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16.02.2018

Der Grantler: Grundsätzliches zum Schluss

Am 17. Januar 2010 hat der Grantler seinen ersten Blog geschrieben, jetzt, nach fast genau acht Jahren ist Schluss – die Zeitung will es so. Ob er sich noch einmal rührt, sollte es mit den Leserblogs doch noch weitergehen, weiß er nicht. Der Grantler hat über Dies und Das geschrieben, seine Finger in manche Wunde gelegt, manchmal etwas Lustiges versucht und hoffentlich seine Leser meist ein bisschen unterhalten. Zum Schluss etwas Grundsätzliches über das Leben und Drumherum.

Politik: Die Politik hat es dem Grantler immer angetan, vor allem aber deshalb, weil er sich geärgert hat. Typisches Beispiel jetzt die fast schon peinliche Bildung einer Großen Koalition, die nur einen positiven Hintergrund hat: Damit werden Neuwahlen verhindert, bei denen die AfD wohl sogar die SPD überholen würde. Der neueste DeutschlandTrend besagt 16 Prozent für die SPD und 15 Prozent für die AfD. Stimmt: Da ist die SPD fast keine Volkspartei mehr, aber die AfD wird das hoffentlich nie werden. Aber da macht sich der Grantler schon Sorgen.

Die Politik-Verdrossenheit greift um sich, weil sich die Politiker, immer gemeint Frauen und Männer, mehr um sich selbst und ihre Posten kümmern, als um die Leute, eben das Volk. Sie haben nicht den Mut zu unpopulären Entscheidungen, die manchmal notwendig für das Land sind, weil sie dann um ihr Mandat fürchten müssen. Viel versprechen und wenig halten ist die Maxime und da ist es schon komisch, dass sie dennoch immer wieder gewählt werden. Das Schlimmste ist der Landesproporz. Sowohl im Bund als auch in den Ländern müssen immer alle Landstriche bedacht werden. Da geht es eben nicht um Leistung, sondern darum, alle zufriedenzustellen. Zufrieden ist am Ende nur das Volk nicht, deshalb die Politik-Verdrossenheit.

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Diese führt übrigens auch dazu, dass nach einer personellen Erneuerung der Politik gerufen wird, doch jung sein allein sorgt noch nicht für mehr Schwung und bessere Entscheidungen. Der Ruf müsste nach besseren Politikern gehen, doch wo sind sie?

Moderne Technik: Der Modernisierung des Lebens, der fortschreitenden Technik können wir nicht ausweichen. Sie ist manchmal ein Segen, oft aber auch nicht. Was das Internet angeht, mit all seiner Informationsflut und den Möglichkeiten zu weltweiten Kontakten, das hat in vielen Bereichen und vor allem Berufen natürlich Verbesserungen und Erleichterungen gebracht. Doch der Mensch gerät in den Hintergrund und die dunkle Seite des Menschen drängt sich auch hier in den Vordergrund. Man kann es sich aussuchen, ob der Mensch von Haus aus gut oder von Haus aus schlecht ist. Was aber die Cyperattacken im Internet angeht, da hat der Grantler als älteres Semester schon ein bisschen Angst, was alles passieren wird, wenn wir in unserem Leben ganz der Technik ausgeliefert sind. Wenn in Haus und beim Auto alles durcheinander geht, weil die Technik versagt oder gehackt wurde. Über die Telefonitis brauchen wir gar nicht reden. Da hat er schon einen bangen Blick in die Zukunft.

Verkehr: Das war immer ein Lieblingsthema vom Grantler, der auch hier manchmal den Finger erhoben hat, doch es hat leider nichts genutzt. Diejenigen, die ihr Ego über alles stellen, die nach dem Motto „jetzt komm ich fahren“ und denen Verkehrsregeln meistens wurscht sind, die hat er nicht erreicht. Freilich, die haben besseres zu tun, als einen Blog zu lesen. Dabei wäre es so leicht, mit ein bisschen Rücksichtnahme die Hektik auf den Straßen zu mindern. Bedenklich, dass die Unfallflucht bei Parkschäden zunimmt.

Moral: Da sind wir bei der Moral. Auch da hat der Grantler oft davon geschrieben, dass die Menschen aufeinander zugehen sollten, dem anderen helfen und ihm auch mal ein Lächeln schenken. Doch der Egoismus greift immer mehr um sich, jeder will einen Vorteil für sich, dass dies ein Nachteil für den Nächsten sein kann, ist ihm egal. Die Welt ist kalt geworden, eine Welt der Trumps, der mit seinem Motto „USA first“ eigentlich meinte, „Trump first“. Egoisten haben die Oberhand mit „ich zuerst“. Der Respekt vor dem anderen ist verloren gegangen, nicht nur bei den Beschimpfungen im Internet. Mehr Miteinander könnte vieles leichter machen, aber das Gegeneinander dominiert.

Da sind wir wieder bei dem beliebten Motto der Älteren, die klagen „früher war alles besser“. Wenn die heutige Jugend alt ist, wird ihr wahrscheinlich dieses Motto ebenfalls über die Lippen kommen. In der Zukunft ist die Vergangenheit aber die Gegenwart von heute. Da sollten wir also unser Leben so einrichten, dass die Jugend von heute später wirklich sagen kann, „früher war alles besser“. Deshalb: Machen wir unseren Alltag lebenswert. Viel Spaß noch am Leben und tschüss.

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