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22.04.2015

Das Glück ist immer da - wo man nicht ist

Wir wägen unsere Möglichkeiten ab: Wenn ich bessere Startbedingungen im Leben gehabt hätte, wenn ich so begabt wäre wie, wenn ich meinen Traumjob hätte ergreifen können, wenn ich eine stabilere Gesundheit hätte, wenn meine Ehe nicht gescheitert wäre.  Diese Wenn-Fragen sind uns nicht unbekannt. Es gibt viele Vergleichsmöglichkeiten. Da kann man selber schlecht abschneiden und das macht uns Not.

Das ist keine neue Erfahrung. Seit Menschen erzählen, wird davon berichtet. Die Bibel überliefert eine Jahrtausende alte Geschichte (Genesis 4). Es ist die Geschichte von zwei unterschiedlichen Brüdern. Es ist die Geschichte von Kain und Abel. Kain ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten und Bauer geworden. Abel, der jüngere, ist Hirte. Äußerlich zwei ungleiche Brüder. Sie hatten beide jedoch die gleichen Absichten. Beide versuchten Gott zu gefallen. Kain brachte die besten Früchte vom Feld. Abel brachte die besten Tiere und Öl von seiner Herde. Gott sollte sich freuen.

Hier ist die empfindliche Stelle. Wie oft sind zwei wirklich ganz dicht nebeneinander. Sie geben beide ihr Bestes. Der eine wird bestätigt, hat offensichtlich Erfolg. Der andere geht leer aus. Das zeigt der Vergleich.

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Neid wächst aus dem Vergleich. Bei den ungleichen Brüdern sehen wir es. Abel erlebt, wie Gott sich ihm zuwendet. Kain erlebt das Gegenteil. Kains Augen werden im Vergleich hin und her gegangen sein, so wie Kinder zu Weihnachten ihre Gabentische vergleichen. Hat da einer etwas mehr bekommen? Kain war sauer. Er senkt den Blick und lässt den Kopf hängen. Der dort – der hat Erfolg, ich nicht! Seine Mühe hat sich gelohnt – meine nicht.

Die größte Not kommt vom Vergleichen! Der andere kann sich seine Zeit einteilen, man selbst wird ständig gehetzt. Dem anderen geht alles leichter von der Hand , man selbst muss sich abmühen.

Das Glück ist immer da, wo man nicht ist. Neid ist immer dort zu finden, wo einer sich nicht angenommen weiß. Wie gut können wir Kain verstehen. Es tut weh wenn man auf Ablehnung stößt und keinen sichtbaren Erfolg hat.

In dieser Situation ist es um Kains Fassung geschehen. Der Vorteil seines Bruders wurmt ihn. Aus dieser Situation heraus bringt Kain seinen Bruder um.

Kain führt aus, was wir manchmal nur zu denken wagen in der Form: „Wenn dieser Mensch nicht da wäre, dann hätte ich, dann wäre ich, dann…“. Alle Not kommt vom Vergleichen. Das Vergleichen zehrt an unseren Herzen und lässt uns nicht zur Ruhe kommen – zum Frieden des Herzens, der darin zum Ausdruck kommt, dass einer sagt: „Mir wird nichts mangeln!“ (Psalm 23,1).

Dieser letzte Satz ist gesprochen von einem, der weiß, dass Gott ihn angenommen hat, auch wenn die äußeren Umstände das nicht bestätigen. Mir fehlt nichts, Gott gibt genug. Ich muss mich nicht ständig vergleichen. Ich nehme von Gott, der Gutes für mich will, die Verhältnisse an, unter denen ich lebe, die Aufgaben, die ich habe, die Veranlagungen und Gaben, die ich mitbekommen habe, die Grenzen, die mir gesteckt sind und die Möglichkeiten, die sich mir stellen. Oft ist es ein langer Weg, ein Ja zur eigenen Lebenssituation zu finden, ein Ja zu sich selbst.

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