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18.02.2013

Rückpass: Manchmal ist ein Trainer doch ein Idiot!

 

Meckern über Belastung ohne Vertragskenntnis – FCA vor einem Endspiel 

Hallo Fußball-Freunde, 

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in den letzten Tagen wurde der Bayernfan wieder einmal an die legendäre Wutrede von Giovanni Trapattoni als damaligen Bayern-Trainer erinnert. Unter anderem sagte er im März 1998 „ein Trainer ist kein Idiot“. Dieser Tage dachte sich der Bayernfan: Manchmal ist ein Trainer doch ein Idiot – und Manager auch! Warum? Gladbachs Coach Favre und in Leverkusen Trainer Hyypiä und Sportdirektor Völler regten sich darüber auf, dass ihre Mannschaften am Donnerstag in der Europa League und bereits wieder am Samstag in der Bundesliga spielen mussten. „Unfassbar“, urteilte Rudi Völler. Nein, unfassbar ist nur, dass Völler nicht in die Verträge der DFL mit dem Fernsehen schaut. 

Die Bundesliga kassiert von ARD, ZDF und vor allem Sky viel Geld und es wurden gewisse Spielregeln ausgehandelt. So soll es am Samstagnachmittag fünf Spiele (plus ein Spiel des Tages) geben, damit Sky entsprechend übertragen und die ARD eine attraktive Sportschau bieten kann. Ausnahmen wurden ausgehandelt, für den Fall, dass am Donnerstag mehr als zwei deutsche Mannschaften international gefordert sind. Diese Ausnahmen wurden aber bereits in der Vorrunde in Anspruch genommen! Nachdem erstmals gleich vier deutsche Mannschaften im Achtelfinale stehen, müssen also immer zwei (es sei denn, es gibt direkte Duelle) in den sauren Apfel der kurzen Pause beißen. Kein Grund, einen Aufstand zu fabrizieren (Völler: Unsportlich und ungerecht), sondern es müsste heißen: „Wer viel Geld kassiert, muss halt auch viel arbeiten“. Außerdem: Einem Profi ist dieser Stress zuzumuten, in England klagt darüber kein Spieler oder Trainer, wenn es zur Weihnachtszeit einen – freiwilligen – Zwei-Tage-Rhythmus gibt. Außerdem: Komischerweise siegten meist die „kraftlosen“ Vereine! 

Also: Für diese Art von Klagen hat der Bayernfan kein Verständnis! 

Verständnis hat der Bayernfan da schon eher für Bayern-Star Arjen Robben, der mit seiner Rolle als „Joker“ unzufrieden ist und von Anfang an spielen will. Er sagt dies deutlich, aber er muss auch aufpassen, dass er nicht überzieht. Trainer Jupp Heynckes bleibt erfreulich ruhig und hat die richtigen Argumente: „Logisch, dass er sauer ist, aber es können nur elf spielen.“ Heynckes hat seine Stammformation gefunden – ohne Robben. Schließlich wurde der Kader verstärkt, um keinen Leistungsabfall hinnehmen zu müssen, wenn rotiert wird oder es Verletzungen gibt. Gerade Robben fällt ja gern mal aus. Das ist die neue Situation bei einem Klub wie Bayern München: Es gibt nicht elf, sondern rund 16 Stammspieler. Am Dienstag wird der Erste der Bundesliga in der Champions League bei Arsenal London gefordert, da müssen die Bayern zeigen, dass sie, wie viele Fachleute meinen, wirklich das Zeug zum CL-Sieger haben. Und am Samstag gegen Werder Bremen wird Jupp Heynckes rotieren lassen. Wetten, dass da Robben und Gomez in der Anfangsformation stehen… Ein Trainer ist doch kein Idiot... 

Den kommenden Samstag, den 23. März werden die FCA-Anhänger auf jeden Fall in Erinnerung behalten. Entweder geht es an diesem Tag in Richtung Abstieg oder es geht in Richtung Klassenerhalt (über die Relegation). Gegner ist Hoffenheim, das mit einem Punkt Vorsprung auf Rang 16 steht. Dort will der FCA hin, ein Endspiel also für beide Teams. So, wie die Konstellation ist, werden sich beide Vereine damit begnügen müssen, dass Platz 16 das höchste aller Ziele ist, der Abstand zum Klassenerhalt beträgt bereits zehn bzw. elf Punkte. „Fünf Siege“ fordert FCA-Torhüter Manninger für die letzten 12 Spiele. Bekanntlich hat es gerade zwei in 22 Spielen gegeben – also eine fast unmögliche Forderung, auch wenn der FCA inzwischen bundesligawürdige Leistungen bringt. 

Übrigens: Der Spruch „manchmal ist ein Trainer doch ein Idiot“ trifft auch auf Dortmunds Trainer Jürgen Klopp zu. Er beklagte die Gelb-Rote Karte für Stürmer Julian Schieber, der nach einem Ellenbogen-Check im Zweikampf Gelb sah. Klopp argumentierte, dass ein Spieler gar nicht anders hochspringen könne und es wäre ja nichts passiert. Der Bayernfan erinnert sich an Szenen, in denen Klopp ausflippte, als seine Spieler getroffen wurden und forderte damals eine härtere Bestrafung. Die Schiedsrichter sollen nun mal verstärkt auf den Einsatz der Ellenbogen bei „Luftkämpfen“ achten, sie tun es und ahnden Verfehlungen – wenn sie es sehen. Klopp aber will wohl, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Hart gegen Spieler, die seine Mannen foulen, keine Strafe für Borussen. Manchmal ist ein Trainer halt doch ein Idiot.

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