06.02.2018

Ist Christen Lachen erlaubt?

Martin Luther soll gesagt haben: „Wo der Glaube ist, da ist auch Lachen.“ Ein herzhaftes Lachen als Ausdruck der inneren Freude über Gottes erfahrene Wohltaten: „Da war unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Jubel“; da sagte man unter den Heiden: „Der Herr hat Großes an ihnen getan! Der Herr hat Großes an uns getan, wir sind fröhlich geworden.“ (Psalm 126,2+3) und „Abraham war 100 Jahre alt, als ihm sein Sohn Isaak geboren wurde. Und Sarah sprach: Gott hat mir ein Lachen bereitet, wer es hören wird, der wird mir zulachen!“ (1Mose 21,5+6).

Christen haben gut lachen, Gottes bedingungslose Liebe zu seinen gläubigen Kindern, die ewige Treue unseres Herrn Jesus Christus, die Tatsache, dass wir einen unablässigen Begleiter in der Person des Heiligen Geistes haben und Gottes Wort als Kompass, das alles sollte uns jubeln und lachen lassen.
Wer mit dem Herrn Jesus unaufhaltsam auf dem Weg zum Himmel unterwegs ist, der sollte vor Freude strahlen! Wenn bereits die Gerechten des Alten Bundes jubeln, jauchzen und singen sollten, wie viel mehr die Kinder Gottes des Neuen Bundes.  

Spaß aber und Freude sind nicht dasselbe. Im Englischen wird sorgfältig unterschieden zwischen Happiness bzw. Joy und Fun. Happiness und Joy bedeuten: Glück, Freude und Frohsinn.
Fun hingegen wird für Spaß und Gaudi gebraucht. Im Deutschen verhält es sich ähnlich. Freude bedeutet Glück und Wohlbehagen. Spaß wird gebraucht, um Vergnügen auszudrücken. Spaß sitzt an der Oberfläche und ist meist kurzweilig. Spaß ist eher Zeitvertreib und Vergnügen. Der positive Effekt verfliegt, sobald die spaßige Aktivität endet. Freude hingegen ist ein tiefes und intensives Empfinden, das von momentanen Aktivitäten oder augenblicklichen Erfahrungen unabhängig ist. Viele wenden enorme Zeit und Energie auf, um nachhaltige Freude und wahres Glück zu finden. Sie verwechseln dabei Spaß und Freude. Man kann eine Menge Spaß haben und dabei doch keine Freude erleben.

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"Der verlorene Sohn" (Lukas  11,15) hatte beim Verprassen seines Erbes bestimmt eine Menge Spaß. Aber ganz sicher empfand er dabei keine Freude. Manche besitzen alles, um richtig Spaß zu haben. Doch sie haben nichts was tatsächlich Freude schafft. Spaß und Vergnügen kann man kaufen. Wer Spaß will der muss zahlen. Freude lässt sich nicht erwerben. Freude kann auch jeder erleben, der kein Geld für Vergnügungen hat.  

Geistlicher Humor ist respektvoll. Schadenfreude oder Humor auf Kosten anderer ist tabu. Der Spaß hört auf, wenn der dreieinige Gott, göttliche Dinge oder Werte verunglimpft werden.
In der Gemeinde Gottes ist kein Platz für derbe Späße oder zweideutige Witze, um brüllendes Gelächter und Schenkelklopfer zu bewirken.

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07.02.2018

Freilich ist Christen Lachen erlaubt. Wie ich auch allem anderen, was Sie schreiben, besonders, was den Unterschied zwischen "Freude" und "Spaß haben" - "Hauptsache, es macht Spaß"(!) - betrifft, zustimme.
Dennoch dürfte etwas fehlen: Zum Christsein gehört auch der kritische Blick auf jene, für die das Lachen Programm ist. Die ständig demonstrieren wollen, daß "alles bestens" ist: das Wetter schön, das Meer blau und das Essen hervorragend. Was man dem Verkünder oder der Verkünderin wohl glauben kann und auch gönnt. So richtig schlimm wird es jedoch erst bei den berufsmäßigen Lachern, wozu auch gewisse Kirchenfürsten gehören dürften.
Heinrich Böll schrieb eine Erzählung mit dem Titel "Der Lacher". Und eine andere mit dem Titel "Mein trauriges Gesicht". Da wird der Erzähler von der Polizei verhaftet. Der Grund: Sein "trauriges Gesicht". Doch das ist schon längst keine bloße Utopie mehr. Obwohl heute einer, der mit dieser oder jener Regierunsmaßnahme nicht einverstanden ist, zunächst einmal mit Verachtung zu rechnen hat und mit einem empörten "Uns geht es doch gut!"
"Selig, die Trauernden ...", so heißt es in der Bergpredigt. Und im biblischen Buch "Prediger": "Besser ist das Betrübtsein als das Lachen; denn bei ernster Miene steht es gut um das Herz" (Prd 7, 3). Und: "Besser ist es, das Schelten der Weisen zu hören, als wenn einer auf das (Lob)lied der Toren hört" (Prd 7, 5).

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