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18.10.2014

Eintauchen in die finnische Kultur

Die Trinkkultur ist sicher etwas, woran ich mich noch gewöhnen muss. Ansonsten hat mich Finnland in den ersten Wochen jeden Tag aufs Neue beeindruckt. Es scheint einfach alles reibungslos zu funktionieren in diesem Land. Ich studiere in Deutschland an der Ludwig-Maximlians-Universität in München Kommunikationswissenschaft, Psychologie und Germanistik auf Bachelor und bin bürokratisch einiges gewöhnt. Angekommen hier in Finnland, läuft plötzlich alles von selbst. Der Pisa-Erfolg scheint nicht von irgendwoher zu kommen, das wird mir schnell klar. Die Uni in Helsinki ist perfekt ausgestattet, die Studenten ungewohnt motiviert. Ich kann mir kaum ein besseres Lernumfeld vorstellen. Was es auch um einiges erleichtert: An der Uni ist jetzt nun wirklich alles in Englisch.

Nur mit meinem Finnisch-Kurs habe ich noch ein paar kleine Probleme. Aber das wird schon noch. Nach ein paar Wochen werde ich durch mein erstes Mökki-Wochenende sozusagen zur Finnin geschlagen, es kann also nur noch besser werden. Als ‚mökki‘ oder auch ‚kesämökki‘ bezeichnen die Finnen ihre Sommercottages. Nahezu jede finnische Familie hat eine von diesen meist roten Holzhütten im Wald. Meist liegen sie irgendwo im nirgendwo. Es fühlt sich zumindest so an, als ich mit einer Gruppe Studenten dorthin fahre. Natürlich gehört zu dem Cottage auch eine Sauna. Sie liegt direkt am See – was hier in Finnland nicht allzu schwer ist. Ihre Sauna ist den Finnen heilig. An meinem Wochenende werde auch ich in die Tradition eingeführt. Auf jeden Einwohner Finnlands – egal welchen Alters – kommt eine halbe Sauna, früher wurden die Kinder sogar in den Holzhütten geboren.  Und eine weitere Sache lerne ich: Der Saunagang ist erst vollendet, wenn ich mich in den angrenzenden See gestürzt habe. Dass es dieser vielleicht gerade einmal zehn Grad hat und es noch dazu stockfinster ist, scheint nicht wichtig zu sein. Aber es lohnt sich. Ich habe mich selten so lebendig gefühlt.

Das erste Eintauchen in die finnische Kultur ist damit im wahrsten Sinne des Wortes geschafft!

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