09.10.2017

Von Horch zu AUDI

Bereits um 7:00 Uhr wurde der Bus der Fa. Schweizer aus Peiting für Seniorinnen und Senioren der Stiftung Post, Telekom, Postbank, bereitgestellt. Über Friedberg und Schrobenhausen ging die Fahrt bei sehr angenehmen Herbstwetter nach Ingolstadt. Ziel war die Audi AG, ein deutscher Automobilhersteller mit Sitz in Ingolstadt.  

Schon während der Anfahrt versuchten Teilnehmer die vier Buchstaben AUDI, der Markenname des Unternehmens, aufzulösen. Eine unter vielen Meinungen war: AUDI bedeutet Horch ins Lateinische übersetzt. Tatsächlich wurde zu Beginn des Rundganges durch das AUDI Museum diese Meinung bestätigt. Der Unternehmensgründer August Horch hatte Zerwürfnisse mit seinem Finanzvorstand und verließ seine August Horch & Cie. Motorwagenwerke Zwickau. Horch gründete ein neues Unternehmen, konnte die alten Markenrechte nicht mitnehmen, wollte aber auf den Namen Horch nicht verzichten. Die Lösung des Problems fand er im Vorschlag des befreundeten Zwickauer Gymnasiasten Heinrich Finkentscher. Der übersetzte Horch ins Lateinische.

Audi bedeutet „Höre!“ oder eben „Horch!“. Eine freundliche AUDI-Mitarbeiterin informierte die Gruppe weiter über die Firmengeschichte bis heute: 1910 wurden die Audi Automobilwerke GmbH Zwickau in das Handelsregister der Stadt Zwickau eingetragen. 1928 übernahmen die Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen AG, bekannt durch ihre Marke DKW die Horchwerke AG und mit der Übernahme der Marke Wanderer 1932 entstand die Auto Union AG mit Sitz in Chemnitz. In der Folge wurden die vier verschiedenen Marken unter einem Dach angeboten. Daraus entstand das heutige aus vier Ringen bestehende Logo von AUDI. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1949 die Auto Union GmbH nun mit Sitz in Ingolstadt neu gegründet. Nachdem sie sich zunächst auf die Marke DKW konzentriert hatte, wurde 1965 erstmals wieder die Marke AUDI verwendet. Im Zuge der Fusion 1969 mit den NSU Motorenwerken zur Audi NSU Auto Union AG wurde die Marke Audi nach 37 Jahren wieder in den Firmennamen aufgenommen. Hauptsitz war, dem Fusionspartner entsprechend, bis 1985 in Neckarsulm, bevor der Unternehmensname der ehemaligen Auto Union infolge des Auslaufens der Marke NSU auf Audi AG verkürzt wurde und der Sitz wieder zurück nach Ingolstadt wechselte.  

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Das gesamte Spektrum der Entwicklung von Fahrzeugen der vier Marken, deren erstes noch mehr eine Postkutsche mit Vollgummirädern und vorne angeschraubten Motor war, wird dem Besucher ansprechend und zum Teil zum Anfassen im AUDI Museum präsentiert. Die Palette erstreckt sich über Fahrräder, Fahrräder mit Hilfsmotor von Wanderer, Motorroller von NSU, Motorräder von DKW, Luxuskarossen der Marke Horch, Cabrios von DKW, bis hin zu Fahrzeugen mit Wankelmotor und Rennautos wie die Kopie des Rennsportwagens in dem Bernd Rosemeyer bei einer Testfahrt mit einer Geschwindigkeit von 429km/h auf der Autobahn in der Nähe von Darmstadt den Tod fand.   Nach der Mittagspause war das Stadttheater Ausgangspunkt für eine Führung durch die Altstadt von Ingolstadt. Die hunderttürmige Stadt wurde Ingolstadt einst genannt, was sich auf die 1368 bis 1430 entstandene Stadtmauer und ihre Türme bezieht. Ungewöhnlich sind Einfamilienhäuser, die an die Innenseite der Mauer angebaut wurden. Weiter ging es ins 1973 eröffnete Medizinhistorische Museum. Im 18. Jahrhundert entstand hier ein eigenes „Experimentiergebäude“ der Naturwissenschaftler und Mediziner. Bis heute ist die gut erhaltene „Alte Anatomie“ - heute Sitz des Deutschen Medizinhistorischen Museums - eine anspruchsvolle wissenschaftliche medizinhistorische Sammlung. Im barocken Garten des Museums sind so gut wie alle bekannten Heilkräuter und Giftpflanzen zu finden. Ingolstadt ist der Geburtsort der „Kreatur“. Dafür hat die englische Schriftstellerin Mary Shelley gesorgt. Sie hat den Frankenstein „erfunden“ - und lässt den jungen Victor Frankenstein in ihrem Roman aus Genf zum Medizinstudium nach Ingolstadt reisen.

Nächster Halt das Marienmünster, eine Kirche mit dem größten Dachstuhl, mit dem eine Kirche jemals eingedeckt wurde. 14 Kapellen in der Kirche zeugen von der Stifterfreudigkeit wohlhabender Bürger und Adeliger. Der Altar ist ein Wandelaltar mit doppelten Seitenflügeln, der nur die gerade zum Kirchenjahr passenden Bilder zeigt. Die Rückseite des Hochaltars zeigt die Disputation der Hl. Katarina mit den Gelehrten. Ein paar Schritte weiter die Asamkirche, ein barockes Schatzkästchen, ohne Vorplatz und Türme und etwas versteckt in der Altstadt, ist die barocke Kirche Maria de Victoria gelegen. Der Betrachter entdeckt auf dem 42 x 16 Meter großen Deckengemälde von unterschiedlichen Standorten im Raum immer wieder neue Perspektiven aus vier Erdteilen.

Weiter ging es durch die belebte Ludwigstraße mit vielen historischen Gebäuden, vorbei am Alten Rathaus. Das Alte Rathaus in Ingolstadt geht in seinem Kern auf das 14. Jahrhundert zurück und bestand ursprünglich aus vier Gebäuden. Zwischen 1882 und 1884 wurden die vier Häuser von Gabriel von Seidl im Neorenaissancestil umgestaltet und zusammengefasst. Und weiter ging der Weg über den Viktualienmarkt, dessen Biergarten noch gut besucht war und zum Verweilen einlud. Doch das Ziel war in Sichtweite: der Parkplatz am Stadttheater, wo der Bus „viele müde Krieger“ – nach fünf Stunden Tagesmarsch - in Empfang nahm. Für Senioren eine anzuerkennende Leistung. Der Tag fand mit einem deftigen Abendessen und einer „Heuwe“ Bier im Landgasthof Asum in Dasing einen harmonischen Ausklang.

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