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17.09.2010

Not in English, please!

Wie sind sie nun, die Schweden? Darauf habe ich eigentlich nur eine Antwort: Gute Frage! Denn wie ich im ersten Blog-Eintrag erzählt habe, wohne ich im Wohnheim fast ausschließlich mit nicht-schwedischen Studenten zusammen, habe zusammen mit ihnen die Einführungsveranstaltungen besucht und sitze mit ihnen in den englischsprachigen Vorlesungen. Es hat sich also herausgestellt, dass es deutlich schwieriger ist, Schweden kennenzulernen, als vermutet! Das liegt aber meinem Eindruck nach vielmehr an der Art der Organisation hier als an den Schweden selbst. Denn die Landsmänner und –frauen, die ich bisher (flüchtig) kennengelernt habe, waren wirklich sehr nett! Dementsprechend wenig konnte ich folglich meine Schwedischkenntnisse anwenden – leider! Ich versuche zwar, zum Beispiel im Supermarkt Schwedisch mit den Angestellten zu sprechen, jedoch schalten viele Schweden meiner Erfahrung nach sofort auf Englisch um, wenn sie bemerken, dass man Ausländer ist. Englisch spricht hier nämlich nahezu jeder fließend. Das liegt am intensiven Englischunterricht an den Schulen und unter anderem daran, dass in Schweden englische bzw. amerikanische Serien und Filme nicht synchronisiert werden, sondern in der Originalsprache und mit schwedischen Untertiteln ausgestrahlt werden. Das finde ich zum Schwedisch-Lernen auch für mich ganz praktisch. Aber natürlich lerne ich auch weiterhin „richtig“ Schwedisch in einem Kurs an meiner Universität. Und ich habe vor ein paar Tagen endlich eine Fußballmannschaft gefunden, mit der ich trainieren kann (ich habe auch schon zuhause im Verein gespielt), dort spielen meines Wissens nach auch fast ausschließlich Schwedinnen. Ich hoffe, unter anderem auf diesem Weg doch noch besseren Kontakt zu Einheimischen herstellen zu können! An dieser Stelle möchte ich noch ein paar Worte zu der Stadt, in der ich lebe, verlieren: Falun ist eine nicht zu große, aber sehr hübsche Stadt. Sie ist in etwa doppelt so groß wie Dillingen, was für schwedische Verhältnisse (nur ca. neun Millionen Einwohner im gesamten Land!) nicht so klein ist. Alle Bilder, die der Deutsche im Kopf hat, wenn er an Schweden denkt, bestätigen sich hier absolut. In der Stadt und um sie herum gibt es viele Seen und Flüsse, man ist nie weit vom nächsten Wald entfernt und es gibt sehr viele rote Holzhäuschen. Ich habe erfahren, dass die rote Farbe, die so typisch für die schwedischen Gebäude ist, ihren Ursprung hier in Falun findet. Es gibt hier nämlich eine jahrhundertealte, riesige Kupfermine, in der früher intensiv Bergbau betrieben wurde. Aus einer Art Abfallprodukt bei der Kupfer-Gewinnung wurde schon vor langer Zeit das sogenannte „Falu-Rot“ hergestellt, mit dem dann zunächst Häuser in Falun und später in ganz Schweden angestrichen wurden. Die Grube ist heute nicht mehr in Betrieb, sie wurde jedoch zum Weltkulturerbe ernannt und kann besichtigt werden. Ich war schon dort, sie ist wirklich (vor allem durch ihre Größe) sehr beeindruckend. Und noch ein weiteres schwedisches Nationalsymbol kommt hier aus der Gegend: Das Dala-Pferd. Hierbei handelt es sich um ein bemaltes Holzpferd, das nach der Region Dalarna, in der auch Falun liegt, benannt ist. Man kann es hier in sämtlichen Souvenir- und Dekorationsläden kaufen, winzig klein oder groß wie ein Dackel, in Modefarben wie pink oder lila oder doch traditionell in rot. Doch wer (wie ich anfangs …) daran denkt, all seinen Freunden und Verwandten ein kleines Pferdchen als Urlaubsmitbringsel zu schenken, hat sich zu früh gefreut. Die hübschen Holztiere haben nämlich einen stolzen Preis, die kleinsten (etwa 2 cm groß) kosten umgerechnet bereits knapp 10 Euro. Ja, die schwedischen Preise… Darüber werde ich euch nächstes Mal berichten! :yes: Anmerkungen zu den Bildern: Links ein typisch schwedisches Haus in Falun, in der Mitte eine Brücke in der Stadtmitte, rechts ein Dalarna-Pferd fast in Lebensgröße.

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