19.03.2010

Der Grantler: Störende Musik

[FONT="Arial"][/FONT] Schon Wilhelm Busch hat es gewusst: „Musik wird oft nicht schön gefunden, weil stets mit Geräusch verbunden“, hat er gedichtet. Meist wird das Zitat noch wirkungsvoller verfälscht: „Musik wird störend oft empfunden, weil stets sie mit Geräusch verbunden.“ Auch der Grantler muss gestehen: Er empfindet Musik oft als störend. Damit kein Missverständnis entsteht: Der Grantler liebt durchaus Musik, er geht mal in die Oper, hört ein Konzert, mag Schlager, Rock oder Pop. Alles in Ordnung, so weit es im Rahmen ist. Gar nicht mag er das Getöse, dass manche Autofahrer bei schönem Wetter der Umwelt antun: Sie drehen ihre Geräte auf, dass man schon einige Straßenzüge weiter hören kann, dass hier ein Hörgeschädigter kommt. Man stelle sich vor, aus jedem Auto dringe derart laute Musik. Da würden nicht nur die Wände wackeln, wahrscheinlich sogar ganze Häuser. Der Grantler schaut sich aber auch ganz gern einen Krimi im Fernsehen an, zum Beispiel den „Tatort“ am Sonntag, aber immer mehr werden diese Filme zum Ärgernis. Der Grund: Die Musik wird als störend empfunden. Der Grantler fragt sich manchmal, was sich die Regisseure denken, wenn sie Dialoge mit lauter Musik untermalen. Sind die Texte so schlecht, dass man sie nicht hören soll? Man kann ja nicht einmal davon ausgehen, dass das tägliche Leben widergespiegelt werden soll, denn wenn zwei sich unterhalten, gibt es nirgends laute Musik im Hintergrund und wenn jemand das Radio laufen hat, dann wird man es ausmachen oder leiser stellen, wenn er reden will. Bei manchen Filmen könnte man sich wahrscheinlich viel Geld sparen, wenn man auf Musik und eben dann auch auf das Honorar des Komponisten verzichten würde! Ähnliches gibt es im Radio. Da gibt es Sender, die untermalen ihre Nachrichten mit Musik. Auch hier gilt: Soll der Hörer vielleicht gar nicht mitkriegen, was es so Schlechtes auf der Welt gibt? Der Grantler würde ja noch einsehen, wenn der Wetterbericht untermalt wird, mit aufheiternden Tönen bei schönem Wetter, mit Paukenschlag, wenn ein Gewitter ansteht oder wie auch immer. Aber nur eine Musik zu Texten unterlegen, dass ist fast schon ein Attentat auf den Nachrichtenhörer. Der Grantler fragt sich: Hat sich da noch niemand beschwert oder hören die Sender nicht auf ihre Kunden? Was die Filme angeht, da liest er immer wieder in Zeitungen und Zeitschriften, dass sich jemand beschwert. Auch der Grantler hat dies schon bei Sendern getan, aber eine richtige Antwort, dass man sich mit dem Problem auseinandersetzt, hat er noch nicht bekommen. So bleibt uns nur eins: Fernbedienung in der Hand, mal leiser, mal lauter stellen. Und was wären wir ohne Fernbedienung? Wahrscheinlich schlank, weil wir hin und her rennen müssten! Aber deshalb hat man ja die Fernbedienung erfunden und außerdem würde dann nicht einmal der Grantler mehr einen Krimi anschauen.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden