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20.11.2017

Rückpass: Heynckes und die Lust am Siegen

Wieder einmal: Weichenstellung für FCA – Ruhrpott-Derby unter neuen Vorzeichen

Hallo Fußball-Freunde,

das Wunder ist nicht geschehen, der FCA konnte die Erfolgsserie der Bayern und ihres Trainers Jupp Heynckes nicht stoppen. Ganz im Gegenteil, die Augsburger durften als Gratulanten antreten: Heynckes feierte seinen 500. Bundesliga-Sieg als Spieler und Trainer. Heynckes und die Lust am Siegen – niemand war erfolgreicher. Nebenbei: Mit 220 Treffern liegt er auch auf Rang drei der ewigen Torjägerliste hinter Gerd Müller (365) und Klaus Fischer (268). Gefeiert hat er sein Jubiläum dem Vernehmen nach nicht, er ging zur Tagesordnung über, stehen doch weiterhin große Aufgaben für die Bayern an.

Der FCA muss sich nicht grämen, Trainer Manuel Baum verriet auch, dass es in der zweiten Halbzeit nur noch um Schadensbegrenzung ging. Die Augsburger haben sich ja lange Zeit gut aus der Affäre gezogen, doch es zieht sich schon durch die ganze Saison: Irgendeiner macht einen entscheidenden Fehler und leitet damit eine Niederlage ein. Diesmal war es Caiuby, der ja lobenswert nach hinten arbeitet, aber beim 0:2 leichtsinnig den Ball vertändelte. Aber die Bayern sind ja nicht die Kragenweite des FCA, dies ist eher schon der nächste Gegner VfL Wolfsburg.

Aufmerksam werden die Augsburger das Geschehen in den unteren Tabellenregionen verfolgen, wo Werder Bremen überhaupt seinen ersten Sieg holte, ebenso wie der neue Wolfsburger Trainer Martin Schmidt nach sieben Unentschieden. Er ist mit dem VfL also noch ungeschlagen und möchte weiter nach oben. Der FCA kann (muss?) das verhindern. Wieder einmal also ein Spiel mit Weichenstellung: Der FCA kann einen Konkurrent auf Distanz halten, muss bei einer Niederlage aber wieder stärker nach unten schauen. Noch aber sind es weiterhin acht Punkte Abstand zum Relegationsplatz, den jetzt Werder Bremen einnimmt. Freiburg und das leidgeprüfte Köln machen dagegen den Eindruck, als würden sie sich als die zwei Absteiger bewerben.

Die Bayern lieferten wieder einmal abseits des Spieles für Gesprächsstoff. So Torjäger Robert Lewandowski, der überraschend kundtat, dass ein weiterer Stürmer gut wäre, weil er nicht alle Spiele über die volle Distanz bestreiten könne. Das klang bisher anders, da war er über eine Auswechslung beleidigt und sah seine Chancen, die Torjägerkanone zu ergattern, geschmälert. Scheinbar hat er nach einer Phase der Müdigkeit erkannt, dass mehr Frische auch mehr Tore bedeutet. Der FCA wiederum meint wohl, das hätte nicht sein müssen.

Lewandowski brachte einen jungen Mann als Back-up ins Gespräch, doch das ist der Hoffenheimer Sandro Wagner mit 29 Jahren nicht. Dass der frischgebackene Torjäger der Nationalmannschaft an einen Wechsel denkt, überrascht ein bisschen, denn er könnte bei zu wenigen Einsätzen bei den Bayern seinen Platz im WM-Team verlieren. Andererseits wird er sich bei Bundestrainer Joachim Löw erkundigt haben, wie der einen möglichen Wechsel sieht. Der Reiz für ihn: Seine Familie wohnt in München, er begann seine Karriere bei den Bayern und möchte sowieso irgendwann wieder nach München zurück. Aber es liegt an den Bayern, wie wichtig ihnen ein zweiter Mittelstürmer ist. Am Geld sollte es nicht scheitern, angeblich sind 15 Millionen Euro Ablösesumme aufgerufen. Die nächste Wechselfrist beginnt am 1. Januar 2018.

Zunächst sind die Bayern ebenso wie Dortmund, Leipzig, Hoffenheim, Köln und Hertha BSC auf Europas Bühne beschäftigt. Wieder einmal die Hoffnung, dass sich die deutschen Klubs nicht blamieren. Für die Bayern geht es in Anderlecht darum, die geringe Chance auf den Gruppensieg zu wahren, also mit einem Sieg dafür zu sorgen, dass das Rückspiel gegen Paris St. Germain zu einem Endspiel wird, beginnend bekanntlich mit einem 0:3-Rückstand. Mit der Europa League wird vor allem der 1. FC Köln nichts anfangen können, das Spiel gegen Arsenal London am Donnerstag passt dem Bundesliga-Schlusslicht wohl gar nicht in den Kram. Wichtiger ist das Spiel am Sonntag gegen Hertha. Die Kölner können einem leid tun, sie verlieren tapfer und müssen wie kein Verein Schiedsrichter-Fehlentscheidungen über sich ergehen. Und dies trotz Videobeweis, der wieder einmal versagt hat, ebenso wie Schiedsrichter Felix Brych, der immerhin WM-Kandidat ist. Seltsam, dass die Mainzer Schwalbe nicht erkannt wurde.

Bleiben wir beim Sport und da wird das ewige Ruhrpott-Derby besondern interessant. Erstmals seit zweieinhalb Jahren konnte sich Schalke 04 wieder vor dem Rivalen Borussia Dortmund platzieren. Schalke Zweiter, Dortmund Fünfter, fast eine Revolution. Die Borussen um Trainer Peter Bosz geben Rätsel auf und produzieren noch mehr Fehler als die Augsburger. Teilweise sogar in Slapstick-Manier. Jetzt noch eine Niederlage gegen Schalke (im Vorjahr zweimal Remis) und die Volksseele in Dortmund kocht. Da passt die Ansage von Schalkes Boss Clemens Tönnies im kicker: „Wir wollen Dortmund auf Dauer überholen“. Dortmund hat fünf Spiele nicht mehr gewonnen, Schalke unter Domenico Tedesco seit sechs Spielen nicht mehr verloren. Die Spannung könnte größer nicht sein.

Vielleicht für Augsburger Leser und Golf-Fans interessant: Eine Golf-Bilanz gibt es auf www.Sport-Grantler.com "Bernhard Langer und sonst nichts".

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