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04.05.2017

Der Grantler: Wer sind die guten oder schlechten Autofahrer?

Die Diskussion ist wahrscheinlich so alt wie das Auto selbst, aber gerade in den letzten Wochen lebte sie wieder auf: Wer sind eigentlich die schlechten Autofahrer? Die jungen Leute, die gerade erst ihren Führerschein ergattert haben, oder die Senioren, die als Geisterfahrer in die Schlagzeilen geraten oder weil sie Bremse und Gas verwechselt haben? Beides kann natürlich verheerende Auswirkungen haben.

Die Senioren haben es schwer, sich zu verteidigen, wenn sie an den Pranger gestellt werden. Erfahrung zählt nichts mehr, sie werden als langsam fahrende Verkehrshindernisse wahrgenommen, ihr Reaktionsvermögen wird angezweifelt und überhaupt kommen sie mit der modernen Technik angeblich nicht mehr zurecht. Na ja, vielleicht telefonieren sie ja weniger am Steuer eines Autos als die junge Generation. Die Forderung einer Altersgrenze, ab der man den Führerschein dann abgeben soll, ist natürlich absurd. Eine – freiwillige – Überprüfung des Fahrvermögens im hohen Alter andererseits sicher sinnvoll. Das allerdings muss jeder für sich selbst entscheiden, da könnten aber auch aufmerksame Familienangehörige zur Vernunft beitragen. Generell gilt, dass die Alten nicht so schlecht fahren, wie sie gemacht werden.

Die Jungen tun sich natürlich leichter. Dabei sind sie es, die mehrheitlich die schlimmeren Unfälle verursachen. Statistiken sind der Beweis. Der Übermut der jungen Leute führt zu Überreaktionen, die Senioren sind nicht in Cliquen unterwegs, die sich gegenseitig anstacheln. Bei den Jungen wird der Fahrer schon mal aufgehetzt und genötigt, das Gaspedal durchzutreten – bis zur nächsten Kurve, bis zum nächsten Baum. Und wer nach Mitternacht im vollbesetzten Wagen den Weg aus der Disco nach Hause nimmt, der hat sicherlich ein hohes Gefährdungspotential als Rucksack.

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Die Altersgrenze haben die Jungen allerdings schon, sie dürfen schließlich erst ab 18 Jahren den Führerschein machen. Oder schon vorher im „betreuten Fahren“. Das hat sich bewährt und es würde sich vielleicht noch mehr bewähren, wenn es ein „betreutes Fahren“ über mehrere Jahre gäbe. Das würde Vernunft und Sicherheit fördern. Außerdem könnten jungen Fahrern auch PS-Grenzen gesetzt werden. Manche Autos sind Raketen und ohne Erfahrung werden sie eben schnell zu tödlichen Waffen.

Generell muss der Grantler aber sagen, es gibt nur gute oder schlechte Autofahrer (neben der großen Masse der vernünftigen Autofahrer), das hat mit dem Alter nichts zu tun. Der Grantler stellt auf seinen Fahrten immer mehr fest, dass die Fahrer sich zu viel ablenken lassen, unaufmerksam sind und vor allem am Telefon fummeln. Die Rücksicht auf den anderen gibt es kaum noch, der Egoismus hat um sich gegriffen. Typisches Beispiel sind die Blinkmuffel (der Grantler hat dieses Problem schon oft angeprangert und bringt den alten Kalauer), die nach dem Motto fahren, „warum soll ich blinken, ich weiß ja, wo ich hin will“. Schade ist nur, dass bei Unfällen die Opfer oft wesentlich mehr leiden müssen, als die Unfallverursacher, eben die unaufmerksamen Fahrer. Ob jung oder alt, die guten und schlechten Autofahrer finden sich in allen Generationen.

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07.05.2017

Das ist ja ein Ding. Also eine Polizeistreife, die das Blinken vergessen hat, ist mir noch nicht aufgefallen. Und was die Fahrschule angeht, da sollte vor allem auch das Bewusstsein für Aufmerksamkeit und ein Miteinander auf der Straße gelehrt werden. Leider haben wir auch auf der Straße, wie im übrigen Leben, mehr ein Gegeneinander. Rücksichtnahme wurde zum Fremdwort!

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07.05.2017

Volle Zustimmung.

Wie sollen den Fahranfänger zum Blinken angehalten werden, wenn selbst Fahrlerer/in in den Schulungen nicht darauf achten. Gestern gleich 2 mal gesehen, als ich hinter so einer "Fahrschule" gefahren bin!

Die Polizeii kann das übrigens auch!?

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