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21.05.2015

Der Zeh tut weh

Autsch – das hat wehgetan. Und es ist sehr gut zu hören, wie tief der Schmerz geht. Der Neunjährige ist auf der Jagd nach seinem größeren Bruder mit dem Fuß am Türrahmen hängen geblieben. Tränenüberströmt liegt er auf der Couch. Alles was sonst hilft, ist nutzlos. Er will keinen Eisbeutel, will sich nicht anfassen lassen und jammert lange. Weil er sonst nicht empfindlich ist, beschließen die Eltern: Das ist ein Fall für die Notaufnahme.

Dort vermittelt der Bub bald den Eindruck einer Spontanheilung. Je länger er beim Warten überlegt, ob er wohl allein zum Röntgen muss, umso weniger weh tut der Fuß. Ohnehin wäre es am besten, man würde wieder gehen, findet er. Dabei hat die Familie gute Erfahrungen mit der Notaufnahme in dem kleinen Krankenhaus gemacht. Die Brüder haben es gemeinsam auf zwei Platzwunden und drei gebrochene Arme gebracht. Nicht immer war der Aufenthalt so beschaulich, wie er sich diesmal entwickelt. Als der Jüngere vor etwa sechs Jahren eine Platzwunde am Kopf hatte, rückte die Familie mit zwei brüllenden Kindern an. Der eine schrie vor Schmerz, der Zweite noch lauter – aus Sorge um den Bruder.

Diesmal geht alles leise über die Bühne. Der Neunjährige lässt sich schließlich bereitwillig untersuchen und hört erleichtert, dass er nicht geröngt werden muss. Interessiert beobachtet er, wie die zwei schmerzenden Zehen an die Gesunden fixiert werden. Der Handwerker in ihm freut sich über den „Dachziegelverband“. Als er später aus dem Krankenhaus hinkt, stellt er fest: „Eine Ärztin ist wichtiger als Gold.“ Der Aufenthalt hat sich allein schon wegen dieser Erkenntnis gelohnt.

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