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27.06.2016

Rückpass: Ist Deutschland zu früh in Form?

Schlechteste EM aller Zeiten – Bayern-Talente sorgen für Furore

Hallo Fußball-Freunde,

das 3:0 der Löw-Schützlinge gegen die Slowakei darf bejubelt werden, aber der Bayernfan wird dennoch nachdenklich: Ist Deutschland bei dieser EM in Frankreich vielleicht zu früh in Form? Oder täuschen die dominanten Leistungen und durchaus beeindruckenden Kombinationen gegen Nordirland und die Slowakei, weil der Gegner einfach zu schwach war? Die Erfahrung bei Turnieren zeigt: Wer in relativ leichten Spielen auftrumpft, kommt bei entsprechender Gegenwehr nicht richtig in den Tritt. Jeder spricht jetzt natürlich davon, dass die dicken Brocken folgen, die möglichen Gegner sind aus dem „Who is Who“ des europäischen Fußballs: Italien, Spanien, England und Frankreich, wer auch immer, erst im Finale könnte ein Nobody der Gegner sein: Polen, Portugal, Belgien oder Wales. Eine seltsame Europameisterschaft.

„Der“ Mann im deutschen Team ist bisher sicherlich Abwehrrecke Jerome Boateng. Er machte zuletzt ja auch abseits (für ihn ungewollt) Schlagzeilen, zeigte sich als Führungspersönlichkeit neben dem Platz und geht auch auf dem Platz vorneweg. Besser geht es nicht! Passend dazu erzielte er sein erstes Länderspieltor. Abwehrspezialist und Torjäger in einem, allein kann er den Titel freilich auch nicht holen. Aber die Abwehr insgesamt lässt hoffen, noch kein Gegentor. Wir wissen: Titel gewinnt man in der Defensive. Das sind wiederum gute Voraussetzungen in den Duellen mit den dicken Brocken. Drei Spiele noch bis zum Titel!

Boateng ist nicht der einzige Spieler des FC Bayern, der für Furore sorgt. Auffallend, dass ausgerechnet drei Bayern-Talente ihren Teams neuen Schwung gaben. Gerade bei der Nachwuchsarbeit wollen sich die Bayern künftig verbessern und auch wieder einmal deutsche Nationalspieler herausbringen. Jetzt schmücken sie sich bei den Talenten mit fremden Federn, einer kommt ja auch erst zur neuen Saison. Dieser 18jährige Renato Sanches macht aber im Dress von Portugal auf sich aufmerksam, er sorgte dafür, dass Portugal gegen Kroatien das Heft in die Hand nahm und er leitete auch das entscheidende Tor in der Verlängerung durch Quaresma ein. Die Bayern dürfen sich auf ihn freuen. Ähnlich war es bei Coman bei den Franzosen und Joshua Kimmich bei Deutschland. Als Coman auf das Feld kam, ging bei Frankreich die Post ab. Kimmich beeindruckte als rechter Verteidiger und wird sogar schon mit Philipp Lahm verglichen, dem weltweit besten Außenverteidiger in den letzten Jahren. Mal langsam! Erst einmal wird Bundestrainer Joachim Löw überlegen, ob Kimmichs Offensivstärke oder die Abwehrqualität von Höwedes gegen die dicken Brocken von Vorteil ist.

Bei der Europameisterschaft der Sicherheit könnten auch bei Jogi Löw die Gedanken der Sicherheit Vorrang haben. Aber die übertriebene Defensivtaktik in fast allen Spielen führte bisher dazu, dass wir (gefühlt) wohl die schlechteste EM aller Zeiten erleben müssen. Die wirklich guten Spiele sind an einer Hand abzuzählen (zweimal Deutschland dabei), nur die Spannung tröstet über fehlende Tore hinweg. Da kann es in den letzten sieben Spielen vom Viertelfinale bis Finale nur besser werden.

Ungeachtet dessen bleiben die TV-Einschaltquoten aber hoch. Das deutsche Spiel gegen die Slowakei sorgte mit 28,11 Millionen Zuschauern für einen neuen Rekord, im Viertelfinale am Samstag dürfte der Allzeit-Rekord (29,46 Mill.) gebrochen werden. 81,2 Prozent aller TV-Zuschauer sahen am Sonntag ab 18.00 Uhr Fußball! Gegen Nordirland am Dienstag waren es übrigens 25,48 Millionen (78,5 %), 12,59 Millionen sahen am Samstagabend Kroatien – Portugal, 11,3 waren es am Sonntag bei Ungarn – Belgien.

Die Welt ist nicht erschüttert, aber Argentinien schon: Lionel Messi hat nach dem 2:4 nach Elfmeterschießen gegen Chile im Finale der Copa America seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt gegeben. Ob diese Entscheidung für die Ewigkeit ist? Es kommt vielleicht auf die Überredungskünste an, wenn der Frust verdaut ist. Messi, an Siege beim FC Barcelona gewöhnt, kann die Nationalmannschaft einfach nicht auf Erfolgskurs bringen. Seit 23 Jahren warten sie in Argentinien jetzt schon auf einen großen Turniersieg! Und dann verschoss Messi auch noch den ersten Elfmeter – da liegt ein Rücktritt nahe! Ob ihm sein alter Kontrahent Cristiano Ronaldo folgt? Auch er wird bei der Nationalmannschaft Portugals nicht mit Erfolgen verwöhnt. Mal sehen, nach welcher Seite das Pendel jetzt bei der EM ausschlägt. Ronaldo könnte ja noch der große Held werden, ganz im Gegensatz zu Messi!

Lese-Tipp: „Brexit und der Sport“ heißt es auf  www.Sport-Grantler.com  – kommentiert werden die Folgen für den Sport, wenn England die EU verlässt.

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28.06.2016

Endspiel gegen Italien

Schade, dass die beiden bisher besten Mannschaften des Turniers bereits im Viertelfinale aufeinandertreffen. Deutschland - Italien ist das echte Endspiel! Leider auch mit schlechten Aussichten für Deutschland. Bei Turnieren gab es bisher acht Vergleiche - Deutschland gewann nie! Aber jede Serie geht einmal zu Ende - diese am Samstag. Es sei denn, Jogi Löw verzockt sich wieder einmal in der Taktik gegen Italien. Hatten wir schon mal...

Englands Auftritt beim 1:2 gegen Island war seltsam, wahrscheinlich fühlten sie sich gar nicht mehr zu Europa gehörig. So einfalllslos, ideenlos und ohne Antrieb kann man bei einer EM nicht auftreten. Messi ist (vorerst) zurückgetreten, ein Schritt, den Wayne Rooney machen sollte. Eigentlich hat England eine ganze Reihe von Talenten, sie müssen wohl richtig gefördert und eingesetzt werden. Die Suche nach dem richtigen Trainer ist schwierig. Island bewies, was man mit Einsatz und Willen erreichen kann. Ein Vorbild für alle vermeintlich unterlegenen Mannschaften. Ein Vorbild auch für den FCA in der Bundesliga!

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