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05.08.2011

Der Scheinriese Tur Tur, Facebook und die fehlende Bratwurst

An Michael Thurk kam in dieser Woche kein Sportsfreund in Greater Augsburg vorbei. Der überraschende Rauswurf des Kult-Stürmers brachte die Fans des FC Augsburg in Wallung. Sogar die ARD-Tagesthemen berichteten am Donnerstag über den Hauskrach beim Bundesliga-Aufsteiger, der wenig freundlich mit dem Scheinriesen Tur Tur aus der Augsburger Puppenkiste verglichen wurde.

Wer war das noch mal? Herr Tur Tur ist eine Figur aus "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer". Der wirkte nur aus der Entfernung riesig. Wenn man ihm näher kam, war er genauso klein wie alle anderen. Zum Schluss der Geschichte wird der Scheinriese zu einem lebendigen Leuchtturm für Lummerland. Kein schlechter Vergleich also. Drücken wir dem FCA die Daumen, dass es so kommt.

Interessant war aber vor allem der Umgang mit dem Fall Thurk im sozialen Netzwerk Facebook. Dort hatte der FCA in den vergangenen Monaten mehr als 23.000 Freunde gesammelt. Die Club-Mitarbeiter schreiben dort kleine Meldungen über Autogrammstunden, zeigen Bilder vom Mannschaftstraining oder organisieren Chats mit den Aufstiegshelden.


Doch als der Sturm der Entrüstung bei Facebook toste, tausende Fans die Rückkehr von Michael Thurk forderten, tauchten die Facebook-Freunde des FCA ab. Keine Stellungnahme, kein Chat mit Trainer Jos Luhukay. Der Verein versteht Facebook offenbar nur als Bühne für die Schön-Wetter-Kommunikation. Alle Hintergründe erfuhren die Fans nur in unserer Zeitung. Wenn es ernst wird, entpuppt sich das Medium Facebook manchmal als oberflächlich.

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Die Gesundheitsversorgung in Greater Augsburg erfüllt höchste Ansprüche. Das ist eine gute Erfahrung, die die Menschen in den Krankenhäusern machen. Eine gute Nachricht für die Steuerzahler ist, dass fast alle Kliniken inzwischen auch kostendeckend wirtschaften.

Das war in den vergangenen Jahren nicht immer so. Das Augsburger Zentralklinikum machte zeitweise zweistellige Millionenverluste. Die Wertachkliniken in Bobingen und Schwabmünchen schrieben hohe Defizite. Und auch die Krankenhäuser in Friedberg und Aichach lieferten lange Zeit vor allem rote Zahlen. Diese Verluste mussten die Stadt Augsburg und die Landkreise jährlich ausgleichen.

Das scheint vorbei. In vergangenen Wochen meldeten das Zentralklinikum, die Wertachkliniken und die Krankenhäuser in Aichach und Friedberg, dass sie auf dem Weg der Besserung seien. Überall sind schwarze Zahlen in Sicht. Die Investitionen für die Modernisierung sowie die kundige Arbeit der neuen Klinik-Manager zahlen sich aus.

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Überall erfreuen sich regionale Gewerbeschauen großer Beliebtheit. In Augsburg heißt die Messe afa (Augsburger Frühjahrsausstellung), in Aichach WI-LA (Wittelsbacher Land), in Königsbrunn KöMa (Königsbrunner Marktplatz). Und es gibt noch viele weitere lokale Messen, die gemeinsam jährlich Hunderttausende anziehen.

Was ist das Erfolgsrezept dieser Leistungsschauen der regionalen Wirtschaft im Zeitalter des globalen Marktplatzes Internet? Zum einen ist es sicher der menschliche Kontakt zwischen Kunde und Firma. Zum anderen ist es der Erlebnischarakter.

Die nächste lokale Messe ist die Staudenschau Ende September in Fischach. Eine der Macherinnen, Professor Dr. Gabriele Fischer, bringt den Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Internet auf den Punkt: "Auf Facebook gibt es keine Bratwurst."

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