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14.05.2013

Google, sein Auto-Complete - und Bettina Wulffs später Erfolg

Bettina Wulff dürfte aufatmen. Die Chancen, dass ihr Name im Internet nicht mehr automatisch mit Worten wie „Prostituierte“ oder „Rotlicht“ in Verbindung gebracht wird, sind heute deutlich gestiegen. Da entschied der Bundesgerichtshof (BGH), dass die sogenannte Auto-Vervollständigung (Auto-Complete) von Google rechtswidrig ist, nämlich dann, wenn dadurch das Persönlichkeitsrecht eines Menschen verletzt wird.

 „Auto-Complete“ ist eine technische Funktion bei Google. Sobald man bei der Internet-Suchmaschine nach einem bestimmten Begriff sucht, prüft ein Algorithmus, welche Worte frühere Nutzer in Kombination mit diesem Begriff eingegeben hatten. Diese schlägt Google dann dem Suchenden vor.

 Als vor zwei Jahren falsche Gerüchte gestreut wurden, Bettina Wulff habe ein Vorleben als Prostituierte gehabt, suchten viele Nutzer bei Google die Wort-Kombination „Bettina Wulff Rotlicht“. Google merkte sich das: Wenn man nach der Frau des früheren Bundespräsidenten sucht, wird einem dort bis heute sofort das Wort „Rotlicht“ vorgeschlagen.

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 Ähnlich ging es einem Geschäftsmann, der jetzt vor dem BGH gegen den Internet-Riesen siegte (Aktenzeichen VI ZR 269/12). Gab man seinen Namen bei Google ein, wurde dieser in Kombination mit Worten wie „Scientology“ und „Betrug“ angezeigt. Üble Nachrede, wie der Geschäftsmann versicherte. Böse Menschen hätten zig-fach bei Google mit genau dieser Wortkombination nach ihm gesucht, um ihn in Verruf zu bringen.

 Er bekam recht. Der BGH kam  - entgegen dem OLG Köln - zum Schluss, dass Google solche Wortkombinationen nicht mehr anzeigen darf, wenn ein Betroffener dadurch diffamiert wird. Es ist ein Urteil mit Folgen. Denn bei Google dürften jetzt eine Menge Menschen darauf drängen, dass fragwürdige Wort-Kombinationen mit ihrem Namen gelöscht werden.

 Bettina Wulff, die bereits Klage eingereicht hat, wird eine von ihnen sein.

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