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18.08.2010

Noch mehr "buckeln" - länger "buckeln"

"wieder so ein blöder Blog - immer dieses Rententhema", werden Sie denken. Sie haben ja recht. Mir geht es genauso. Solange die Medien keine Ruhe geben, solange gebe ich als Rentnerin meinen Senf dazu. Nur wer es selbst erlebt und vor allen Dingen am eigenen Leib verspürt, nur der kann mitreden und darüber schreiben - DENN RENTNER IST NICHT GLEICH RENTNER . . . "Buckeln" hat mehrere Bedeutungen. Ich meine damit schwer arbeiten. Nicht jeder muss buckeln, schwer arbeiten - aber doch sehr viele Menschen. Irgendwann ist Schluss mit dem "Buckeln", denn irgendwann geht es nicht mehr. Irgendwann ist der Körper kaputt. Dann ist es aber zu spät. Sind wir doch mal ehrlich, das Schreiben von Kolumnen oder Blogs ist nicht Schwerstarbeit. Schreiben kann man bis ins hohe Alter - aber auch das wird langsamer und zittriger. Auch die Kopfarbeit reagiert nicht mehr so schnell. Ein Rentner sollte seine letzten Jahre auch noch einigermaßen fit genießen dürfen. Nicht für jeden Rentner heißt es: ab in den Süden, nein das Gegenteil ist der Fall. Wir passen auf die Enkel auf, wenn die Jungen arbeiten. Wir bringen die Kleinen in den Kindergarten, wir bringen sie, wenn nötig mit dem Auto zur Schule, mir machen ihnen Frühstück, wenn die Eltern mal nicht da sind, und bringen sie auch ins Bett. Das ist auch arbeiten, aber ein anderes Arbeiten - ohne Geld, einfach so. Wir Alten machen das gerne. Und es geht noch weiter mit unserem Engagement. Das soziale Ehrenamt ruft: Hausaufgabenbetreuung, Kiosk in der Kirche, der Weltladen, die Tafel . . . das sind alles Arbeiten, die sind wichtig, machen Freude, halten uns fit, tun uns gut - und auch denen, die uns brauchen . . . aber ohne Bezahlung. Wir Rentner arbeiten ja, wir können garnicht stillsitzen. Wir freuen uns, wenn wir noch aufstehen können - und wir genießen auch den Tag, wenn wir mal die Hände in den Schoß legen, auf der Bank auf dem Marktplatz inmitten unserem Städtle - Gleichgesinnte treffen und miteinander Gedanken austauschen . . . und da ist die Wirklichkeit, nur da erfährt man, dass . . . Rentner ist nicht gleich Rentner. Wer will noch einen Rentner anstellen? Mit Vertrag und Gehalt? Einen älteren, körperlich verbrauchten Menschen? Wenige Firmen, ganz wenige. Ich hab es mal versucht mit einer Anzeige - es hat sich niemand gemeldet . . . ich hab mich beim sozialen Ehrenamt beworben - und ich bekam Antwort und darf mitarbeiten . . . ohne Geld. Diese Hickhack, irgendwann reicht es einem, irgendwann kann man es nicht mehr hören oder lesen. Die Wirtschaft ist im Aufwärtstrend - aber der "Otto - Normalverbraucher" spürt davon nichts. Die Rentner sollen länger arbeiten, die Armut in Deutscland steigt, die Geringverdiener werden mehr - und dann das sogenannte Tüpfelchen auf dem I: die Diäten der Bundestags - Abgeordneten sollen drastisch steigen. Dass die sich nicht schämen . . . Mir geht es gut, bin zufrieden, habe mein Auskommen und im Notfall versuche ich mich noch ein bißchen mehr einzuschränken. Wer möchte schon von seinen Kindern unterstützt werden? Niemand, kein Rentner möchte das. Wir verzichten auf Manches, damit wir den Enkeln mal einen "Fünfer" Taschengeld zustecken können. Das ist aber kein Verzicht für uns, denn wir lieben unsere Kinder und Enkel - und es macht uns wiederum Freude. Wie heißt es so schön? "mit warmen Händen geben" . . . und wir geben gerne, wenn wir können - aber wir können so oft nicht mehr, leider - und das macht uns traurig . . . Noch mehr "buckeln" - und dann gleich umfallen - und weg. Will das die Regierung erreichen? Im günstigsten Fall - gleich tot. Dann wird die Rentenkasse geschont, die Pflegekasse usw. So schnell geht es aber oft nicht . . . im ungünstigsten Fall werden wir ein Pflegefall - und das kostet wiederum viel, sehr viel - also dann lieber tot. So ein Wunschdenken haben viele Rentner. Wenn der Mann zum Witwer wird, das geht noch. Er behält die volle Rente - wenn aber die Frau zur Witwe wird, das ist schlecht. Doch, es geht, wenn der Mann gut verdient hat - aber nur dann . . . Nachsatz: Rentner ist nicht gleich Rentner - und das bedeutet für mich: Eine Mindestrente für ALLE . . . zum LEBEN, und nicht nur zum Überleben. Die Ruheständler mit hohen Bezügen - egal ob Beamte, Angestellte, Arbeiter, Politiker - sollten den Ruheständlern mit geringen Bezügen - ABGEBEN . . . das bedeutet für mich "Rentner helfen Rentnern" . . . nicht nur Hilfe im Alltag, sondern auch Hilfe in der finanziellen Not. "Zum Leben zu wenig - zum Sterben zu viel"

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