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07.08.2011

Die kruden Wunderwaffen des Minister Friedrich

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich fordert im Kampf gegen durchgeknallte Amokläufer ein Ende der Anonymität im Internet. Richtig so. Ich meine sogar, Friedrich sollte noch einen Schritt weitergehen.

Der CSU-Politiker sagte im Interview mit dem "Spiegel", politisch motivierte Kriminelle wie der Amokläufer von Oslo fänden im Internet "jede Menge radikalisierter, undifferenzierter Thesen. Sie können sich dort von Blog zu Blog hangeln und bewegen sich nur noch in dieser geistigen Sauce."

Und weil das alles in diesem bösen, anonymen Internet stattfindet, präsentiert uns Friedrich dafür eine durchschlagende Lösung: Schluss mit der Anonymität im Internet. Auch Blogger dürften einfach nicht mehr anonym sein sein. Die Grundsätze der Rechtsordnung "müssen auch im Netz gelten", sagt Friedrich. Und deshalb sollten Blogger "mit offenem Visier" argumentieren.

Ich meine, unser Bundesinnenminister hat hier endlich einmal einen praktikablen und durchdachten Vorschlag zur Hand, wie wir dieses komische Netz-Dingens in den Griff bekommen. Allerdings sollte Herr Friedrich sogar noch einen Schritt weitergehen. Mindestens ebenso dringend brauchen wir nämlich:

Ein Maskenverbot bei Banküberfällen: Denn auch Räuber sollten endlich mit offenem Visier zuschlagen.

Eine Anmeldepflicht für Hacker: Es ist einfach nur unfair, heimlich Computer und Netze zu knacken und den betroffenen Großkonzernen, Banken, Regierungen und Geheimdiensten erst drei Wochen später Bescheid zu sagen.

Ein Verbot von Schützenvereinen: Ohne Schützenvereine keine guten Schützen. Ohne gute Schützen keine blutigen Attentate. So einfach ist das.

Ein Verbot öffentlicher Bibliotheken: Politisch motivierte Täter finden bereits seit Jahrtausenden vor allem in Bibliotheken jede Menge radikalisierter, undifferenzierter Thesen, sie können sich dort von Buch zu Buch hangeln und bewegen sich nur noch in dieser geistigen Sauce. Damit muss endlich Schluss sein.

Ein Verbot radikalisierter, undifferenzierter Thesen: Zum Beispiel der These, das Internet sei ein rechtsfreier Raum, in dem die Grundsätze der Rechtsordnung nicht gelten. Das Gegenteil ist nämlich der Fall.

Eine Impressumspflicht für Blogs - ach nein, die gibts ja längst.

Und die Sache mit den Killerspielen klären wir dann morgen.

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