Newsticker

Personenschützer mit Corona infiziert: Heiko Maas in Quarantäne
  1. Startseite
  2. Community
  3. Leserblogs
  4. Der_Grantler
  5. Der Grantler: Die Sache mit den Orden

30.07.2010

Der Grantler: Die Sache mit den Orden

Der bayerische Staat hat wieder einmal Orden verliehen. Angeblich ist der „Bayerische Verdienstorden“ besonders wertvoll, weil die Anzahl der Träger auf höchstens 2000 lebende Persönlichkeiten begrenzt ist. Nach dem Motto, wer sich rar macht, ist wertvoll. Eine Inflation wie beim Bundesverdienstkreuz ist also nicht zu befürchten. Da kursiert folgender Witz: Fragt ein Polizist einen Überfallenen: „Wie sah der Täter aus? Die Größe oder die Haarfarbe?“ Der Geschädigte kann keine genauen Angaben machen. Nach einer Weile greift der Polizist genervt zur letzten möglichen Frage: „Haben Sie gesehen, ob der Täter das Bundesverdienstkreuz getragen hat?“ Das Opfer aufgeregt: „Das habe ich genau gesehen, ein Bundesverdienstkreuz hat er nicht gehabt.“ Da war der Polizist wieder zufrieden: „Da haben wir ihn gleich, da gibt es nicht mehr viele.“ Die Geschichte fällt dem Grantler immer ein, wenn es um eine Ordensverleihung geht. Natürlich gibt es Persönlichkeiten, die einen Orden verdient haben. Aber wenn der Grantler die Liste der Geehrten sieht, dann schüttelt er bei den meisten Namen den Kopf und fragt wie Till Hofmann in der AZ: „Für was?“ Vor allem bei Politikern stinkt die Verleihung zum Himmel, denn Politiker sollen von Haus aus für das Land verdienstvoll tätig sein. Ihr Orden ist praktisch die Wählerstimme, die sie bekommen. Aber diese halten viele für eine Selbstverständlichkeit. Wer für einen Bayerischen Verdienstorden würdig genug ist, wird genau definiert: „… für hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk“. Bitte schön, welche „hervorragende Verdienste“ hat zum Beispiel Minister Söder bisher erworben? Eben. Er hätte den Orden nicht annehmen sollen. Den Orden bekommen besonders viele Politiker und besonders wenige Frauen. Das zeigt schon die Schieflage. Eigentlich wäre jede Mutter, die sich für ihre Kinder aufopfert, eines Ordens würdig. So sollten vor allem ehrenamtlich Tätige vorgeschlagen werden oder solche, die wirklich hervorragende Leistungen für die Öffentlichkeit erbracht haben. Natürlich können Persönlichkeiten wie die Fußballer bzw. heutigen Fußballfunktionäre Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß geehrt werden, sie haben in der ganzen Welt viel für einen guten Ruf Bayerns getan. Aber sie sind die Ausnahmen. Ein Orden für Politiker müsste auch die Ausnahme sein, ist aber leider die Regel. Eine Besonderheit: Der Ministerpräsident erhält praktisch automatisch den Orden. Seltsam. Es gab Ministerpräsidenten, die haben sich um Bayern deshalb verdient gemacht, weil sie zurückgetreten sind! Der Grantler weiß, er wird nie einen Orden bekommen und er hat auch keinen verdient. Aber traurig ist er darüber nicht. Allerdings hat er sich schon um Bayern verdient gemacht – weil er ja Steuern zahlt und dem Staat zu Einnahmen verhilft. Vielleicht für Orden? Sein „Orden“ ist, wenn er von anderen gelobt wird. Das reicht ihm.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren