03.02.2013

HUNGER

Auf der einen Seite klagen und jammern Menschen um ihr Idealgewicht.

Auf der  anderen Seite hungern Menschen in der dritten und vierten Welt – und auch neben uns im eigenen Land.

Würden wir unsere Essgewohnheiten auf ein „normales“ und gesundes Maß reduzieren – dann, ja dann müssten wir nicht unnötige Gedanken an „Speckröllchen“ und an Fettleibigkeit verschwenden.

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Und ganz übel, wenn Tiere vor Fettleibigkeit kaum noch laufen können. Von den Menschen möchte ich in dieser Weise nicht sprechen, denn auch das gibt es heutzutage in unserem reichen Land.

HUNGER

Gebt mir einen Fisch, dann habe ich Essen für einen ganzen Tag.

Gebt mir eine Angel, dann habe ich Essen für  mein ganzes Leben.

Mit lustigen Kapriolen flattert der bunte Schmetterling über das Sojafeld. Mehrere Hektar sattes Grün, ausgesät in Reih und Glied.

In der Ferne tuckert ein Traktor und versprüht Pestizide, um Pilze und Schädlinge fernzuhalten. Fröhlich zieht der Schmetterling weiter, kreuzt den Feldweg und lässt sich dann auf dem Erbsenacker von Don Anselmo nieder. Die Augen des hageren, alten Guarani Häuptlings sind müde – doch der Schmetterling entgeht ihm nicht.

Der Alte hält inne, reibt sich den Schweiß von der runzligen Stirn und stützt sich auf die Harke. Seine Mundwinkel verziehen sich zu einem Lächeln. Noch sind sie nicht alle verschwunden, die Schmetterlinge.

Die bunten Falter sind ein gutes Omen für die Guarani. Der Legende zufolge sind sie der Ursprung des Regenbogens.

Eugen Berthold Friedrich Brecht (1898-1956) schrieb: „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.“ Das ist vielleicht eine schöne Pointe, aber sonst nichts, sie hilft nicht weiter.

In Wahrheit muss es heißen: „Erst kommt die Liebe. Dann hat der Hunger keine Chance.“

Auch der Klimawandel gehört dazu. Er liegt auf unserem Teller. Alles greift ineinander, einem Zahnrad gleich.

Würden wir unseren Fleischkonsum auf ein gesundes Maß reduzieren und weniger Lebensmittel auf den Müll werfen, könnten im Jahr 67 Millionen Tonnen an Treibhaus-Gas-Emissionen eingespart werden. Diese Einsparung würde etwa dem  jährlichen Gesamtausstoß Portugals entsprechen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Naturschutzorganisation WWF.

Wenn das arktische Eis schmilzt . . . zwei oder vier Grad?

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