13.02.2012

Verrückte, Dämliche, Liebe

Szenenbild

"Crazy, Stupid, Love" ist klischeefreie
Unterhaltung - nicht nur für Frauen.

Film ab! - Wertung:   8 / 10

Schon die Eröffnungssequenz von "Crazy, Stupid, Love" macht klar, dass der Film kein hirnfreier Liebesschnulz ist, der mit einer ausgelassenen Hochzeitsparty endet. Die Aufblende: Ein Ehepaar sitzt im schicken Restaurant. Er grübelt darüber, welches Dessert er sich mit seiner Liebsten am Besten teilen könnte. Ihr Kommentar dazu: "Ich will die Scheidung." Schnitt.

Das klingt nach harter Dramakost. Ist es auch. Aber nur über kurze Strecken. Meistens kommt der romantische Streifen als ironische Komödie daher, der sich selbst nicht zu ernst nimmt und gerne auf alle gängigen Hollywood-Klischees pfeifft. Außerdem gibt's noch einen hochkarätigen Cast und eine geschickt verschachtelte Story obendrauf.

Zur Story: Cal Weavers (Steve Carell) ist ein lebendes Klischee: Der Mittvierziger führt ein gutbürgerliches Kleinstadtleben mit Ehefrau Emily (Julianne Moore) und den beiden Kindern Robbie (Jonah Bobo) und Molly (Joey King). Als ihm seine Frau unvermittelt eröffnet, dass sie eine Affäre mit ihrem Arbeitskollegen David Lindhagen (genial schmierig: Kevin Bacon) hat und die Scheidung möchte, bricht für Cal eine Welt zusammen. Niedergeschlagen heult er sich abendlich in einer Szenebar bei einigen Vodka-Cranberries aus. Doch die Rettung ist nah: Der Womanizer Jacob (Ryan Gosling) hat Mitleid mit Cal und nimmt ihn unter seine Fittiche. Mit Erfolg: Cal poliert sein Äußeres auf und schafft es, die ein oder andere Frau ins Bett zu bekommen.

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Doch er kann Emily einfach nicht vergessen und will seine Frau zurückgewinnen. Probleme in Sachen Liebe hat auch Cals 13-jähriger Sohn Robbie, der hoffnungslos in seine vier Jahre ältere Babysitterin Jessica (Analeigh Tipton) verliebt ist. Die schwärmt aber für Papa Cal. Hannah (Emma Stone) wiederum steuert auf die Ehe mit Langweiler Richard (Josh Groban) zu, was ihr ihre beste Freundin Liz (Liza Lapira) nur mit viel Mühe aussreden kann. 

Der Cast: 1989 moderierten vier süße Kinder zusammen die amerikanische Kinderfernsehsendung "Mickey Maus Club": Britney Spears, Christina Aguilera, Justin Timberlake und Ryan Gosling. Spears, Aguilera und Timberlake sind längst zu internationalen Superstars geworden - nun scheint auch Gosling auf dem besten Weg dorthin zu sein. 2007 wurde er für seine Darbietung in "Lars und die Frauen" (indem er einen etwas verwirrten Mann spielt, der eine sehr emotionale Beziehung zu einer aufblasbaren Puppe entwickelt) mit einer Oscar-Nominierung belohnt. Nun scheint seine Karriere auch komerziell in die Gänge zu kommen.

In  "Crazy, Stupid, Love" spielt er einen Womanizer, der cooler kaum sein könnte. Hier werden reihenweise Frauenherzen gebrochen - auf und vor der Leinweind. Dabei wird er in jeder Einstellung als sytlischer Frauenheld in Szene gesetzt. Sogar beim Pizza-Mampfen wird Gosling mit coolem Song und völlig übertriebener Zeitlupe dargestellt. Ganz klar: Hier nimmt man sich selbst nicht ernst und blickt mit einem Augenwinkern auf den eigenen Film. Und genau das ist die größte Stärke des Filmes: Das ernsthafte Drama immer wieder mit selbstironischen Humor aufzulockern.

Auch ansonsten kann der Cast völlig überzeugen. Steve Carell, Julianne Moore und Kevin Bacon liefern alle eine gewohnt souveräne Vorstellung ab. Und was soll man noch zu Emma Stone sagen? Der bodenständige Rotschopf ist einfach rundum süß und man wundert sich nicht, warum Jim Carrey ihr ein ganz persönliches Liebesgeständnis aufgenommen hat.

Fazit: Das Ergbnis des Films ist klar wie Klosbrühe: Liebe ist verrückt, Liebe ist dämlich. Doch "Crazy, Stupid, Love" zeigt das auf völlig unverkrampfte und natürliche Art und Weise und hinterlässt damit ein wohlig-warmes Gefühl beim Zuschauer.
Langeweile kommt bei diesem Frauenfilm zu keiner Zeit auf, nicht einmal für Männer.

Wer sich noch unschlüssig ist, kann ja mal einen Blick auf den Trailer werfen:

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