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15.07.2017

Der Grantler: Der Staat kann seine Bürger nicht mehr schützen

Eine Woche nach den Krawallen beim G20-Gipfel in Hamburg sind die Diskussionen nach wie vor im Gange, sind die Nachwehen noch spürbar. Versäumnisse kommen ans Tageslicht, die Verantwortlichen für die Sicherheit haben die Situation offensichtlich unterschätzt, wurden von der Gewaltbereitschaft überrascht. Diese Fehleinschätzungen haben wir schon öfters erlebt, offensichtlich fehlen hier Erfahrung und das nötige Personal. Nehmen wir all die negativen Meldungen von terroristischen Aktionen, Krawallen, den gesteigerten Einbruchzahlen (verantwortlich sind vor allem Banden aus dem Ostblock), die Internetkriminalität und sich häufende Übergriffe im privaten Bereich, dann bleibt nur ein Schluss: Der Staat kann seine Bürger nicht mehr schützen. Umfragen haben ergeben, jeder Zweite fühlt sich nicht mehr sicher.

Die Forderung von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ist nicht neu, dass der Bund mehr Polizisten braucht. Es liegt noch gar nicht so lange zurück, da war eher von einer Reduzierung die Rede. Doch das Blatt hat sich gewendet. Der alte Spruch, der vor allem im Fußball oft zu hören ist, trifft auch hier zu „Safety first“. Sicherheit ist jetzt das beherrschende Thema in der Politik und wird wohl auch den Wahlkampf bestimmen. Es darf nur nicht so weit gehen, dass daraus die Rechtsradikalen Profit schlagen können. Aus leidvoller Erfahrung wissen wir, dann schützt der Staat auch nicht, sondern er drangsaliert uns. Genauso wissen wir aber auch nach Hamburg, dass sich die Linksradikalen von den Rechtsradikalen in nichts unterscheiden und dass sich die Krawallbrüder quasi zu einem internationalen Krawall- und Zerstörungsbündnis zusammengeschlossen haben. Bei den Chaoten ist die Zusammenarbeit grenzüberschreitend besser als bei den Sicherheitsbehörden, das ist bedenklich.

Egal ob Polizei, Verfassungsschutz oder Bundesnachrichtendienst, sie stoßen anscheinend an ihre Grenzen und es fehlt offensichtlich an dem qualifizierten Führungspersonal, um alles in die richtigen Bahnen zu lenken. Allerdings muss man ihnen zugestehen, dass es leichter ist, einen Krawall zu organisieren, als diesen zu verhindern, wenn man nicht weiß, was auf einen zukommt. Die Schwächen der Vorbereitung in Hamburg zeigen sich aber allein durch, dass ein Haus mitten in der linken Szene mit einem Baugerüst nicht vorher schon entsprechend abgeriegelt und gesichert wurde. Von dort oben herab gab es praktisch Mordanschläge auf Polizisten.

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Kommt noch hinzu, dass die Gerichte rund um solchen Ausschreitungen, die ihren Anfang in „Demonstrationen“ nehmen, zu weich und zu wenig vorausschauend urteilen. So sind am Ende immer die Polizisten die Dummen, weil sie sich der Gefahr stellen müssen, die Gefährder am Ende aber nicht dingfest machen können. Ähnliches bei Einbrüchen und dergleichen, die Diebe sind praktisch im Vorteil und haben bei einer schwachen Aufklärungsquote nicht mit großer Gefahr zu rechnen. Da helfen auch keine schärferen Gesetze.

Wie oft im Leben ist es bei Verbrechen erst recht, das Gute kommt dem Bösen nicht hinterher. Der Mensch trachtet von Haus danach, bestehende Regeln zu verletzen, das liegt ihm offensichtlich im Blut, das begann ja schon bei Adam und Eva im Paradies. Bei dem einen kommen diese Gene stärker zum Vorschein, der andere kann sie unterdrücken. Da muss sich wirklich jeder den Spruch des Dalai Lama an die Wand heften: „Wenn wir diese Welt besser machen wollen, dann müssen wir selber bessere Menschen werden.“ Leider ist es so, dass die Bösen davon gar nichts halten.

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20.07.2017

Richard M. Die Überschrift aus der AZ stimmt sicherlich, weil ich den Artikel aufgehoben hatte (jetzt nicht mehr). Außerdem ist da etwas aus dem Ruder gelaufen und in der Diskussion missverstanden worden, es war keineswegs meine Absicht auf Flüchtlinge abzuzielen. Die allgemeine Unsicherheit ist einer gewalttätigen Gemengelage geschuldet, da zählen Übergriffe verschiedener Gruppen dazu. Leider fehlt es einerseits an Polizei-Präsenz, dann aber auch wieder an der Qualität der Absicherung (siehe Hamburg und Köln).




Hinweis der Moderation.


Herr K. hat recht. Die Überschrift in der gedruckten Zeitung lautete, wie von ihm angegeben.

Leider eskaliert hier die Diskussion am laufenden Band und wird von den persönlichen Animositäten zweier Nutzer belastet, so dass wir schon zuvor einige Beiträge löschen mussten. Herr K. wurde darüber per Mail informiert.

Nachdem die Diskussion nun erneut zu eskalieren drohte, wurden die letzten Kommentare wieder gelöscht.

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22.07.2017

Lassen Sie mich bitte die Sachlage sachlich und korrekt darstellen.

Wenn es tatsächlich so sein sollte wie die Moderatoren behaupten, möchte ich mich selbstverständlich bei Peter K. entschuldigen.

Diesen Artikel mit der Überschrift "Jeder Zweite fühlt sich nicht mehr sicher" konnte ich weder im Archiv der gedruckten Zeitung noch in der Online Ausgabe finden.

Zwei Artikel zu diesem Thema, einmal um 07:50 und das zweite Mal um 09:33 allerdings mit anderer Überschrift waren am 12.07.2017 in der Online Ausgabe zu sehen.

Warum sollte es dann einen Artikel in der gedruckten Zeitung geben, der der Umfrage nach YouGov nicht entspricht?

Ich möchte auch noch mal erinnern was im Blog von Herr K. steht:

"Umfragen haben ergeben, jeder Zweite fühlt sich nicht mehr sicher."

Es war ausdrücklich die Umfrage von YouGov Deutschland gemeint, obwohl diese Aussage in der Umfrage nie gefallen ist. Allerdings hat sich Peter K. nicht direkt auf YouGov bezogen, sondern wohl auf einen Artikel vom 13.07.2017 in der AZ.

@ Moderatoren

Es mag durchaus sein, dass es diesen Artikel in der gedruckten Zeitung vom 13.07.2017 gibt, deshalb die Bitte einen Link zu diesem Artikel einzustellen.

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26.07.2017

Leider gibt es keinerlei Antwort der Moderation.

Trotzdem möchte ich mich entschuldigen, da Ihre Ausführung der gedruckten Zeitung entsprach. Der Kundenservice hat mir den Artikel der gedruckten Zeitung vom 13.07.2017 auf Anforderung zugeschickt.

Da ich normalerweise keine gedruckte Zeitung lese, sondern nur die Artikel in der Webausgabe konnte ich den Unterschied nicht wissen. Leider hat mich auch die Moderation nicht aufgeklärt, was im Grunde aber deren Aufgabe sein dürfte.

Außerdem ist wirklich nicht damit zu rechnen, dass in der gedruckten Zeitung die Überschrift nicht der Umfrage entspricht sondern frei erfunden wurde.

In den beiden Artikeln der Webausgabe vom 12.07.2017 ist die Umfrage durch YouGov letztlich in den Überschriften und im Inhalt richtig dargestellt.

Es stellt sich somit die Frage, warum in der gedruckten Zeitung nicht?




Lieber Herr M.

es ist nicht die Aufgabe der Moderation Ihnen zu "beweisen", dass der Titel in der Druckausgabe so war, wie es von Herrn K. dargestellt wurde. Es wurde Ihnen mitgeteilt, dass Herr K. recht hatte und das sollte ausreichend sein. Warum die Überschriften unterschiedlich waren, kann Ihnen die Moderation nicht erklären, da dies nicht unser Aufgabengebiet ist. Beste Grüße von Ihrer Moderation.

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17.07.2017

Die Frage nach der Umfrage. "Jeder Zweite fühlt sich nicht mehr sicher" war eine Überschrift am Donnerstag, 13. Juli, in der AZ. Die Umfrage ist vom Institut YouGov Deutschland im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gemacht worden. Die Unsicherheit ist im Osten größer (53 Prozent) als im Westen (50). Frauen reagieren besorgter als Männer. Vier von fünf Menschen sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass islamistische Extremisten in den nächsten zwölf Monaten in Deutschland ein Attentat verüben. 70 Prozent sind der Meinung, die Bundesregierung tue nicht genug gegen den islamistischen Terror. Daraus kann man schon ableiten, die Leute fühlen sich nicht mehr sicher.

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19.07.2017

Zitat Peter K.:

"Die Frage nach der Umfrage. "Jeder Zweite fühlt sich nicht mehr sicher" war eine Überschrift am Donnerstag, 13. Juli, in der AZ"

Diese Aussage ist falsch und wurde leider benützt um gegen Flüchtlinge zu hetzen.

Richtig ist dieses:

Die Überschrift vom 12. Juli in der AZ lautet: Jeder Zweite fühlt sich unsicherer als früher.

Der Unterschied ist nicht zu unterschätzen, denn auch eine andere seriöse Umfrage sagt eindeutig aus, dass sich die meisten deutschen Bürger sicher fühlen.

"Die große Mehrheit der Deutschen (75 Prozent) fühlt sich auf öffentlichen Plätzen, Straßen oder in Verkehrsmitteln sicher oder sogar sehr sicher. Das ergab eine repräsentative Umfrage von Infratest Dimap zum Sicherheitsgefühl in Deutschland im Auftrag des NDR Politikmagazins "Panorama"." Quelle: NDR vom 06.02.2017

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