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08.06.2015

Amseln im Garten - Amselweibchen in Not

Seit Jahren nisten Amselpärchen unter meinem Terrassendach.

In diesem Jahr gab es es jedoch ein großes Problem. Ich vermisste eines Tages das Amselmännchen bei der Fütterung der Brut. Es kam nur das Weibchen zum füttern. Am Tage darauf, entdeckte ich das Männchen bei den augelegten Äpfeln im Garten. Sie sah furchtbar aus. Warscheinlich eine Katze hatte ihr das gesammte Schwanzgefieder herausgerissen. Es kam nur noch hüpfend voran und fiel für die Fütterung der 5 Köpfigen hungrigen Brut gänzlich aus. Sie war so schwer verletzt, dass sie sehr schnell verendete.

Jetzt lag die ganze Last der Aufzucht bei der "alleinstehenden" Mutter mit 5 Jungen. Was war zu tun? Ich überlegte, wie man dem Weibchen helfen könnte das Anselmännchen zu ersetzen?

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Neben Apfelhälften, die im Garten ausgelegt waren und von den Amseln gerne angenommen werden, kaufte ich getrocknete Mehlwürmer, die eingeweicht dem Amselweibchen in Mengen, die sie innerhalb von 3 Stunden verfütterte, zu den Äpfeln angeboten wurden. Der Erfolg stimmte uns fröhlich. Das Weibchen ernährte sich hauptsächlich von den Äpfeln, stopfte ihren Schnabel mit 15 - 20 Würmern voll und brachte das Zusatzfutter zur 5 köpfigen ständig hungrigen Brut. In die hochgereckten Hälse, stopfte sie jedem einige Mehlwürmer und das in kurzen Pausen über den gesamten Tag.

Wir saßen Tagsüber auf der Terrasse in unmittelbarer Nähe und konnten so die Aufzucht der Brut, über eine Woche nach dem Tod des Männchen, mit großer Spannung, ob das Weibchen es schaffen würde, beobachten!

Dann war es soweit! Bei der Brut war reges Treiben angesagt,. Es wurde geflattert, Gefieder geputzt und der sicherste Abflug aus dem Nest gesucht, um in ihre neue Welt zu gelangen. Schon am nächsten Abend wagte der Anführer der Brut, den gefährlichen Absprung ins Ungewisse. Die Landung endete auf dem Fenstersims. In kurzen Abständen wagte Einer nach dem Anderen den Ausflug. Der erste Aufenthaltsort war die Terrasse. Sie hüpften von Stuhl zu Stuhl, bis sie es in den Garten schafften. Es gab dieses Mal auch keinen Nesthocker. Warscheinlich haben die Mehlwürmer, mit ihrem hohen Proteingehalt, die Brut gleichmäßig mit Futter versorgt.. Die Amselmutter hatte nun Mühe mit Lockrufen, die im Garten verstreuten Jungen zusammen zu führen um sie in den höhergelegenen Ästen der Bäume, vor den Gefahren der Nacht zu schützen.

Die erste Schlacht ist gewonnen! Jetzt folgt der zweite Teil einer mühsamen Aufzucht, für die Amselmutter. Äpfel und Mehlwürmer werden hoffentlich helfen die mittlerweile immer größer werdenden Jungen über die Runden zu bringen!

Seit einer Woche sind die 5 Jungen aus dem Nest. Anfangs wurden sie von der Amselmutter fleißig mit meinen Zusatzfutter (Mehlwürmer) versorgt. Zur gleichen Zeit streiteten sich zwei Amselhähne um das freigewordene Revier. Ein Amselweibchen kam ständig mit einem Büschel Nistmaterial im Schnabel und suchte einen Nistplatz. Anfangs versuchte ich sie daran zu hindern, um die Jungen zu schützen. Ein neues Amselpärchen hätte die Amselmutter mit ihren Jungen, niemals geduldet.

Aber es kam alles anders! Es war die arme Amselmutter mit 5 Jungen die nisteln wollte. Sie hatte wohl die Gunst eines neuen Amselhahnes erfahren und baute ihr Nest. Ständig im Wechsel brachte sie den Schnabel voll Futter für die Jungen oder Nistmaterial für das neue Nest. Jetzt brütet sie und versorgt daneben noch ihre gerade selbstständig werdenden Jungen! Da kann mann nur sagen "Hut ab" vor dieser Leistung!

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01.06.2016

Herzlichen Dank für den tollen Bericht und die schönen Bilder! Ihnen und der "Amselfamilie" weiter alles Gute :-)

Nobby Die Stimme der Rosenau

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