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25.07.2010

Sebis Games-Blog: Die "Xbox 360 Slim" im ultimativen Praxistest

[FONT="Comic Sans MS"]Gespannt wartete die Fachwelt auf der diesjährigen E3 in Los Angeles, welche Highlights die großen Konsolenhersteller auf der bedeutenden Spielemesse präsentieren werden. Bei Microsoft hegte manch einer - in erster Linie wohl die Fans - den Traum, dass das Unternehmen aus Redmond, Washington, endlich die Spekulationen beendet und die heiß ersehnte Xbox 720 präsentiert. Doch es kam anders: Der Software-Gigant wartete bei der Pressekonferenz mit einer überarbeiteten Xbox-360-Konsole auf. [B]Die Xbox 360 Slim[/B] in neuen Kleidern steht nun seit dem 16. Juli 2010 bei den Händlern. Ob sich jedoch ein Kauf bzw. ein Umstieg auf das Gerät lohnt, bedarf einer genauen Untersuchung. Aus diesem Grund hat sich [I]Sebis Games-Blog[/I] mit Bill Gates in Verbindung gesetzt und sich das neue Modell zum ausgiebigen Praxis-Test zukommen lassen. [U][B]Design:[/B][/U] Äußerlich haben die Entwickler das neue Modell rigoros verändert. Aus weiß wurde schwarz (gibt es allerdings in der Elite-Version auch schon), aus matt wurde glatt: Hochglanzklavierlack ziert fortan die Oberfläche der neuen Konsole. Jeder, der einen schwarzen Schimmel-Flügel zuhause stehen hat, weiß der Nachteile dieses edlen Looks im Musikzimmer. Auch bei der Form legte Microsoft kräftig Hand an. Schluss mit den Rundungen, die Slim ist eckig und kantig und besticht durch eine klare Linienführung, die auf Anhieb gefällt. Bei den Maßen ist der Name Programm; die Slim ist etwas kompakter als die Ur-Xbox 360 geworden. Doch ist in dieser Hinsicht die Veränderung nicht so extrem, wie es im Vergleich Sony bei der Play Station 2 einst praktizierte. [U][B]Interne Veränderungen:[/B][/U] Das neue Gerät unterscheidet sich auch unter dem edlen Gefieder vom Debütanten aus dem Jahr 2005. Die wichtigste Neuerung ist wohl, dass nun ein Wlan-Adapter in das Gehäuse integriert ist. So spart sich der Käufer einer Xbox 360 S im Vergleich zum alten Modell rund 70 Euro, da bei der Elite der Wlan-Adapter noch separat zugekauft werden musste. Doch ehrlich gesagt sollte Wlan bei einer modernen Konsole Standard sein. Erfreulich ist jedoch, dass der neue Wlan-Kit bereits für den n-Standard ausgelegt ist. Eine ebenfalls sinnvolle - aber durchaus überfällige - Neuerung ist die Festplatte. Denn anstelle einer lächerlich kleinen 20-Gigabyte-Platte wird bei der S-Version eine 250-Gigabyte-Platte serienmäßig mitgeliefert. Gerade in Zeiten, in denen immer mehr Spiele auf die Festplatte kopiert werden oder aus dem Online-Marktplatz Inhalte mit etlichen Megabyte heruntergeladen werden (man denke nur an Spiele wie Rockband oder Guitar Hero), ist eine große Festplatte unerlässlich. So manch ein Besitzer einer alten Xbox 360 kann ein Lied von zu wenig Festplattenplatz singen: Selbstverständlich reicht es nicht, eine herkömmliche interne 1-Terrabyte-Platte für rund 60 Euro zu kaufen; für die Xbox 360 wird eine speziell angefertigte Platte benötigt, für die der Kunde bei 250 Gigabyte immer noch 75 Euro abdrücken muss. Hier möge einmal ein Loblied auf die Sony Playstation 3 gesungen werden, bei der jede Normplatte mit wenigen Handgriffen eingebaut werden kann. Diese wertvolle und kundenfreundliche Extra hat Microsoft bei der neuen Slim verpasst bzw. bewusst ausgelassen. Der Kunde wird wieder genötigt, eine extra für die Xbox 360 Slim zugeschnittene Platte zu benutzen. Sollte also die Festplatte nach einigen Jahren den Geist aufgeben oder zu klein sein, heißt es wahrscheinlich erneut, einen horrenden Mehrpreis beim Monopolisten zu bezahlen. [B][U]Lärmbelastung:[/U][/B] Der Geräuschpegel - ebenfalls einer der größten Kritikpunkte bei der alten Xbox 360 - ist bei der Überarbeitung deutlich reduziert worden. Schon ohne genaue Messung ist auffällig, wie angenehm leise das neue Gerät ist. Allerdings hat man sich beim alten Modell an den Geräuschpegel, der mit einer Dolby-Surround-Anlage gut überspielt werden kann, mit den Jahren gewöhnt, so dass diese Neuerung zwar nett ist, aber den gemeinen Xbox-Besitzer wohl nicht zum nächsten Elektronik-Fachgeschäft rennen lässt. [B][U]Der Touch hält Einzug[/U][/B] Unter dem Kapitel nett darf auch die modifizierte Front verbucht werden. So ist der DVD-Laufwerk-Öffner bei der Slim kein Druckknopf mehr, sondern funktioniert sanft über Touch. Der Powerknopf ist nun statt in Weiß in Silber gehalten, die USB-Anschlüsse sind längs nach unten gerückt und deren Abdeck-Klappe wirkt nicht mehr so, als würde sie wieder beim dritten Offnen im Gehäuse verschwinden und nie mehr herauskommen. [B][U]USB satt und Digital Audio[/U][/B] Interessant ist die Rückseite der Konsole. So verabreichten die Entwickler der Xbox 360 Slim drei neue USB-Ports (insgesamt dann fünf), die gerade in Hinsicht auf die vielfältigen Anschlussnotwendigkeiten durch Spiele wie Rockband oder ähnlichem dringend gebraucht werden. Auch hat sich Microsoft bei der S-Version endlich dazu entschieden, einen S/PDIF-Anschluss für Digital Audio zu verbauen; ein Standard, der bei der älteren Version vergeblich gesucht wird. [B][U]4,95 Euro zum Glück[/U][/B] Enttäuschend ist jedoch weiterhin, dass Microsoft seine Kunden nicht mit einem HDMI-Kabel im Lieferumfang verwöhnt. So mancher Käufer wird hoch erfreut aus dem Geschäft stapfen, in seiner Wohnung das neu erworbene Gerät auspacken und dann missmutig feststellen, dass er die Konsole nicht per HDMI mit seinem luxuriösen Flat-Screen verbinden kann, da Microsoft so knausrig ist und nur ein Composite-AV-Kabel mit SCART-Adapter mitliefert; der erneute Weg zum Elektronik-Fachgeschäft muss eingeschlagen werden; ein unentschuldbarer Fauxpas, den Microsoft schnellstmöglich beheben sollte! [B][U]Gewohnt hohe Qualität[/U][/B] Ansonsten ist die Xbox 360 Slim von der Qualität, die man mit der Konsole seit Markteinführung genießt. Die Controller, die lediglich farblich und im Glanz angeglichen wurden, sind dank hervorragender Ergonomie und Bediengefühl über jeden Zweifel erhaben. Eine Veränderung hätte nur Aktionismus an falscher Stelle bedeutet. Die einzige sinnvolle Weiterentwicklung wäre wohl gewesen, den Controllern von Haus aus Akkus zu spendieren. Denn auch bei der S-Version müssen diese als teures Zubehör (Play & Charge Kit pro Controller 20,15 Euro bei Amazon) erstanden werden. Hier wäre ebenfalls die Playstation 3 als löbliches Beispiel zu nennen, bei der die Controller einen integrierten Akku besitzen. [FONT="Arial"][B][U]Fazit:[/U][/B][/FONT] Die Beliebtheit der Xbox 360 seit der Einführung im Jahr 2005 spricht für sich. Microsoft ist mit diesem Gerät eine sehr gute Konsole gelungen, der nach wie vor der Playstation 3 aus dem Hause Sony Paroli bieten kann. Die Überarbeitung zur Slim-Version ist an sich sehr gut und behebt viele Kritikpunkte, die sich in den letzten fünf Jahren gesammelt hatten. Im Kontext der Zeitgeschichte sind die neuen Zugaben aus dem Hause Microsoft jedoch sehr skeptisch zu sehen. Eine leise Konsole, Standard, ein internes Wlan, Standard, eine große Festplatte, mehr als Standard, die Optik, schön aber doch irgendwie nebensächlich; und dazu bleibt noch so mancher Wunsch offen - Blu-ray, um nur ein Beispiel zu nennen. So ergibt sich also bei näherem Hinsehen, dass sich ein Kauf einer Xbox 360 Slim nur dann lohnt, wenn sowieso mit dem Gedanken gespielt wurde, sich eine Konsole neu anzuschaffen. Ein Umstieg von einer alten Xbox (selbst von einer aus dem Jahre 2005, sollte sie noch nicht den Ring of Death erlitten haben) auf die Slim lohnt wegen des hohen Anschaffungspreises von 250 Euro und des rapiden Verfalls der alten Boxen auf keinen Fall. Bitter, aber trotzdem sinnvoller, ist da wohl der Kauf einer größeren Festplatte für das alte Gerät, denn trotz des horrenden Preises lassen sich so rund 175 Euro sparen. Der gute Wille zählt also auch bei der Xbox 360 Slim, doch so ganz lässt sich der Eindruck nicht abschütteln, dass Microsoft langsam aber sicher die neue Xbox 720 präsentieren muss, denn nach fünf Jahren ist einfach wieder einmal die Zeit gekommen, um eine große Bombe platzen zu lassen; vielleicht überrascht uns damit der Hersteller ja schon auf der Gamescom, die Ende August in Köln stattfindet. Doch das ist wohl eher ein hehrer Wunsch denn eine Tatsache. [/FONT]

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