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21.10.2010

Mittagessen in Uppsala

Vergangenes Wochenende machte ich zusammen mit einigen anderen Studenten einen Ausflug nach Uppsala. Uppsala ist nach Stockholm, Göteborg und Malmö die viertgrößte Stadt Schwedens und hat knapp 200.000 Einwohner. Sie liegt zwischen Falun und Stockholm (jedoch näher an Stockholm) und wir brauchten bis dort etwa zweieinhalb Stunden mit unserem geliehenen Auto. Wir besuchten die Stadt jedoch nicht einfach so, sondern wir waren von einem unserer Universitätsprofessoren dorthin eingeladen worden. Tekeste (wir nennen ihn natürlich wie in Schweden üblich bei seinem Vornamen) kommt ursprünglich aus Äthiopien, wohnt jedoch seit 33 Jahren in Schweden und fast genauso lange in Uppsala. Seit 12 Jahren unterrichtet er an meiner jetzigen Uni, liebt „sein“ Uppsala jedoch so sehr, dass er die mehr als zweistündige Fahrt in Kauf nimmt und nach Falun pendelt. In Uppsala angekommen führte uns Tekeste erst ein wenig durch die Stadt: Zunächst sahen wir den Dom und die Dreifaltigkeitskirche und besuchten das nebenan gelegene Museum „Gustavinium“, in dem es unter anderem eine wertvolle, detailreiche Vitrine aus Augsburg (ein Geschenk an den schwedischen König im 17. Jahrhundert) und einen großen Anatomiesaal zu sehen gibt. Dieser Saal – auch aus dem 17. Jahrhundert – befindet sich unter einer Kuppel und ist so gebaut, dass etwa 200 Menschen einen guten Blick auf den Seziertisch in der Mitte hatten. Als nächstes erfuhren wir einiges über Uppsala bezüglich Studieren und Uni. Uppsala ist nämlich eine der ersten Städte, in der eine Universität gegründet wurde und ist bis heute eine richtige „Studentenstadt“. Wir machten also einen Abstecher zu besagter Uni (das Gebäude ist einige Jahrhunderte alt und wirklich beeindruckend), zu einem der Häuser der vielen Studentenclubs und zur Universitätsbibliothek. Danach kam – für mich – das Highlight des Tages: Wir waren bei Tekeste zum Essen eingeladen. Er wohnt mit seiner (schwedischen) Frau Berit seit vielen Jahren in einem eher kleinen, sehr hübschen Haus im Zentrum Uppsalas, und nun quetschten sich also knapp 30 Studenten in sein Wohnzimmer. Er hatte am Morgen extra für uns Brot gebacken, das wir dann mit Butter und Käse sozusagen als Vorspeise bekamen. Das eigentliche Essen, Nudeln mit Tomatensoße und Salat, sollten wir dann – Überraschung! – erst noch selbst zubereiten, was jedoch echt lustig war. Eigentlich war es so eng, dass man sich kaum umdrehen konnte, aber wir schafften es letztendlich irgendwie, alles zuzubereiten und auf allen Tellern, die wir finden konnten, anzurichten. Es war total interessant, mal ein „echtes“ schwedisches Haus von innen zu sehen. Außerdem hatten wir die Möglichkeit, uns mit dem Ehepaar auf einer persönlichen Ebene zu unterhalten, was total spannend war. Tekeste erzählte uns zum Beispiel wie es dazu kam, dass er nach Schweden gezogen ist, und seine Frau zeigte uns ein paar der Teppiche, die sie webt und verkauft. Auf einem war das Porträt der bekannten schwedischen Autorin Astrid Lindgren zu sehen, mit jeder kleinen Schattierung – ich wusste nicht, dass man so etwas in einen Teppich weben kann! Nach dem tollen Nachmittag im Haus des gastfreundlichen Ehepaars spazierten wir noch hinauf zum Schloss und genossen den Ausblick über die Stadt und machten uns zum Schluss nochmals auf den Weg ins Zentrum. Dort gibt es eine Skulptur in Form eines liegenden Menschen, die beheizt ist! An dieser Stelle muss ich anmerken, dass es in Schweden inzwischen schon richtig kalt ist, ich trage meinen Wintermantel, Mütze, Schal und Handschuhe nun schon tagsüber. Vor ein paar Tagen hat es sogar schon mal etwa 10 Minuten lang geschneit! Wir machten es uns also ein Weilchen auf dem kuriosen Kunstwerk gemütlich und wärmten uns auf, ehe wir zurück zum Auto bummelten und uns auf den Heimweg machten. Was mich bei diesem Besuch etwas verwunderte: Obwohl Uppsala die viertgrößte Stadt Schwedens ist, kam ich mir manchmal etwas wie in einer etwas verschlafenen (aber netten!) Kleinstadt vor. Da merkt man wieder einmal, wie anders einfach die Größenverhältnisse in Schweden im Vergleich zu Deutschland sind... Anmerkungen zu den Bildern: Links der Dom, in der Mitte das Schloss und rechts die beheizte Skulptur, auf der sich einige meiner Mitstudenten aufwärmen.

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