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16.08.2010

Wo darf ich mein Kreuz machen, oder die verschiedenen Arten von Patriotismus ...

Liebe BlogleserInnen, es sind nun gute drei Wochen vergangen, die ich wieder in den USA bin. Die letzten Tage und Wochen waren von extremer Arbeit und einem Spektrum an Ereignissen begleitet, welche zwischen Lächeln, Ungläubigkeit und Anerkennung pendelten, wie ich es noch nie so komprimiert erlebt habe. Das Wetter tat das übrige ... Ankunft LA, am nächsten Morgen Messeaufbau im Convention Center Anaheim, sozusagen die Disney-Kongresshalle. Das Wetter, angenehme 24° und wildeste Ankündigungen über die zu erwartenden Komplikationen mit dem Personal dort, denn sie seien "union-people", also das was ein ordentlicher Amerikaner am meisten fürchtet, Gewerkschaftler. Aber weit gefehlt, etwas Papierkram, freundliche Kommunikation und zügige hilfsbereite Leute, die meisten waren durch die Army in Deutschland und hatten glänzende Augen und viele Anekdoten auf Lager. Die Messe ein riesiger Erfolg, das Wetter stabil, tagsüber in den mittleren 20ern und abends dann leider empfindlich kühl, trotz Juli ... Das erste Mal ein Baseballspiel im Stadion erlebt, nun was soll man sagen? Ok, Tip1: unbedingt auf der Etage sein in die man muß! Wenn die Nationalhymne ertönt, bleiben alle Lifte und Rolltreppen stehen, und die Leute legen die Hand aufs Herz, was durchaus grotesk sein kann, wenn in einer ein Labberbierbecher und in der anderen ein angeblicher Hotdog ist :) Bosten gewann, was die Laune der Leute nicht gerade aufhellte wenn sie LA Angels Fans waren. So war der häufigste Spruch Boston sucks (Sox) ... Tip2: Das Auto so parken, dass man auch wenn auf dem Parkplatz spontane Partys sind wegfahren kann, das verhindert ungute Diskussionen mit Anhängern der Gegner, welche keinen Grund zur Abreise sehen, wenn die Kofferraum große Kühlbox noch Labberbier beinhaltet. Am folgenden Sonntag auf dem Pier von Newport gegessen und einen wunderschönen Sonnenuntergang gesehen ... Weiter nach Texas, genauer Austin und San Antonio, Temperaturen 40° und mehr aber trocken und erträglich. Es lebe der deutsche Verkehrsfunk ... ohne einen Hauch einer Chance in einem 20 Kilometerstau zu stehen und den Moter wg. Klimaanlage laufenlassen zu müssen, es waren 105°F (41°C) um 10:00, erzeugt Frust und Stolz was meinen verkümmerten Patriotismus wachsen lies und ich meinem US-Kollegen klar machte wie ineffizient das US Strassensystem ist, wenn es keine Möglichkeit der Lenkung oder Information hat. Er war erst neugierig, dann niedergeschlagen. Austin ist und bleibt dennoch eine meiner favorisierten Städte in den USA, wer eine Gelegenheit hat sollte dort hin ... und es gibt wie fast überall in Texas auch richtiges Bier "Shiner", natürlich von deutschen Einwanderern ... Nach einer erflogreichen Woche in Texas, ins sommerlich schwüle Chicago, tja, wenn der Wächeservice des Hotels nicht zur Verfügung steht, so erübrigt sich es großartig auszugehen, Wäschewaschen unter Zuhilfenahme eines Sacks Quarters, Waschmittels aus einem Automaten, und viele perplexe US Hausfrauen: 100% Einigkeit, dass das Ihre Männer nicht tun würden, ich hoffe, die folgenden Diskussionen haben bei Ihnen zu Hause nicht zu Ehekrisen geführt ... Zurück im Hotel, Bügeln mit einem Bügeleisen, das, 110V und etwas schwacher Leistung sei Dank, selbst in höchster Stufe grad Mal lauwarm wird, ist eine äußerst Zeit raubende Sache und warf den Zeitplan komplett über den Haufen, da aber die bissige alte Schachtel am Flughafen in Austin mir $ 200,-- für einen extra Koffer abnahm, habe ich meine Reiseplanung so geändert, dass ich alle unbenötigten Koffer im Hotel aufbewahrte, damit bekam Chicago eine neue Chance, und nur mit leichtem Gepäck weiter nach Rochster flog ... um dort erneut eine Stadt und Ihre Leute zu treffen, die ich ebenfalls jedem Urlauber ans Herz lege, für Leute die sich am die kleine Farm erinnern, der Highway 63 nördlich ist Laura Ingalls Wilder trail benannt, und neuere Filmorte sind auch da, Lemmon/Matthau/Loren ... wurde in der Nähe zum Teil gedreht, der Ort heißt Wabasha ... Den ganzen Sommer über gibt es "Thursday on first" Auf und Abbau innerhalb weniger Stunden und jeden Donnerstag, Bands, Bars, Pizza etc. ein wöchentliches, einabendliches MAX-fest ... macht Spass! Wer dort hinfährt sollte ins Hilton Garden Inn, mittendrin, sauber und einen Gruß an Kelly an der Hotelbar ausrichten ;), einen Burger im Newt's essen ist auch ein Muß! Freitag mittags mache ich mich zum Flughafen auf (RST), etwa so wie Augsburg sein könnte, aber das ist eine andere Geschichte ... Die Mädels am Schalter freuen sich mir zu sagen ich sei ein Glücksfall, trotz Freitag dem 13. würden sie mich auf eine frührer Maschine buchen, die letzte am Abend sei gecancelt ... Nun es geht alles ganz zügig und ich setze mich im ersten Stock neben das Gate auf die Stühle um das Treiben drausen zu beobachten, Wolken ziehen auf, fangen an nicht vorbei zu ziehen sondern eine Kurve zu drehen, daraus wird eine Rotation und 10 Meilen vor dem Flughafen entsteht ein veritabler Tornado, das Personal regiert umgehend und alle werden in die als Shelter ausgelegte Haupthalle evakuiert ... nach 60 Minuten ist der Alarm vorbei und der Rückflug nach Chicago ist ohne weitere Vorkommnisse ... und ich bin tatsächlich der einzig glückliche Passagier, denn trotz Tornado immernoch früher in Chicago als ursprünglich geplant. Chicago und etwas mehr Zeit als das Wochenende zu vor... was tun? Am Strand auf der Nordseite findet die Sea and Airshow statt, und die USA zeigt was sie hat, F14, F16, F18, B1B, KC135, C130, C17, T5, P38 etc. in zig verschiedenen Flugformationen zeigen was man mit Ihnen machen kann wenn man sein Gerät beherrscht. Etwas befremdlich der permanente "we are the greatest" Unterton, die Sponsoren ua Boeing präsentierten das Gerät, so als ob sie dem Steuerzahler permanent Ihre Modelle verkaufen wollten, die Army hatte Rekrutierungsbüros dabei, auf welche die Fallschirmspringer nach Ihrer Zielankunft sofort hinwiesen, meine Gesprächsnachbarn waren das erste Mal sprachlos als eine BO 105 mit Redbull Werbung zeigte, was ein Heli alles kann und die 5 Minuten zuvor rumknatternden Bells etwas alt aussehen ließ ... Große Zerknirschung, als der Sprecher die Schubkraft der US Flugzeuge erwähnte und einer der (Exilrussischen-)Mitzuschauer nur lappidar den Kommentar in die Runde warf, dass das nicht mal 60 % des Schubs einer MIG29 sei ... Natürlich wurde auch wieder die Nationalhymne gesungen, aber das war angesichts der Badehosen und Bikinitragenden Zuschauer vollends lächerlich, schon fast peinlich ... So und nun weiter am Montag nach Indianapolis!

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