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20.04.2015

Der FCA rettet alles

Der Abend war gut, keine Frage. Gerade hatte der FC Augsburg gegen Stuttgart gewonnen, das Spiel war in der zweiten Halbzeit geradezu nervenaufreibend gewesen. Wann das zweite Tor für den FCA fallen würde, war eine quälende Frage. Eine andere Frage, die mich ebenfalls mehr und mehr beschäftigte, war die der darauffolgenden Essenswahl. So ein Top-Spiel am Abend macht hungrig, neidvoll blickte ich dem einen oder anderen Wurstsemmel-Esser hinterher. Doch meine Wahl fiel bereits im Stadion auf etwas ganz anderes: Auf einen Obatzden, den ich mir im Wirtshaus Drei Königinnen gönnen wollte.


Sobald die Entscheidung gefallen war, ging mir der Obatzde nicht mehr aus dem Kopf. Während ich bereits den orangefarbenen, cremigen, aromatischen Käse mit einer Vielzahl von Zwiebelringen bildhaft vor mir sah, träumte meine Freundin vom Krustenbraten mit Knödel und Blaukraut. Im Drei Königinnen dann die Enttäuschung: Weder der Braten noch irgendeine Form von Brotzeit stand auf der Karte für das Restaurant innen. Der Biergarten hatte verständlicherweise bei den Temperaturen geschlossen – dass innen beim Essen nicht gleich außen ist, war mir dagegen nicht bewusst. Gerne besuche ich im Sommer den Biergarten. Von der Redaktion ist es der schnellste Weg an einem sonnigen und lauen Abend in schöner Umgebung, Freiluft-Gastronomie-Atmosphäre zu genießen. Im Innenbereich war es ebenfalls heimelig. Die holzvertäfelten Wände strahlen Gemütlichkeit aus, die Portionen der Speisen sind groß, um nicht zu sagen riesig, das Bier schmeckt. Fast jeder Tisch war besetzt, nach der Kälte im Stadion ließ es sich dort gut aufwärmen.


Nur die Gerichte konnten unser Herz nicht erwärmen: Ich griff, nachdem es mein Wunschgericht nicht gab, gleich mal daneben. Der Erdäpfelstrudel schmeckte genauso, wie sich das Gericht schon anhört: fad. Der gemischte Salat, der zu 80 Prozent aus Eisbergsalat bestand, und die Tomatensoße (Päckle?!) konnten den Gesamteindruck nicht retten. Im inneren Ohr hörte ich meinen Vater sagen: „So etwas bestellt man ja auch nicht!“. Meine Freundin, die auf eine Currywurst mit Pommes ausgewichen war, stellte Vergleiche mit Stadtmarkt und Christkindlesmarkt auf – das „Drei K“ unterlag um Welten.
Auf dem Boden der Tatsachen angekommen, hingen wir schließlich unseren Gedanken nach. Ich dachte an die bevorstehende Biergarten-Saison und was ich da alles essen werde (vor allem jetzt natürlich erst einmal einen Obatzden). Meine Freundin dachte an frühere Zeiten, die sie oft zufrieden im Drei Königinnen verbracht hatte.


Und schließlich sprachen wir wieder über den FC Augsburg. Da hatte alles gestimmt. Anfang gut, alles gut.

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