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03.01.2013

Lästiger Raketenmüll und die Suche nach dem Friedberger Wurm

Eigentlich ist vieles sehr schön in Friedberg. Die Stadt mit ihren malerischen Gassen wirkt immer fein herausgeputzt. Dank des großen Bürgerengagements finden hochklassige Konzerte statt. Der Friedberger Advent rings um die Kirche Sankt Jakob ist einer der schönsten Christkindlmärkte in Greater Augsburg.

Nicht nur wegen ihrer geografisch erhobenen Lage schaut die altbayerische Herzogstadt gelegentlich auf den großen Nachbarn Augsburg herab.

Und dennoch scheint in Friedberg derzeit der Wurm zu stecken. Die Dauer-Streitereien um den geplanten Schweinemastbetrieb im Naherholungsgebiet (Sau in der Au) nerven die Einwohner. Und die Freude über die Sanierung des Wittelsbacher Schlosses ist längst Zweifeln gewichen. Denn die Stadtregierung hatte es versäumt, die verärgerten Anwohner, die unzumutbaren Lärm fürchten, in die Planungen einzubinden.

Mein Friedberger Kollege Thomas Goßner beschäftigt sich seit 22 Jahren mit der Kommunalpolitik in Friedberg. 2007 deckte er die Müllaffäre in der Abfallverwertung Augsburg auf. Dafür erhielt er den Preis der Konrad-Adenauer-Stiftung für investigativen Journalismus.

Zuletzt hat Goßner – auf der Suche nach dem Friedberger Wurm - einen „Nebel der Lustlosigkeit“ in der städtischen Kommunalpolitik ausgemacht. Er warf Bürgermeister Peter Bergmair mangelnde Begeisterungsfähigkeit und den Hang zum Durchwursteln vor.

In den malerischen Gassen der Herzogstadt ist der pointierte Kommentar häufig diskutiert worden. Einige sehen ihn als Weckruf für die Kommunalpolitik, andere ärgern sich über einen eher zu harten Angriff. In jedem Fall kann eine Kommune froh sein, kritische Lokaljournalisten in ihren Mauern zu haben, die Leidenschaft, Dynamik und gestalterische Lust von ihrer Stadtspitze einfordern.

                                                         ***

Wer in den Tagen nach der Silvesternacht durch Wohngebiete in Greater Augsburg spaziert, kann sich über den lästigen Böller- und Raketenmüll ärgern. Vielleicht sollte man die erste Woche des Jahres zur öffentlichen Kehrwoche erklären: Jeder hilft bei der Säuberung der Straßen vor seinem Haus, statt auf die überforderte Straßenreinigung zu warten. Schließlich haben ja auch – fast - alle bei der knalllauten Vermüllung mitgewirkt.

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