1. Startseite
  2. Community
  3. Leserblogs
  4. Jürgen_Marks
  5. Marketing in Augsburg oder das Bohren dicker Bretter

09.12.2011

Marketing in Augsburg oder das Bohren dicker Bretter

Das Schloss wird für mehr als 20 Millionen Euro saniert

Götz Beck ist ein waschechter Münchner. In Augsburg hat es der Mann zum Tourismus-Direktor geschafft. Beck vermarktet nicht nur die Stadt, sondern auch die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg. Sein Ziel: Greater Augsburg in Deutschland und der Welt bekanntmachen.

Das ist keine leichte Aufgabe. Denn in der Region haben es noch immer nicht alle verstanden, dass der Großraum Augsburg nur mit gebündelter Kraft im nationalen Wettbewerb erfolgreich sein wird. Dabei geht es nicht darum, Touristen anzulocken. Es geht um Arbeitsplätze, Attraktivität für Fachkräfte und um Lebensqualität für alle. „Die Menschen wollen dort leben, wo etwas geboten ist", weiß der Marketing-Profi. Besonders die Kultur sei ein wichtiger Standortfaktor.

Zuletzt kämpfte Beck für die Sanierung des Friedberger Schlosses inklusive eines für die Region einzigartigen Veranstaltungssaals in historischem Ambiente. Mit Erfolg. In einem Bürgerentscheid stimmten die Friedberger der 20-Millionen-Euro-Investition zu. Jetzt wird umgebaut – wenn auch mit Verzögerung.

Ein aktuelles Projekt ist die Zusmarshauser „Mansio". Der Erlebnispark am Rothsee soll das Wirken der Römer in Schwaben wieder lebendig machen. Das kleine Römer-Land wäre ein weiterer Attraktivitäts-Gewinn. Doch noch argumentieren detailverliebte Historiker gegen das Projekt. Und Zusmarshauser Kommunalpolitiker zögern, etwa 134.000 Euro zu investieren. Sie fürchten, im Falle eines Misserfolgs auf jährlich bis zu 13.000 Euro Betriebskosten sitzenzubleiben. Wenn das Projekt in Zusmarshausen scheitert, will Götz Beck es an anderer Stelle versuchen. Bewerbungen sind sicher willkommen. Manchmal ist Marketing in Greater Augsburg wie das Bohren dicker Bretter.

+++

Wer künftig überlegt, Greater Augsburg zu besuchen oder in die Fuggerstadt zu ziehen, findet im Internet ein peppiges neues Video. Der Imagefilm rast mit modernen, schnellen Schnitten durch Stadt und Land, drückt urbanes Lebensgefühl aus und zeigt Kultur und Sehenswürdigkeiten. Der Clip ist abrufbar unter www.augsburg-tourismus.de. Er ist eine gute Werbung für die Region, auch wenn der Rocksong (Augsburg, let`s go) die Szenen zu sehr dominiert.

Produziert hat das Video der Augsburger Hochschul-Student Andreas Horvath im Auftrag von Tourismus-Direktor Beck. Auf seiner Internetseite www.gamble-productions.com hat Horvath den Film übrigens mit einer anderen, angenehmeren Musik hinterlegt.

+++

Keine gute Werbung für Augsburg war das frühe Ausscheiden der Stadt beim Standort-Wettbewerb um das Bayerische Landesmuseum für Geschichte. Augsburg  schaffte es nicht unter die aussichtsreichsten fünf Standorte. Immerhin wurde jetzt bekannt, dass nach einer ersten Auswahlrunde noch neun Städte – darunter Augsburg – im Rennen waren. Dann war es für die Stadt vorbei. Das Museum, ein Leuchtturm-Projekt der Staatsregierung, wird nun für etwa 60 Millionen Euro in Regensburg gebaut.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an digital@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Bundeskanzler Helmut Kohl gibt Walter Settele die Hand

Augsburger Weltkulturerbe ohne ein historisches Wasserrad

ad__web+mobil@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Zugang zu allen Inhalten, mtl. kündbar, 4 Jahre Abopreis-Garantie.
So attraktiv waren Heimatnachrichten noch nie!

Zum Web & Mobil Starterpaket