23.10.2012

MORGENPOST-MARATHON IN DRESDEN

Die Wettkampfplanung in diesem Jahr war überwiegend dem Triathlon gewidmet. Als Einsteiger waren dies überwiegend die kürzeren Distanzen. Zum Saisonabschluss sollte aber noch einmal ein Marathon her. Einerseits, weil es fast schon eine Tradition ist, im Herbst Marathon zu laufen –wobei, kann man bei 2 Jahren schon von Tradition sprechen?- andererseits, um –aufgeteilt in Einzeldisziplinen- so langsam die Langdistanz vorzubereiten. Während ich in den letzten beiden Jahren in Berlin –zusammen mit über 40 000 anderen Läufern- gelaufen war, wollte ich diesmal eine neue Strecke austesten: Dresden. Der Morgenpost-Marathon ist einer von zwei Marathonläufen, die die Stadt im Jahr aufzuweisen hat. In diesem Fall verläuft die Strecke nicht entlang der wunderschönen Elbe, sondern ist als klassischer Stadt-Marathon konzipiert. Nach dem Halbdistanz-Triathlon am Walchsee blieben mir noch 6 Wochen, um die 42,195 km lange Strecke vorzubereiten. Weg also mit dem Rennrad, her mit den Laufschuhen!
Während in den letzten Jahren insbesondere die langen Läufe im Vordergrund der Marathon-Vorbereitung standen, wurde ich diesmal vor allem mit dem Auf- und Ausbau von Tempo geplagt (Vielen Dank auch, Coach!). Aber, wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis: Nach optimaler Vorbereitung übertreibe ich das Tempo im letzten Training vor der Tapering-Pause – Das Ergebnis ist eine schmerzhafte Zerrung an der rechten Wade. Während der folgenden Woche regeneriert der Muskel etwas, trotzdem lasse ich Fußgelenk und Wade am Vorabend des Wettkampfes tapen.


Vorbereitung ist alles. Gerade im Wettkampf. Dummerweise hat sich die Idee eines Ironman-Wettkampfes in meinem Gehirn festgebissen und macht sich dort immer hartnäckiger breit. „Ist ja bloß ein Marathon“, denke ich denn auch. Packliste also? Brauche ich nicht. Ich muss ja nur Laufen, der logistische Aufwand ist also deutlich geringer als beim Triathlon. Am Wettkampf-Vorabend bereite ich meine Laufsachen vor. Während ich noch darüber nachdenke, ob nun das Tank-top zur Hose passt, stelle ich fest, die Frage ist irrelevant: Schutzcreme vergessen, also nix ärmelloses! Auch die CEP-Socken liegen zuhause in der Schublade. Genauso wie mein Startnummernband und die -am Walchsee extra gehorteten- Gels. Auch gut, da ich das Shirt mit Rückentasche nicht dabei habe, hätte ich ohnehin keinen Platz dafür.
Trotzdem – am Wettkampftag läuft alles extrem gut und entspannt. Mit Temperaturen zwischen 10 und 18° C sind die Bedingungen ideal. Während es in der Früh noch etwas bewölkt und windig ist, kommt gegen Mittag die Sonne heraus.

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Pünktlich um 10:00 fällt der Startschuss für den Marathon, parallel gehen die Teilnehmer der 10 km und des Halbmarathons an den Start. Entsprechend voll ist es auf dem ersten Teil der Strecke. Die ersten Kilometer fühlen sich extrem gut an, von der Wadenzerrung ist nichts mehr zu spüren, mein geplantes Tempo von ca. 5 min/km fällt mir überraschend leicht. Während das Feld sich zunehmend lichtet – die 10-km-Läufer biegen auf eine andere Strecke ab – wird das Laufen langsam etwas anstrengender. Zusammen mit einem Dresdner, der in etwa die gleiche Ziel-Zeit geplant hat, laufe ich die nächsten 20 km, diesmal mit einer schnelleren Pace als meiner geplanten. Motivierend wirkt nicht nur, dass ich jetzt immer mehr Läufer überholen kann, sondern auch die Tatsache, dass mich am Streckenrand immer wieder Motivation erwartet: Meine Familie hat sich strategisch günstig am großen Garten positioniert, der mehrfach durch- bzw. umlaufen wird.

Nach 1:46:20 passiere ich -schneller als gehofft- die Halbmarathon-Markierung. Ab 34 km wird es nun zunehmend anstrengender. Meine Oberschenkel brennen, die Waden tun dies ohnehin schon länger. Bei km 39 wollen meine Muskeln nicht mehr mitspielen, sie stehen offenbar kurz davor, zu krampfen. Ohne Gehpausen, aber deutlich langsamer als zuvor absolviere ich die letzten Kilometer und nehme kurz vor dem Ziel meine beiden Kids in Empfang. Hand in Hand laufen wir in einer Zeit von 3:39:58 durch den Zielbogen.


Zwar habe ich wegen der langsameren zweiten Hälfte mein Ziel von 3:35 verfehlt, trotzdem aber nicht nur meine alte Bestzeit von 3:55 pulverisiert, sondern auch noch den Familien-internen Marathon-Rekord von 3:45 unterboten. Also dann, Thomas! Trainier schon mal fleißig!

 

 

Bericht von Andrea

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