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20.01.2014

Oberschlesien, Stadt Zülz, heute Biala-Prudnika

Die historische Stadt Zülz, wegen ihrem positiven Umgang mit den Juden im 16. Jh. auch Juden-Zülz und von den Juden, "Makom Zadik",Stadt der Gerechten genannt. Damals waren ca. 40% der 2500 Einwohner Juden, umgeben von einer noch fast gänzlich erhaltenen Stadtmauer und einem Judenfriedhof mit über 1000 Gräbern, zwischen Neustadt, Neiße, und Oppeln, unweit dem Altvatergebirge gelegen.

Diese Stadt präsentiert heute ihr neues Gesicht.


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Die Stadt wird immer schöner . Überall wird renoviert. Man ist Seitens der Stadtverwaltung und dem Bürgermeister bemüht, den Stadtkern innerhalb der Stadtmauer in seinem historischen Stil zu erhalten.

Abgesehen von der neuen Häuserreihe am Ring, mit zwölf zusammen hängenden Geschäftshäusern, die nach einem unsinnigen Fliegerangriff der russischen Armee am 17. März 1945 niederbrannte, abgerissen, und auf den alten Grundmauern, mit einem neuen Fassadenbild wieder aufgebaut wurde. Die Häuserreihe wurde um ein Stockwerk erhöht und erhielt so natürlich ein neues Gesicht.

Das war die einzige Veränderung, die wir bei unserem ersten Besuch 1973 in unserer Heimatstadt Zülz, nach unserer Flucht am 17. März 1945 mit gemischten Gefühlen sahen. Ansonsten fanden wir die Stadt so wieder, wie wir sie verlassen hatten. Für uns war das sehr positiv. Wir waren nach 30 Jahren, sofort wieder daheim. Die Zeit schien in Zülz stehengeblieben zu sein.

Jetzt begann man mit der Renovierung der Stadt. die alten Steine, sog. "Katzenköpfe" wurden entfernt, und der gesamte Ring geteert. Leider fielen der Teerung die schönen Ahornbäume, welche die zwei Denkmäler mit jeweils vier Bäumen einrahmten zum Opfer. Nach der Teerung sind sie wegen Wassermangel vertrocknet. Die Bürgersteige der Stadt und die Fußwege nach Altstadt, Schönowitz, der Neustädter Str. und der Weg vom Schloß zur "Bleiche, erhielten eine Pflasterung mit Steinen. Die Häuser am Ring wurden renoviert. Die Fassaden erhielten mit hellen Pastelfarben einen neuen Anstrich. Der gesamte Ring erhielt somit ein überaus ansprechendes Gesicht.

Eine neue Bank und ein aus EU Mitteln erbautes Kulturzentrum entstand in der Neustädter Straße, Der Stockhausturm erhielt sein historisches Spitzdach zurück. Das Jahndenkmal und das Kriegerdenkmal in der "Schonung" wurden nach der Zerstörung 1945, von der Deutschen Minderheit wieder restauriert. Diese beiden Denkmäler sind heute wieder Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Der Judenfriedhof mit über 1000 Gräbern ist leider in einem miserabelen Zustand. Es fehlt einfach das Geld um ihn von Grund auf zu renovieren. Dieser historische Nachweis der Juden in Oberschlesien, sollte vom Zentralrat der Juden in Berlin in Obhut genommen werden!

Das Schloß, auf dessen Grundstück die ehemalige historische Holzburg, am Anfang der Stadtgründung im 12. Jhd. stand, droht der Verfall! Es fehlt der Investor. Einige Versuche diese große Anlage an den Mann zu bringen, sind bisher gescheitert.

Bleibt noch die ehemalige Evg. Kirche. Sie sieht aus wie 1945, Eine Ruine an der Zahn der Zeit nagt!

Bericht: Heinz Barisch

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