26.10.2009

Der letzte Sprizz der Saison...

[FONT="Arial"]„Sag mal“, fragt mich neulich Harry, meine beste Freundin, „ist Dir auch aufgefallen, das die immer weniger Aperol in den Sprizz reintun“. „Mhh“, sag ich, „jetzt wo Du es ansprichst“. Tja, es wird Herbst, die Nächte werden länger, die lauen Abende sind vorbei und der Aperol scheint sich seinem langsamen aber sicheren Ende – dem leeren Flaschenboden - zu nähern. Melancholisch erinnere ich mich an sonnige Sommersamstage, an denen es bereits vormittags auf den Tischen der netten Cafe´s und Kneipen am Lech vor tieforangenen Weinkelchen nur so schimmerte. Wer schlau war, ging zuerst zum Wochenmarkt um wenigsten die eine oder andere Gurke und Selleriestaude mit nach Hause bringen zu können. Doch auch die Cafe´s in der Innenstadt lockten den vorübergehenden Wochenendgenießer mit dem nicht ganz neuen, aber äußerst attraktiven Getränk in Ihre Außenbestuhlungen. Ob Bicigletta, Sprizz oder Veneziano... der Name war egal, aber Programm. Was war das für ein herrliches Geräusch, wenn sich die farbenfrohen Gläser zum einstimmigen Santé in der Mitte des Tisches trafen und die Eiswürfel mit ihrem einzigartigen Klirren den Sommer verkündeten. Da war es um den Landsberger und den Tourist geschehen, da war Italien so nah wie nie und das Gemüt so froh und frei wie selten. Schlau, wer dann bereits seine Einkäufe in der Tasche und unter dem Bistrostuhl gebunkert hatte. Denn nicht selten blieb es nicht bei einem dieses erfrischenden Sommergetränks, - ich hörte sogar, dass manch einer, der mit Mutti´s Einkaufszettel auszog um auf dem Landsberger Wochenmarkt die biologisch ökologischen Vorräte für´s Wochenende aufzufüllen, teilweise erst weit nach Anbruch der Dunkelheit mit seinen Einkäufen den heimischen Kühlschrank wieder erreicht haben soll. Aber damit ist jetzt Schluß – der Herbst ist da und die Aperolflaschen neigen sich Ihrem Ende zu. „Weißt, „sagt Harry“ und nippt an ihrem kaum orangenen letzten Drink der Saison, als wir, die letzten Sonnenstrahlen genießend, am letzten Markt-Samstag nochmal dick eingewickelt draußen sitzen, „weißt, die könnten doch einfach sagen, sie haben keinen Aperol mehr, anstatt des letzte Noagerl noch auf 17 Gläser zu verteilen“. „Stimmt“, denk ich mir und als die Bedienung mich fragt, ob ich nochmal das gleiche möchte, schüttel ich den Kopf. „Nein, danke“, sag ich, „bring mir lieber den ersten Glühwein der Saison.“ „Da muß ich erstmal schauen, ob wir den schon da haben,“ sagt die nette Bedienung und Harry schiebt mir ihr Glas rüber: „Hier“, sagt Harry in einem wehmütigen Ton zu mir, „dann trink bei mir noch einen Schluck mit, ich befürchte nämlich, das ist für uns [B]der letzte Sprizz der Saison...[/B]“ [/FONT]

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