1. Startseite
  2. Community
  3. Leserblogs
  4. Nina_Schleifer
  5. Der Tod des Provokateurs und Meisters Alexander McQueen

11.02.2011

Der Tod des Provokateurs und Meisters Alexander McQueen

Er war ein radikaler Provokateur und galt gleichzeitig, was die Schnittkunst und das innovative Können anbelangt, als absoluter Meister: Alexander McQueen. Auf den Tag genau vor einem Jahr am 11. Februar 2010 hat sich der schottische Modedesigner das Leben genommen. Er war ein erfolgreicher Modedesigner und galt als „ enfant terrible“ der Modewelt. Ein Begriff, der viel zu inflationär gebraucht wird, aber für den englischen Designer ist er absolut passend und gerecht.

McQueen hat mit seinen Entwürfen, Schauen und Kampagnen nicht nur provoziert, sondern dabei seine unglaubliche Schnittkunst jedes mal aufs Neue bewiesen. Er wurde insgesamt vier Mal zum „British Designer of the Year“ gewählt und vom Council of Fashion Designers of America als „Designer des Jahres“ ausgezeichnet. 2003 schlug ihn Queen Elizabeth II zum Ritter.

Von Erfolgen gekrönt

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Sein berufliches Leben war von Erfolgen gekrönt: Mit 20 Jahren hatte er bereits eine Schneiderlehre absolviert und Erfahrungen in Kostümschneiderei und Modedesign gesammelt. Am renommierten St. Martin's School of Art & Design in London hat er studiert und wurde wegen seiner messerscharfen Schnitte und extravaganten Präsentationen von der Presse gefeiert. Nur vier Jahre nach seinem Abschluss wurde der damals 26-Jährige nicht nur zum ersten Mal mit dem „British Designer of the Year Award“ ausgezeichnet, sondern auch zum Chefdesigner des Modehauses Givenchy berufen. Im Jahr 2000 wechselte er zum italienischen Modehaus Gucci. Nach seinem Freitod übernahm die Designerin Sarah Burton, Alexander McQueens frühere Assistentin, die künstlerische Leitung seines eigenen Labels.

Leder, Korsetts und Klischees

Leder, Spitze, Mieder, Korsetts und das Spielen mit verführerischen Klischees dominierten die Designs seines eigenen Labels. In jeder seiner Kollektionen erzählte er eine Geschichte: Seine Frühjahrskollektion 2005 „It's Only a Game“ präsentierte er in Form einer lebenden Schachpartie. In seiner legendären Show „ Highland Rape“ (1995) ging es um die Gräueltaten englischer Soldaten in Schottland, dargestellt anhand blutüberströmter Models. In „Dante“ (1996) trugen die Models Hirschgeweihe auf den Köpfen, ein Skelett bekam einen Platz in der Ersten Reihe, in der sich sonst mode- und aufmerksamkeitsliebende Stars im Blitzlichtgewitter sonnen.

Gigantische Eleganz und Opulenz

Seine Abendmode zog aufgrund der gigantischen Eleganz und Opulenz die Damen in den Bann – kaum ein Roter Teppich, auf dem kein Weltstar in die glamourösen Stoffe des Schotten gehüllt war. Während Alexaner McQueen für Givenchy und Gucci tragbare, klassische und elegante Mode entwarf, war er mit seinem eigenen Label stets einen großen Schritt voraus: Sein Spiel mit dem Schönen und Hässlichen, dem Grotesken und Lieblichen verstörte gerade in der so schönheits- und idealsüchtigen Modebranche. Ein Spiel, dessen sich polarisierende Stars bedient haben: Nicht nur die isländische Sängerin Björk ist ein großer Fan, zahlreiche der fantasievollen Outfits der momentanen Pop-Ikone Nr. 1, Lady Gaga, stammen von Alexander Mc Queen.

An Schicksalsschlägen zerbrochen

Die Privatperson jedoch war bescheiden, zurückgezogen und schüchtern. Der Mann, der sein Leben der Kunst verschrieb, der Stärke, Macht und Dominanz in seinen Entwürfen ausdrückte, zerbrach innerlich an Schicksalsschlägen. Isabella Blow, seine beste Freundin, Entdeckerin und Muse, nahm sich im Mai 2007 das Leben. Unter schweren Depressionen leidend, war 2010 der Tod seiner Mutter zu viel für den 40-Jährigen. Einen Tag vor deren Beerdigung setzte Alexander McQueen seinem Leben ein Ende.

Einen wunderschönen Einblick in die modischen Kunstwerke und faszinierenden Shows des Mode-Genies gewährt folgendes Video: [url=http://www.youtube.com/watch?v=O-QVVfs96G8]YouTube - LEE ALEXANDER McQUEEN TRIBUTE (HD)[/url]

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Kristen Stewart 2005

"Twilight": Kristen Stewarts Premieren-Looks

ad__querleser@940x235.jpg

Qualität auch für Querleser

Montag bis Samstag ab 4 Uhr morgens. Und die Multimedia-Ausgabe
"Kompakt" mit den wichtigsten Nachrichten von Morgen ist auch dabei.

Jetzt e‑Paper bestellen!