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23.03.2015

Katholische Kirche Ade? Ein kleines Dorf im Nördlinger Ries

Eigentlich wollte ich schweigen – ich habe gehofft – gebangt  – zugesehen – dokumentiert – und letztendlich hingenommen. Was bleibt mir anderes übrig.

Und jetzt zum Anfang der traurigen, tragischen und letztendlich noch einigermaßen vorläufig glimpflich ausgegangen Geschichte. Geschichte? Es ist eine wahre Begebenheit der letzten Tage in dem so lieblichen Ries.

In einem kleinen Dorf im Nördlinger Ries, seit 10 Jahren nistet dort ein Storchenpaar, brütet, klappert, und lässt das Herz mancher Dorfbewohner höher schlagen. Er trägt einen Ring über seiner Ferse, der Personalausweis, das Zeichen als eingemeindeter tierischer Mitbewohner seit vielen Jahren.

Sein Domizil auf dem Kamin an der Hauptstrasse seit 10 Jahren, kurz vor der Eiablage wurde es zerstört, abgerissen und zur Abwehr ein lumpiges Fähnchen gehisst. Das Ende der Brut ehe sie beginnen konnte?

Das Storchenpaar, es kreiste, umrundete sein jahrelanges Zuhause und konnte es nicht fassen. Wohin mit dem Nistmaterial? Ei Ablage Not! – Wohin mit der kommenden Brut? . . . und ich stand hilflos am Straßenrand, habe alles dokumentiert und fotografiert. Was blieb mir anderes übrig.

Der nächste Tag:

gegenüber steht das katholische Gemeindehaus gleich neben der Kirche. Das Storchenpaar bat um Asyl, drapierte den Kamin mit frischem Nistmaterial, versuchte sich ein vorübergehendes Domizil aufzubauen.

Was beschlossen die katholischen Kirchengemeinderäte? „Nicht bei uns – nicht auf unserem Haus!!!“ . . . und hissten zur Abwehr ein lumpiges Fähnchen. 

????? Wohin jetzt? Hier muss es sein – unbedingt hier in diesem Wohngebiet. Was treibt wohl die Störche dazu sich an ganz besonderen Stellen niederzulassen, sich auf besonderen Häusern wohlzufühlen? Sind es besondere Energien, Ströme oder Wellen in der Erde? In der Atmosphäre? Wasseradern?

Mir ist das noch immer ein seltsames Rätsel, wenn ich an die mit viel Liebe geduldeten  FÜNF  Storchennester inmitten der kleinen Stadt Oettingen denke.

Jetzt aber nochmal zurück in das kleine Dorf ganz nah bei Nördlingen.

Noch einen Tag später:

ich bin sprachlos vor Staunen – sie bauen im Akkord, fliegen hin und her – klappern, lieben und freuen sich. Sie haben sich einen neuen Platz gewählt, ganz nah am katholischen Gemeindehaus und auch ganz nah ihrer ersten Vertreibung: ein NiedrigStromverteilermast zwischen einer Solaranlage auf einem frisch gedeckten Wohnhaus, der musste es sein.

Oh je, was wird wohl der Hausbesitzer dazu sagen? Der Stromversorger?

Und das vorläufig positive Ende vom traurigen Lied der Vertreibung durch den Menschen: der Hauseigentümer duldet, er bietet dem Storchenpaar Asyl für diese Brut 2015. Der Stromversorger ist damit einverstanden, der Bürgermeister zufrieden, die Dorfgemeinschaft ziemlich verwirrt.

Das Ries, es steht für gesundes Leben, Verbundenheit mit der Natur und mit der in ihr lebenden Tierwelt. Das Ries es steht ganz großartig in Hilfsbereitschaft für die Störche, die Glücksbringer auf den Schornsteinen, Dächern, Kirchtürmen und auch Lindenbäumen – aber wohl nicht bei allen Bewohnern in diesem Dorf.

Das ist das Ärgernis der letzten Tage in einem kleinen Dorf im Ries. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold - so sagt man. Ich bin für Silber . . .

Noch am Rande vermerkt: seit vielen Jahren sitzt auf dem Feuerwehrgerätehaus auf der anderen Dorfseite eine Nisthilfe für Störche – ABER  kein einziges Storchenpaar hat sie bis heute für gut befunden. Ist schon eigenartig.

Wann das Drama begann? Am 10. März 2015 - und jetzt mach ich mich wieder auf den Weg . . .

Sie haben es geschafft. Gerade noch rechtzeitig vor der Eiablage ist ihr Werk vollendet und der Horst fertig geworden. Inzwischen brüten die beiden Glücksbringer auf ihrem neuen Zuhause, dem Stromverteiler. Der Hausherr duldet das Glück auf seinem Dach für diesen Sommer 2015

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