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01.02.2018

Der Grantler über eine Jugend, die hoffen lässt

Es gibt sie doch noch, die guten Nachrichten in der Zeitung. Lechzen wir nicht manchmal danach, bei allem Mist aus der Politik, Mord und Totschlag im täglichen Leben? Der Grantler hat oft das Gefühl, es ist zu gefährlich, den Fuß vor die Tür zu setzen. Und bleibt er zu Hause, dann wird er womöglich da überfallen…

Und jetzt eine Meldung über eine Jugend, die hoffen lässt. Nicht die Jugend, von der die Alten sagen, früher war alles besser, das hätte es bei uns nicht gegeben bzw. heute sind die Jugendlichen ja total verkommen. Das ist schon seit Generationen so und das Leben schafft dann merkwürdiges: Aus der verkrachten Jugend werden total normale Familien. Schöner aber ist es, wenn schon die Jugend für positive Schlagzeilen sorgt, wenn wir uns über die Jugend freuen können. Und noch ein übliches Gerede wird widerlegt: Studenten sind faul, was machen die eigentlich den ganzen Tag?

Die Studenten, von denen im Artikel die Rede ist, tun Gutes und das freut den Grantler. „Wie Studenten Flüchtlingen helfen“ heißt es. An der Universität Augsburg gibt es eine „Law Clinic“, inzwischen helfen rund 80 Studenten bei einer ehrenamtlichen Rechtsberatung für Flüchtlinge und Helfer. Allein im vergangenen Jahr sind 300 Beratungsstunden zusammengekommen. Andere Studenten helfen in einer „Language Clinic“ wiederum Sprachbarrieren zu überbrücken. In 15 verschiedenen Sprachen kann geholfen werden, was für die Flüchtlinge besonders wertvoll ist. Vielleicht helfen sie auch, dass die Flüchtlinge sich verstärkt bemühen, die fremde Sprache zu lernen. Nur wer deutsch spricht, kann sich wirklich in unserem Land integrieren.

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Nicht nur die vielen ehrenamtlichen Helfer, die es natürlich auch zu loben gilt, tun Wertvolles für unser Land, stärken das Ansehen Deutschlands, sondern eben auch zahlreiche private Initiativen, die es überall gibt. Doch sie sorgen bei weitem nicht für das Aufsehen wie schlimme Überfälle auf Flüchtlingsunterkünfte. Dann sind die Schlagzeilen dick, die Texte über die große freiwillige Hilfe sind eher dünn. Hier sollte das Motto gelten „tue Gutes und rede darüber“.

Nicht vergessen sollten wir, dass auch viele Vereine große Arbeit in der Flüchtlingsarbeit leisten. Vor allem der Sport ist ein geeignetes Vehikel für Integration. Wer gemeinsam Sport treibt, erlebt eine Gemeinschaft und bekommt Verständnis für das Leben des anderen.

Bevor wieder die Kritiker aufstehen, dass man nicht nur den Flüchtlingen helfen sollte, sondern auch allen anderen, die in Not geraten sind, denen sei gesagt, für die hat der Staat schon viel getan und auch hier gibt es viele Organisationen und ehrenamtliche Helfer, die sich mit deren Not beschäftigen. Hilfe für Flüchtlinge ist wiederum eine spezielle, tagesaktuelle Arbeit, die wahrscheinlich aber noch viele Jahre benötigt werden wird. Umso schöner, wenn wir dann von einer Jugend erfahren, die hoffen lässt.

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