit geben, übrigens das größte Problem der Bundeslgisten und für die Fans immer wieder die Frage: Wer von den Erstligisten scheitert?

Eine seltsame Konstellation beim Meister, dass Spieler und Trainer froh sind, endlich einmal normale Wochen zu haben und ausgiebig trainieren zu können. „Ende August werden wir dann wohl richtig in Form sein“, heißt es, nach dem Motto, rechtzeitig vor der Champions League. Der schmale Kader bleibt eine Gefahr, mit Neuer und Robben ist erst zum Bundesliga-Start zu rechnen, Boateng fällt wohl wie Bernat und James noch länger aus, bei Alaba und dem am Samstag verletzten Martinez gibt es noch Fragezeichen um die Dauer des Ausfalls. Einzig Thiago könnte wieder die Regie im Mittelfeld übernehmen. Aber die Hoffenheimer Süle und vor allem Rudy zeigten sich schon als sinnvolle Ergänzungen des Kaders.

Unruhe gibt es auch rund um die Mannschaft, denn Talente-Entdecker Michael Reschke hat den Verein Richtung VfB Stuttgart verlassen. Angeblich sucht er eine neue Herausforderung und verdient natürlich mehr. Der Technische Direktor ist also weg, wie man lesen kann, hat sich der neue Sportdirektor Hasan Salihamidzic mit Verve in sein neues Aufgabengebiet gestürzt, ist früh der Erste der kommt, am Abend der Letzte der geht und hat schon für mehr Disziplin im Team gesorgt. „Ich werde fleißig sein“, verspricht er, doch das allein wird bei einem Verein wie dem FC Bayern München nicht reichen.

Aber nicht der Bundesliga gehörten in diesen Tagen die Schlagzeilen, sondern vor allem dem teuersten Wechsel des Fußballs und ein bisschen auch den Frauen bei der Europameisterschaft. Mit den Niederlanden gab es einen neuen Europameister und einen würdigen Nachfolger von Deutschland. Die Niederländerinnen um die bisherige Bayern-Torjäger Miedema zeigten die Begeisterung und Spielfreude, die wir bei den deutschen Mädchen vermisst hatten.

Spielfreude erhoffen sie sich bei Paris St. Germain vom neuen Superstar, dem Brasilianer Neymar, der an der Seine aus dem Schatten von Messi und Cristiano Ronaldo treten will. Mit der Rekord-Ablöse von 222 Millionen Euro hat er es bereits getan. Jetzt müssen die Verbände nur noch klären, wie sich das mit den Regeln des Financial Fairplay vereinbaren lässt. Ob den Scheichs Einhalt geboten werden kann? Und Dortmund bangt angesichts des Geldregens für den FC Barcelona um Talent Dembele. Der junge Franzose sagte bereits „in Barcelona möchte ich einmal spielen“. Na, dann… Zu diesem Thema lesen auf  www.Sport-Grantler.com  „222 Millionen Euro für Neymar: Ein Anschlag auf den Fußball!“

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