13.04.2015

Ein Prosit auf den Frühling

Als ob jemand den Schalter umgedreht hat. Das, woran nach gefühlt sechs Monaten Winter beinahe niemand mehr richtig geglaubt hat, trat am Freitag dann doch noch mit vollkommener Vehemenz ein: der Frühling. Diesmal hat er sich nicht langsam herangepirscht, hat nicht von Woche zu Woche seine Muskelkraft mehr und mehr spielen lassen.  Diesmal war er einfach da, hat am Freitag und das gesamte Wochenende die Augsburger ins Freie gelockt.


Kein Pflaster schien auf dem Rathausplatz mehr zu kalt zu sein, kein Schattenplatz im Straßencafé zu zugig. Jeder einzelne Stuhl im Freien war besetzt, aus Freude, dass der Frühling nun endlich da ist, aus Angst, er könnte gleich wieder verschwinden. Zur Sicherheit hatten wir in einem meiner zahllosen Lieblings-Italiener sowohl drinnen als auch draußen reserviert und wählten natürlich den Platz an der Abendsonne. Und auch am Wochenende gab es nur ein Ziel: draußen. Ein Weg führte in die Kulperhütte. Nichts ist so schön wie die gerade beginnende Biergartensaison. Nun hat gerade die Kulperhütte ja bekanntlich das ganze Jahr auf. Dennoch finde ich es im Frühjahr am schönsten. Dann, wenn die ersten im T-Shirt und in der kurzen Hose neben den Besuchern in dicken Kaputzenpullis und Winterjacke sitzen und auf den sonnigen Tag anstoßen. Dann, wenn neben kahlen Bäumen und Sträuchern sich die ersten grünen Knospen an den Zweigen zeigen. Dann, wenn die Freude über die ersten richtig warmen Sonnenstrahlen einfach am größten ist.


Und es gibt auch Neues zu entdecken. Während der Weg vom Eisernen Steg bis zur Kulperhütte noch von den Arbeiten an Wertach vital dominiert wird, ein Weg gesperrt, die weitläufige Wiese Geschichte ist und der Blick auf die Wertach von einem sich in die Höhe ziehenden Damm versperrt wird, sieht es an der Hütte selbst schon ganz anders aus. Die Besucher haben sich mit Stühlen, Liegestühlen und auf den Steinquadern am Flussufer einen Platz in der Abendsonne gesichert. Von hier aus kann man nicht nur den Blick auf das verbreiterte Flussbett, die vor sich hin plätschernde Wertach genießen, sondern auch noch die Sonne hinter den Westlichen Wäldern untergehen sehen. Der Bauzaun hinter der Hütte, der immer noch einen Teil des Weges absperrt, fällt da schon gar nicht mehr auf. Zu schön ist der Blick auf den Fluss.
Das will ich noch ganz oft genießen – bevor es, wie im vergangenen Jahr, viel zu schnell wieder vorbei ist.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
.jpg?7435

Vom Lust- zum Biergarten

ad__querleser@940x235.jpg

Qualität auch für Querleser

Montag bis Samstag ab 4 Uhr morgens. Und die Multimedia-Ausgabe
"Kompakt" mit den wichtigsten Nachrichten von Morgen ist auch dabei.

Jetzt e‑Paper bestellen!