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14.10.2010

Wundervolles Oslo

Vergangene Woche verbrachte ich mit ein paar meiner neuen Freunde vier Tage in Oslo. Oslo ist die Hauptstadt Norwegens, das direkt an Schweden angrenzt. Wir (13 Personen aus 3 Ländern) starteten unsere ca. siebenstündige Busfahrt frühmorgens, um dann am Nachmittag die norwegische Grenze zu erreichen. Dort begann dann schon das Abenteuer – wir wurden vom Zoll kontrolliert, was ich so auch noch nie erlebt habe. Und zwar nahmen mehrere Zollbeamte unseren Bus unter die Lupe, im Inneren begann ein Beamter von hinten, eine Beamtin von vorne, allen Passagieren einzeln Fragen zu stellen. Sie wollten wissen wo man herkomme und wo man hinwolle, was man denn in Norwegen tun werde und ob man Alkohol oder Zigaretten mit sich führe. Ein Mann musste dann tatsächlich mit aussteigen und sein Gepäck öffnen. Ich saß dort, wo die Zollbeamten dann sozusagen aufeinandertrafen und wurde bei der Kontrolle vergessen, was ich zugegebenerweise wirklich nicht schlimm fand, denn obwohl ich ja nichts zu befürchten hatte, hatte ich trotzdem ein mulmiges Gefühl. Oslo selbst begrüßte uns dann mit einer atemberaubenden Aussicht. Die Stadt liegt zwar schon fast im Landesinneren, jedoch „frisst“ sich das Meer (sprich: der sogenannte Oslofjord) bis dorthin vor. Nachdem wir in unser Hostel eingecheckt hatten, machten wir uns noch auf den Weg, um Oslo bei Nacht zu bestaunen. Schon das ist wirklich toll, denn die meisten Gebäude sind nachts wunderschön beleuchtet. Der zweite Tag begann mit kleinen Reibereien – ist ja klar, dass bei 13 Leuten nicht immer alles glatt läuft. Die einen wollten losziehen, die anderen waren noch nicht fertig, wie das eben immer so ist. Aller Ärger war jedoch spätestens bei unserem etwas besonderen Frühstück verflogen, denn anlässlich des (berühmten?) Welt-Eiertags wurde in der Innenstadt kostenlos leckeres Rührei verteilt. Gestärkt traten wir dann unser weiteres Tagesprogramm an: Wir bestaunten in der Nationalgalerie den weltbekannten „Schrei“ von Edvard Munch, verfolgten den Gardewechsel vor dem königlichen Schloss und fuhren mit einem kleinen Schiff zu einer der Inseln vor der Stadt und besuchten dort ein Wikingerschiff-Museum. Und egal ob bei Tag oder bei Nacht, es gibt in Oslo wirklich immer was zu sehen, gerade wenn man in der Innenstadt ist, denn dort liegen dicht beieinander die meisten der wichtigen Gebäude. Als wir abends diesmal nicht durch das Zentrum, sondern durch ein weniger belebtes und etwas heruntergekommenes Viertel schlenderten, kamen wir in eine kleine Gasse, in der einfach (ja, im Freien!) ein riesiger Kronleuchter hing! Er war bestimmt zwei Meter groß und der Anblick war wirklich beeindruckend. Was es damit auf sich hat konnten wir jedoch nicht herausfinden. Tag drei begannen wir mit dem Besuch eines großen Flohmarkts, auf dem es wirklich alles gab. Hier standen unzählige Paar Schuhe neben Laptops, Bergen alter Kleidung und gebrauchten Handys, es war wirklich verrückt. Mit der Metro fuhren wir anschließend ein Stück aus dem Zentrum hinaus zum Vigeland-Park, einem Skulpturenpark. Dieser war wirklich interessant anzusehen, wenn auch die Skulpturen teilweise etwas befremdlich waren, wie beispielsweise eine riesige Säule, bestehend aus nackten Menschenkörpern. Zurück im Zentrum besuchten wir das Nobel-Friedenszentrum, wo wirklich die Hölle los war, denn genau an diesem Wochenende war die von Tumulten begleitete Bekanntgabe des neuen Preisträgers Liu Xiaobo. Das Museum dort ist wirklich gut gemacht und sehr sehenswert. Ein weiteres, ebenso sehenswertes Museum ist die „Mini Bottle Gallery“, die wir danach besuchten. Dort kann man sich tausende oft nur wenige Zentimeter große Fläschchen aus aller Herren Länder in einer witzigen Ausstellung ansehen. In manchen befanden sich nicht nur normale Getränke, es gab auch welche, die zum Beispiel mit kleinen Schlangen gefüllt waren… Auch das war irgendwie verrückt! Dann kam für mich eines der Highlights der Fahrt: Der Besuch der Eisbar. Wie der Name schon sagt ist dies eine Bar, die komplett aus Eis besteht. Bevor man den Raum betritt, bekommt man ein großes warmes Wintercape mit Fellkapuze und Handschuhen, denn es wird mit der Zeit wirklich kalt. Aus einem Gespräch mit der Barkeeperin erfuhren wir, dass diese Capes eigentlich nicht verteilt werden, um die Besucher vor der Kälte (es hat dort -5 Grad Celcius) zu schützen, nein – das Eis soll vor den Besuchern geschützt werden! Es handelt sich nämlich um „wildes“ Eis aus dem Norden Schwedens, das ein ganzes Jahr halten muss, und trotz der Schutz-Mäntel lässt die Körperwärme der Besucher das Eis jedes Jahr um einige Zentimeter schmelzen. Nachdem wir die volle Zeit (45 Minuten) durchgehalten und ein Getränk aus einem Glas aus Eis genossen hatten, zog es uns wieder ins „warme“ Freie (auch draußen brauchte man einen Wintermantel!). Zum Abschluss bestaunten wir die beleuchtete neue Oper bei Nacht, ein architektonisch interessantes Gebäude, das so gebaut ist, dass die Besucher hinauf laufen können, bevor wir am nächsten Tag unsere Heimreise antraten. Noch eine Randbemerkung: Norwegen war für mich nun das dritte skandinavische Land, das ich besucht habe, und auch das dritte Land, in dem es schon wieder eine andere Kronen-Währung gibt! Und habe ich behauptet, Schweden sei teuer? Norwegen ist richtig teuer! :scared: :D Mein Fazit: Oslo ist wirklich eine tolle Stadt, die man, wenn man die Möglichkeit dazu hat, unbedingt besuchen sollte! Anmerkungen zu den Bildern: Links die Säule im Skulpturenpark, in der Mitte ein Kronleuchter aus kleinen Flaschen in der Mini Bottle Gallery, rechts ich in der Bar aus Eis.

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