1. Startseite
  2. Community
  3. Leserblogs
  4. f.j.neffe
  5. Von Franz zu Franz - Gedanken für den Hl. Vater (II)

17.08.2014

Von Franz zu Franz - Gedanken für den Hl. Vater (II)

Lieber Papa Franziskus,

wenn ich am Sonntag in der Kirche bin, gibt es Gedanken, die kommen mir immer wieder. Es ist als könnte ich dem lieben Gott bei seinen Selbstgesprächen zuhören:

>Da kommen die Leute zu mir und das erfreut mein Herz. Sie rufen: "Herr, erbarme Dich!" OK, ich höre es und sage: "Ich erbarme mich. Ich tue das gern für Euch." 

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Am nächsten Sonntag kommen sie wieder: "Herr, erbarme Dich!" Nun ja, ich habe wohl zu leise gesprochen. Sie haben mich nicht gehört. Selbstverständlich, Leute: "Ich erbarme mich."

Am nächsten Sonntag wieder dasselbe: "Herr, erbarme Dich!" und ich natürlich: "Das tue ich doch gern. Leute, ich Erbarme mich!" Jetzt müssten sie´s doch mitbekommen haben.

Am nächsten Sonntag wieder: "Herr, erbarme Dich!" Also irgendwas läuft hier schief. Sie wollen was von mir und ich gebe es ihnen doch gern, aber sie nehmen mich einfach nicht zur Kenntnis. Oder meinen sie vielleicht gar nicht mich? Wieso kommen sie dann zu mir?

Am nächsten Sonntag wieder: "Herr, erbarme Dich!" und ich erbarme mich selbstverständlich wieder, aber das scheint niemand drauszubringen. Am nächsten Sonntag soll ich mich wieder erbarmen und ich erbarme mich und keiner nimmt es zur Kenntnis.

Sie hören gar nicht, dass ich mich erbarme. Sie nehmen mein Erbarmen nicht an, ja, sie lassen sich nicht einmal stören dadurch.

Jeden Sonntag führen sie ihr "Herr, erbarme Dich!" auf. Unbarmherzig. Es ist noch nicht mal ein Selbstgespräch - sonst müssten sie sich doch irgendwann einmal hören.

Sie sprechen weder mit mir noch mit sich. Und sie hören nicht, was sie sprechen. Sie sprechen nur.<

Erweisen wir Gott wirklich einen Dienst mit unseren Gottesdiensten? Oder machen wir es mit ihm wie mit der alten Oma, die über die Straße geführt wird, ob sie will oder nicht, damit man seine tägliche gute Tat getan hat?

Wäre es nicht an der Zeit, mit Gott in ein wirkliches Gespräch zu kommen? Sollten wir Gott nicht die Chance geben, uns auch einmal eine Antwort zu sagen und darauf eine Antwort zu bekommen?

Mit guten Wünschen und herzlichen Grüßen

Franz Josef Neffe                                 am 17.August 2014

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
ad__querleser@940x235.jpg

Qualität auch für Querleser

Montag bis Samstag ab 4 Uhr morgens. Und die Multimedia-Ausgabe
"Kompakt" mit den wichtigsten Nachrichten von Morgen ist auch dabei.

Jetzt e‑Paper bestellen!