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22.07.2017

Ein Baby wird geboren - was braucht ein Baby?

In den ersten Monaten geschieht schon viel, so wissen nicht nur Mütter und Väter, sondern auch Psychologen zu berichten.  

Das Ehepaar Claudia und Eberhard Mühlan sind Mitgründer und leitende Mitarbeiter bei Team F – Neues Leben für Familien und halten zahlreiche Seminare zu den Themen Ehe und Familie.  
Sie geben Mut machende Ratschläge in ihren Erfahrungsberichten und bewährte Praxistipps.  

Doch viele von uns wissen auch aus der eigenen Elternzeit, das Neugeborene braucht viel Nestwärme, Zuwendung und Liebe, denn gerade in den ersten Lebensmonaten sollte es die so existentiell notwendige Ur-Geborgenheit erfahren. Dazu gehören: eine friedvolle Umgebung, viel Körperkontakt seitens Mutter und Vater und Eingehen auf die Bedürfnisse des Babies.  

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Manche meinen zwar, ein Säugling interessiere sich ja doch nur fürs Trinken, Schlafen und Verdauen – doch dies ist ein Irrtum. Innerhalb weniger Wochen wird es zu einem aufmerksamen Beobachter. Es dreht den Kopf nach bekannten Stimmen und erschrickt bei lauten Geräuschen.  
Es spürt, ob „etwas in der Luft liegt“, wird unruhig und fängt an zu schreien oder entspannt sich in friedevoller Atmosphäre. Im Halbschlaf hört es die schon aus dem Uterus vertraute Stimme der Mutter, die mit jedem Ton ständig signalisiert: „Du bist nicht alleine. Ich bin bei dir und für dich da.“  Auf die Bedürfnisse eingehen: Damit das Baby die notwendigen Ur-Geborgenheit erfahren kann, sollten Eltern unbedingt auf seine Bedürfnisse eingehen. Doch gerade hier sind viele junge Eltern sehr unsicher, weil sie recht widersprüchliche Ratschläge zu hören bekommen: "Schreien stärkt die Lungen!° oder „Das Kind muss von Anfang an Gehorsam lernen!“ Dahinter steht oft die Sorge, das Kind zu verwöhnen oder zu verziehen.

Aber: Kleine Babies schreien nie grundlos oder um zu sehen, was sie erreichen können, wie wir es bei älteren Kinder erleben können. Das Neugeborene schreit als Reaktion auf bestimmte Reize. Beobachten Sie Ihr Baby sorgfältig – es wimmert, weint und schreit unterschiedlich.
In den ersten fünf bis sieben Monaten kann ein Säugling durch zu viel Fürsorge nicht verwöhnt werden. Danach muss man allerdings wachsamer sein. Es empfiehlt sich in den ersten Monaten ein Baby nicht allzu lange schreien zu lassen, denn es schreit, weil es ein grundlegendes Bedürfnis hat und sich noch nicht anders äußern kann. Vielleicht hat es Hunger, Luft im Bauch, oder es muss aufstoßen. Vielleicht sitzt die Windel nicht richtig oder mag voll sein. Es kann auch frieren oder schwitzen. Vielleicht drückt ein Knopf oder eine Falte im Rücken. Wenn Sie in den ersten Wochen und Monaten auf diese existentiellen Bedürfnisse eingehen, legen Sie eine solide Grundlage für das so wichtige Lebensgefühl von Geborgenheit und Sicherheit.  

Mutter und Vater sind gleich wichtig. Vater und Mutter ergänzen einander in ihren Unterschieden. Nicht nur ihre Stimmlage unterscheidet sich, sie riechen, lachen und versorgen das Baby anders, sie spielen unterschiedlich mit ihm – eine spannende und wichtige Erfahrung für den kleinen Menschen.

Durch die gemeinsame Anwesenheit und Fürsorge erfährt Ihr Kind: Da gibt es nicht nur ein Gegenüber, sondern zwei, und ich kann mich mit meinen Wünschen an beide wenden. Das Kind kann sich dadurch besser der Umwelt öffnen. Aber mehr als zwei Bezugspersonen, die für seine leibliche Versorgung zuständig sind, erträgt ein Kind zwischen 0 und 3 Jahren nur schwer, und die Addition vieler Betreuer zu einer Rund-um-die-Uhr-Versorgung überfordert sogar noch ältere Kinder. 

Das Bestreben des Familienministeriums ist die 24-Stunden-Kita für 0 bis 3 jährige länderweit auszudehnen, damit möglichst viele Mütter berufstätig sein können. Hier spielt der wirtschaftliche Faktor einer Leistungsgesellschaft eine Vorrangstellung vor dem Mensch.

Es sollte aber eher ein Anliegen des Familienministeriums sein,  junge Eltern und besonders Alleinerziehende möglichst so zu fördern, dass eine gesunde Entwicklung ihres Kindes bewirkt wird.

Besser wäre es, wenn schwerpunktmäßig junge Eltern und Alleinerziehende, unter anderem auch Witwer, in den ersten drei Jahren  berufsmäßig entlastet und finanziell so gestärkt würden, dass sie zu Hause bleiben und ihr Kleinkind rundum selbst versorgen können, zum Wohl des Kindes. Hier wäre die Unterstützung seitens des Familienministeriums für Familien wirksamer als eine 24-Stunden-Kita.
Das Versuchsmodell der 24-Stunden-Kita für Säuglinge dient weder dem Wohl des Kindes, noch der Mutter-Vater-Kind-Beziehung. Entwicklungsstörungen können die Folge sein, die im Erwachsenenalter noch spürbar bleiben. 

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