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05.03.2015

Lichtspiele

Mein neuestes Projekt, mit dem ich meine Familie gerade erfolgreich quäle, nennt sich "Ersetze alle Leuchtmittel im Haus durch LEDs". Nachdem sich die LED-Technik doch schon ein paar Jahre entwickelt hat, dachte ich, dass jetzt der richtige Zeitpunkt wäre, dieses Thema mal großflächig anzugehen. Wie gesagt, dachte ich.
 

Den Anfang machte ich mit einer gewöhnlichen Pendelleuchte mit E27-Fassung in einer Ecke meines Arbeitszimmers. Alles Standard, sollte also unkompliziert umzusetzen sein. Dort war eine alte Energiesparlampe eingeschraubt, die mehr funzelte als leuchtete. Der neue 15 Watt LED-Kolben sollte warmweiß (2800-3000K) mit der Kraft einer konventionellen 100 Watt Glühbirne leuchten. Voller Enthusiasmus machte ich mich ans Werk und stellte sehr schnell fest, dass die vorhandene Fassung leider eine E14 war ("Kerze") und nicht zu dem Schraubgewinde des frisch erworbenen E27-LED-Kolbens passte ("Birne"). Ein Schraubenzieher, etwas Bastelarbeit sowie ein kurzer Ausflug zum fast nahen Baumarkt konnten dieses Problem nach rd. 60 Minuten lösen. Nach weiteren 5 Minuten strahlte die Lampe mit überraschender Helligkeit, wenn auch der Ton etwas kälter als bei einer konventionellen Glühbirne wirkte.
 

Erfreut von diesem ersten Erfolgserlebnis knipste ich das Licht wieder aus und wollte mich dem nächsten Thema widmen. Doch was war das? Die LED leuchtete nun alle 3 Sekunden blitzlichtartig kurz auf. So ähnlich wie bei manchen Alarmanlagen, bei denen eine blinkende LED die korrekte Funktion signalisiert. Was tun? Eine etwas längere Recherche im Internet brachte mich auf die richtige Spur: Schuld seien einerseits wohl Kriechströme, die vor allem beim Einsatz von Umschaltern (traf zu) und bei beleuchteten Lichtschaltern (traf ebenfalls zu) auftreten. Lösen könne man das Problem angeblich durch Einsatz eines X2-Entstörkondensators, den es für kleines Geld bei jedem Elektronik-Discounter gibt. Dieser muss lediglich parallel in die Lüsterklemme zur Stromversorgung eingesetzt werden. Aha. 
 

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Nach weiteren Recherchen fand ich bei einem Elektronik-Discounter einen passenden Entstörkondensator (230V / 1 µ ), der mit 15 Cent Stückpreis so günstig war, dass ich vorsichtshalber etwas mehr einkaufte. Man kann ja nie wissen... Nach ein paar Tagen Wartezeit brachte der Postbote das erwartete Paket und nach weiteren 10 Minuten war der Entstörkondensator an der Lüsterklemme angebracht, die Sicherung wieder eingeschraubt und oh Wunder, das Blinken war weg.
 

Als nächstes ging es in die Küche. Der Hauptstrahler dort verlangte nach 4 Leuchtmitteln mit E14-Gewinde. Hier kamen 15 Watt LED-Spot-Strahler zum Einsatz, die in ihrer Leuchtkraft überraschender Weise so stark waren, dass das Betreten der Küche zukünftig wohl nur noch gefahrlos mit Sonnenbrille möglich sein wird. Nach dem Ausschalten blieb die Lampe dunkel - Glück gehabt, der Entstörkondensator konnte diesmal in der Tüte bleiben.
 

Durch diese Erfolge übermütig geworden beschloss ich, dass es jetzt den Halogenlampen an den Kragen gehen sollte. Also die bekannten Birnchen mit G4- und G9-Stiftsockel. Nach entsprechendem Einlesen in die technischen Basics und den Bewertungen bei Amazon, bestellte ich ein buntes Potpourri an diversen Leuchmittel in der Leistungsklasse zwischen 3 und 7 Watt, die angeblich geeignet wären, konventionelle Halogen-Lämpchen zwischen 10 und 20 Watt zu ersetzen.
 
Zuerst ersetzte ich einen Teil der indirekten Beleuchtung durch flache LED-Leuchtplättchen mit 3 Watt. Das funktionierte reibungslos, obwohl das Licht geringfügig schwächer als Halogen, dafür aber angenehm warm war. Für eine indirekte Beleuchtung also völlig ausreichend.
 

Die Bestückung einer Halogen-Doppelpendelleuchte mit 2 G4-Leuchtmitteln erwies sich deutlich schwieriger als angenommen. Allen vollmundigen Versprechen der Hersteller zum Trotz, waren die 3,5 Watt LEDs deutlich schwächer als die verbauten 20 Watt Halogen-Birnchen. Abhilfe schafften zwei monströse 7 Watt LED-Leuchtkörper mit den Abmessungen einer alten Radioröhre, die endlich die gewünschte Helligkeit brachten, aber bereits nach wenigen Tagen den Geist aufgaben und inzwischen ihre letzte Reise ins Amazon-Retourenlager antreten durften. Den Bewertungen nach gibt es bei den leistungsstärkeren G4/12V-LED Leuchtmitteln noch erhebliche Qualitätsprobleme, so das ich hier vorerst weiter bei Halogen bleiben werde.
 

Und über ein weiteres Phänomen bin ich ebenfalls noch gestolpert: Manche Transformatoren verlangen nach einer Mindestlast, sonst funktionieren sie nicht richtig. So z.B. dieser in unserer Galerie. Mit dem Resultat, dass die LEDs flackern und deutlich dunkler leuchten. Man kann das auf zweierlei Art und Weise lösen: Man ersetzt den vorhandenen Transformator durch einen speziellen LED-Transformator, oder man lässt neben den LEDs noch ein Halogen-Lämpchen in der Beleuchtung, das dann für die nötige Last am Trafo sorgt. Ist natürlich doof, wenn der Trafo integriert und nur ein Lämpchen vorhanden ist, wie z. B. bei vielen Halogen-Schreibtischlampen.
 

Fazit: Die LED-Technik als flächendeckender Ersatz für vorhandene Leuchtmittel steckt bei vielen Details noch immer in den Kinderschuhen und ist, wie bei den bisherigen Energiesparlampen, noch weit davon entfernt, so problemlos ausgetauscht werden zu können, wie früher die konventionellen Glüh- und Halogenleuchtmittel. Hinzu kommen übertriebene und geschönte Angaben der Hersteller, was Leuchtkraft und Farbtemperatur anbelangt, so dass es oft einem Glückspiel gleicht, die passende Qualität zu erhalten. Deutlich problemloser dürfte es sein, wenn man die Möglichkeit hat, in einem neuen Haus die Beleuchtung von vorneherein für LED zu optimieren.

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