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25.11.2010

Stockholm II und Helsinki

Letzten Sonntag brachen wir, etwa 25 Studenten, morgens mit dem Zug von Falun nach Stockholm auf. Wir hatten vorher herausgefunden, dass in Stockholms Altstadt (siehe Stockholm-Eintrag) schon der erste Weihnachtsmarkt geöffnet hatte. In Stockholm angekommen schlug uns schneeverwöhnten Falunern erst einmal der Regen ins Gesicht… Dementsprechend war auch der Weihnachtsmarkt eher mäßig, aber wir fanden ein sehr nettes Café, in dem wir dann erst mal „Fika“ (die schwedische Version von „Kaffee und Kuchen“, sehr wichtig hier! :blush: ) machten. Am späten Nachmittag machten wir uns dann auf in Richtung des Schiffes, das uns über Nacht in Finnlands Hauptstadt Helsinki bringen sollte. Unsere Kabinen hatten wir im Voraus gebucht, wie für Studenten typisch selbstverständlich die billigsten. Das merkte man dann auch insofern, dass wir ganz unten im Schiff (sogar unter dem Autodeck) schliefen, und man sich in den Kabinen kaum umdrehen konnte. An der Stelle, an der eigentlich das Fenster sein sollte, befand sich ein Bullauge mit einem ‚hübschen‘ Bild eines Leuchtturms. Das alles war aber nicht schlimm, denn außer zum Schlafen waren wir kaum dort. Den Abend verbrachten wir dann mit Karaoke-Singen, auf dem Schiff gab es nämlich ein recht großes Unterhaltungsangebot. Wie wir feststellten sind Studenten jedoch nicht die typische Zielgruppe eines solchen Fährunternehmens… :blush: Als wir am Montag Morgen nach einer Stunde weniger Schlaf (Zeitumstellung zwischen Schweden und Finnland!) und etwas Seekrankheit wieder Festland betraten, schlug uns erst einmal eine enorme Kältewelle entgegen. Im Gegensatz zu Stockholm lag in Helsinki nämlich Schnee und es war richtig, richtig kalt! Wir hatten dann den ganzen Tag Zeit, die Stadt anzuschauen. Wir sahen uns zwei bekannte Kathedralen an, waren in einem Museum (Geschichte Helsinkis), in einer großen Markthalle am Hafen und liefen ansonsten einfach eine große Runde durch die Stadt. Obwohl es so kalt war hat mir auch diese Stadt richtig gut gefallen. Ich war ja jetzt schon in einigen großen skandinavischen Städten (Kopenhagen, Oslo, Göteborg, Stockholm) und finde sie alle toll, sie sind sich jedoch auf gewisse Weise auch recht ähnlich. Helsinki war insofern nochmal anders, als dass dort der russische Einfluss, wenn man es so nennen will, sichtbar wird, wie man z.B. auf den Fotos der Kathedralen sehen kann. Und obwohl es so eisig kalt war, hatte die verschneite Stadt mit der weihnachtlichen Beleuchtung eine tolle Atmosphäre. Ich habe allerdings auch von anderen Studenten gehört, dass sie von der Stadt nicht so begeistert waren. Helsinki ist also wohl nicht jedermanns Sache. :blush: Etwas, was für mich dort ganz seltsam war: In Euro zu bezahlen und Euro-Preise zu sehen! Ich habe jetzt drei Monate lang nur in verschiedenen Kronen-Währungen gedacht und gezahlt, ich war wirklich verwirrt! :scared: :blush: Nach einer zweiten Nacht auf dem Schiff kamen wir morgens wieder in Stockholm an. Diesen Tag wollten ein paar Freunde und ich dazu nutzen, uns das Museum „Junibacken“ anzusehen. Dieses Museum dreht sich ganz um schwedische Kindergeschichten, hauptsächlich die von Astrid Lindgren, und ist eigentlich auch für Kinder gedacht. Dort gibt es große begehbare Kulissen, z.B. das Haus von Pettersson und seiner Katze Findus oder Pippi Langstrumpfs Villa Kunterbunt, und als Hauptattraktion einen Zug, mit dem man durch in Miniaturform nachgebaute Szenen aus Astrid Lindgrens Geschichten fährt. An diesem Tag ist das Kind in mir wieder erwacht, muss ich gestehen, denn als ich klein war habe ich all diese schwedischen Geschichten nahezu verschlungen! :blush: Es war also ein schöner Nachmittag im Museum, den wir mit einem Pippi Langstrumpf-Pfannkuchen im Museumscafé abschlossen. Ich muss noch kurz ausschweifen und eine kleine Anekdote von diesem Nachmittag erzählen. Dafür muss ich erst etwas zurückgehen: Vor ein paar Monaten habe ich den deutschen Roman „Elchtest“ gelesen, in dem vom ‚typischen‘ Schweden (falls es ihn denn gibt) erzählt wird. Dort wird behauptet, der Schwede sei ein eher gelassener Typ und handle stets nach dem Motto „Das regelt sich schon…“. Zurück nach Stockholm: Eine Freundin und ich wollten mit der Metro zum Museum fahren. Als wir an der Haltestelle ankamen, stand die Bahn schon da und deshalb beeilten wir uns, zum Automaten zu kommen und ein Ticket zu kaufen. Bevor wir dort jedoch ankamen, winkte uns schon der Schaffner in die Bahn und meinte, wir könnten auch bei ihm ein Ticket kaufen. Ob das denn auch bargeldlos mit Karte ginge, fragte ich ihn. Da meinte er hm, nein, das gehe nicht, aber… : „Setzt euch, das regelt sich schon!“ Als die Bahn dann losfuhr und der Schaffner zu uns kam, hatten wir selbstverständlich nicht mehr genug Bargeld für die Tickets. Nachdem wir gezählt hatten, wie viel wir noch hatten, sagte er: „Gut, dann berechne ich euch den Preis für Jugendliche.“ Nett, diese Schweden! :blush: Anmerkung zu den Bildern: Oben links und in der Mitte die zwei Kathedralen in Helsinki, oben rechts und unten links Eindrücke aus Helsinki und unten rechts ich auf Pippi Langstrumpfs Pferd „Kleiner Onkel“ im Museum Junibacken in Stockholm.

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