Newsticker

Seehofer will einheitliche EU-Einreisebedingungen für Paare in Corona-Zeit

25.12.2014

Wo der Weihnachtsmann zu Hause ist

Vom Schnee bedeckte Baumwipfel, bitterkalte sternenklare Nächte und zu Hause neben dem schön geschmückten Christbaum am Feuer wärmen. Das ist wohl das Idealbild vieler, wenn sie an Weihnachten denken. Ich war selten – vor allem auch dank der milden Temperaturen zum Jahresende in Deutschland – so nah an diesem Wunschgedanken dran wie in Finnland. Wo auch sonst? Der Weihnachtsmann, joulupukki wie ihn die Finnen liebevoll nennen, ist ja schließlich hier zu Hause.


Finnlands Städte verwandeln sich schon ab Mitte November in ein wahres Paradies für Weihnachtsfans. Um dem viel gefürchteten Winter Blues dank der Dunkelheit gar nicht erst eine Chance zu geben, bemühen sich die Finnen ganz besonders um eine stimmungsvolle Weihnachtsbeleuchtung.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Unzählige goldene Lichter in den verschiedensten Anordnungen lassen die Hauptstadt Helsinki in ganz neuem Glanz erstrahlen. In die Adventszeit fallen hier auch zwei große Feiertage. Am Nikolaustag, dem 6. Dezember ist der finnische Unabhängigkeitstag, der mit Fackelzügen gefeiert wird. Eine Woche später bringen für das in ganz Skandinavien verbreitete Luciafest noch einmal unzählige Kerzen Licht in die Stadt. Mit einem warmen glögi, dem finnischen Glühwein, in der Hand kann man auf den zahlreichen Weihnachtsmärkten verschiedene Handwerker und Selbstgemachtes bestaunen. Eines darf auch nie fehlen: Der Bratwurst-Stand. Ganz kann ich meine Heimat wohl nie hinter mir lassen.


Was das Essen und andere Weihnachtstraditionen betrifft sind die Finnen den Deutschen sehr ähnlich. Süßes Gebäck, ein festliches Essen mit der Familie am 24. Dezember und ein gemeinsamer Besuch der Mitternachtsmesse, meine finnischen Freunde berichten mir alle ähnliches über die Weihnachtsfeiertage in ihren Familien. Eine schöne Tradition ist auch das gemeinsame Weihnachtslieder-Singen. Den ganzen Advent über trifft man sich in Kirchen und anderen Orten in der Stadt um sich gemeinsam auf das Weihnachtsfest einzustimmen und zur Ruhe zu kommen.

Eine große Rolle bei der finnischen Weihnacht spielt – wie immer – auch die Natur. Ausgiebige Spaziergänge durch die winterliche Landschaft stehen bei fast allen auf dem Weihnachtstagesplan. Zum Aufwärmen haben die Finnen ja ihre bekannte Spezialität, die natürlich auch an Weihnachten nicht fehlen darf: Der traditionelle Saunagang. Natürlich mit dem Sprung ins Eisloch im Anschluss.


Finnland ist bekanntlich das Weihnachtsland schlechthin. Warum? Der Weihnachtsmann ist hier zu Hause. Warum er sich ausgerechnet den Korvatunturi in Lappland als Wohnsitz ausgesucht hat wird schnell klar, wenn man seinen (mittlerweile etwas zu touristischen) Weihnachtsmannpark in Rovaniemi und die Umgebung einmal genauer ansieht. Ich habe eine Woche in Finnisch-Lappland verbracht. Nach der Überquerung des Polarkreises und den ersten Rentieren auf der Straße ging es für mich noch etwa 300km weiter in den Norden. Nicht nur das Licht, das hier Anfang Dezember einem konstanten Sonnenauf- und untergang gleicht, ist magisch. Spätestens nach einer Husky-Schlittenfahrt durch tiefst verschneite Winterlandschaften und nachdem ich das Phänomen Nordlicht mit meinen eigenen Augen gesehen habe, kann ich nicht anders als zu sagen: Fernab von Zuhause ist eine schönere Weihnachts- und Winterstimmung kaum möglich.

In diesem Sinne, allen ein frohes Fest und gesegnete Feiertage!

Hyvää joulua!

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren